Sven Götti: Schweizer Brillen aus dem Drucker Durchblick in 3D

Der Schweizer Brillendesigner Sven Götti scheut sich nicht vor Neuem: Seine neuste Linie stammt aus dem Printer – und entwickelt sich weiter.

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Die Zukunft ist beim Brillendesign angekommen. Und das ist einem Mann zu verdanken: Sven Götti (52). Jeder Brillenträger hat wohl spätestens beim Gang zum Optiker vom Schweizer Designer aus Wädenswil ZH gehört. Seine Modelle sind in über dreissig Ländern erhältlich.

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«Wem Tausende Brillen durch die Hände gehen, der entwickelt ein Gespür dafür, was funktioniert und was nicht», Sven Götti, Brillendesigner.  Maurice Haas

Vom Optikerlehrling zum German Design Award 2017

Dass sie speziellen Tragekomfort bieten und ästhetisch einfach stimmen, ist auch diversen Fachjurys aufgefallen: Seit 2008 erhielt der verheiratete Familienvater sieben verschiedene, international renommierte Designpreise – der neuste ist der German Design Award für das Jahr 2017.

Ein unglaublicher Erfolg für den Designer, der nie eine Kunstschule von innen gesehen hat, sondern schlicht als Optikerlehrling angefangen hat. «Wenn einem Tausende von Brillen durch die Hände gehen, entwickelt man halt ein Gespür dafür, was funktioniert und was nicht», sagt Götti.

Massgebend für seinen Erfolg sind Neugierde und die Bereitschaft, sich auf neue Technologien einzulassen. Wie beim jüngsten Wurf: Brillen aus dem 3D-Drucker. Vierundzwanzig Modelle sind jetzt unter dem Namen Dimension bei Optikern erhältlich – als Sonnenbrillen und als Korrekturversion.

Ein Tragetest zeigt: Das Material, ein Polyamid, ist überraschend leicht, angenehm anzufassen und zu tragen und sieht mit der rauen Oberfläche nach Understatement aus. Noch wichtiger: Das Gestell sitzt auch bei schnellen Drehungen des Kopfes einwandfrei.

Behindertenwerkstatt übernimmt die Montage

Die neue Produktionsweise – 3D-Ausdruck des Designs, Polieren, Färben, Montage – ist aber nur der Anfang. Bis zum nächsten Jahr plant Götti eine weitere Neuerung: individuell anpassbare Auswahlmöglichkeiten von Stegbreiten oder Glasgrössen. Ausgehend von den Grundmodellen können Kunden dann die so personalisierte Version ausdrucken lassen. «Schliesslich hat nicht jeder denselben Abstand von Augen zu Ohren und nicht jeder den gleich breiten Nasenrücken», sagt Sven Götti.

Bei einem spezialisierten Unternehmen drucken 3D-Drucker die Rohlinge aus. Die wirken zunächst unansehnlich – weiss, roh und rau. Die in den nächsten Arbeitsschritten polierten und gefärbten Einzelteile montieren Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt Stiftung Bühl in Wädenswil ZH zusammen.

Götti gibt so nicht nur neuen Techniken im Brillendesign eine Zukunft, sondern auch benachteiligten Menschen, die auf dem
normalen Arbeitsmarkt wenig Chancen haben.

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Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 15.11.2016
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