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Obwohl es mir Spass macht, Maja zu sein, will ich im nächsten Leben gerne eine Schauspielerin sein. Nicht etwa, weil ich dann mindestens 50 wahnsinnig gutaussehende Bodyguards hätte, die mich beschützen würden. Auch nicht wegen der fetten Kohle, die ich für einen 15-Sekunden-Autritt in einem Kassenschlager absahnen würde. Viel mehr wegen des Fun-Faktors.
Ich erinnere mich beispielweise an Meg Ryans Orgasmus-Szene in «When Harry Met Sally». Sie sitzt mit ihrem Date in einem Restaurant und erklärt dem Mann, dass jede Frau Orgasmen vortäuscht. Er lächelt und versichert ihr, dass ihm keine Frau etwas vormachen kann. Bla bla bla. Sie, vom Ehrgeiz gepackt, spielt ihm am Tisch vor allen Leuten den perfekten Höhepunkt vor. Seit diesem Meisterwerk würde ich ein Königreich darum geben, auch eine Meg Ryan zu sein. Ich würde dann Nils Althaus einen Orgasmus vorspielen – in der Kronenhalle Zürich. Dafür würde ich am Zürcher Filmfestival einen Oscar bekommen und nicht mal Polanskis Verhaftung könnte mir die Show stehlen.
Ein grosses Lob gebührt auch Uma Thurman für ihre Rolle als Mia Wallace in Tarantinos «Pulp Fiction». Keine Zweite kokst so ladylike wie sie. Für ihre Tanz-Szene mit John Travolta als Vincent Vega würde ich töten. Als ersten Schritt liess ich mir jetzt ihren Pagen-Schnitt in Schwarz verpassen. Zusätzlich hängt ein Film-Poster an meiner Haustüre.
Am allerliebsten aber wäre ich ein Bondgirl. Nichts ist so sexy wie ein durchtriebenes Luder in High Heels, die als Schusswaffen eingesetzt werden können. Ich bin stets auch traurig darüber, dass weder Manor, noch Douglas-Parfümerien Lippenstifte verkaufen, die auf Knopfdruck zu Bomben mutieren. Ausserdem stehe ich auf rote Fingernägel, die einen Revolver umkrallen.
Seit mir Phil vor ein paar Tagen eine Spielzeug-Pistole schenkte, trage ich nur noch mein Bondgirl T-Shirt, lackiere meine Nägel rot und schleiche mit der Pistole den Wänden meiner Wohnung entlang und öffne Zimmertüren mit Fusstritten, um dann Dinge wie «Hände hoch» zu schreien. Armin sagt, ich mache das sehr authentisch. Auch versicherte er mir, dass mein Schauspiel-Talent unverkennbar sei. Ich sollte mich dringend bei Phil bedanken. Ich werde ihm einen Martini geschüttelt – nicht gerührt – servieren. Einfach ohne Olive. Die soll er mir nämlich vom Bauchnabel wegessen.
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Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).