30'000 tote Tiere für d'Füchs? Pelzhändler wollen dem Fuchs ans Fell

BERN - Rotfüchse werden in der Schweiz bejagt. Auch weil sie den gefährlichen Krankheiten übertragen können. Sind die Tiere tot, werden sie verbrannt. Nun möchten Pelzhändler Fuchsfelle verarbeiten.

  • Publiziert: 15.02.2012
  • Von Karin Müller
play So trendy soll nachhaltige Mode mit Schweizer Füchsen werden. (swissfur)

Rund 30'000 bis 40'000 Tiere werden jedes Jahr erlegt. Doch statt die Felle zu nutzen, werden rund 80 Prozent einfach verbrannt.

Denn mit dem Verkauf von Rotfuchsfellen kann man nicht grosse Geld machen. Der Preis pro Fell liegt bei etwa 10 Franken.

«Das muss aufhören, deshalb setzen wir uns für einen nachhaltigen Umgang mit Rotfüchsen ein», sagt Thomas Aus der Au, Kürschnermeister und Vizepräsident von Swissfur. Swissfur ist der Verband der Schweizer Pelzfachhändler.

Mützen, Kragen, Jacken aus Schweizer Fuchs

Die Idee: Statt Trendyjacken mit Kunstfellbesatz oder Pelzen aus Tierfarmen zu kaufen, sollen Schweizerinnen vermehrt Schweizer Rotfuchs tragen. «Die Veredelung von Naturpelzen belastet die Umwelt weit geringer als die Herstellung synthetischer Ersatzprodukte», sagt Aus der Au.

Synthetische Pelze würden die Umwelt noch jahrelang belasten. Denn für deren Herstellung wird Erdöl bzw. dessen Derivat gewonnen und verwendet.

Verarbeitung könnte in der Schweiz getätigt werden

Die Verarbeitung der Schweizer Rotfuchsfelle wäre eine ressourcenschonende Nutzung eines hochwertigen Naturprodukts. Zudem würde etwas für die Schweizer Wirtschaft getan. Thomas Aus der Au: «Von der Zurichtung bis zur Kürschner-Verarbeitung werden die meisten Arbeitsschritte in der Schweiz, zu Schweizer Löhnen und Arbeitsbedingungen, ausgeführt.»

Dies muss jedoch nicht automatisch bedeuten, dass die Mützen, Taschen, Kragen nicht mehr erschwinglich sein sollen. Die Masse macht den Preis.

«Felle wie die des Rotfuchses sind bei richtiger Behandlung sehr stabil, bieten natürliche Wärme-Eigenschaften (wie Wolle) und Schutz, und das über mehrere Jahre bis Jahrzehnte», erklärt der Pelzfachmann. Deshalb seien Kleidungsstücke und Accessoires aus Schweizer Rotfuchs nachhaltige Nutzung.

Aufklärung bietet Swissfur ab morgen an der Messe «Fischen, Jagen, Schiessen» in Bern.

Kommentare (8)

  • Daniel  Knöri , Sch�nried
    Ich finde es gut, etwas zu nutzen das sowiso vorhanden ist. Es wäre schade wen man solche Resourcen nicht nutzen würde! Wen man die Füchse sowiso bejagen kann/soll, sollte auch ein gewisser anreitz da sein um sie nicht "ungenutz" in die Kadaversammelstelle zu bringen!
    • 16.02.2012
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  • Argyle  Abercrombie
    Bravo, endlich mal eine schlaue Idee. Es ist wirklich unverantwortlich, hier vorhandene Rohstoffe zu vernichten und danach für teures Geld und unter unkotrollierbaren Bedinungen produzierten Ersatz aus dem Ausland zu importieren. Was meinen die Herr- und Damschaften denn bitteschön, wo all die billigen Ledergürtel und -schuhe in den H&Ms, C&As und ABMs dieser Welt herkommen? Und unter welchen Bedingungen die Tiere ihre Haut dafür hergegeben haben genau liebe Herrschaften, Leder ist nix anderes als Pelz minus Haare, nur scheint das ethisch viiiiiiel unbedenklicher zu sein.
    Wer weiter denkt als bis zur eigenen Nasenspitze sieht, dass Idealismus im Endeffekt genau so wenig bringt wie Ignoranz. Da schwöre ich lieber auf alltagstauglichen Pragmatismus. Und der findet die Verwertung von Füchsen, die so oder so geschossen werden, einfach nur sinnvoll da nachhaltig.
    • 16.02.2012
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    • Thomas  Steuble
      Allerdings wird der Inhalt des Leders,nämlich Fleisch,Innereien etc. gegessen.
      Was beim Fuchs nicht der Fall ist ....
      • 16.02.2012
      • als Kommentar auf Argyle  Abercrombie
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  • Christa  Pardeller , Bozen
    Tiere sind Lebewesen und es gilt für alle und für immer: nicht töten. Außerdem sind keine "Produkte" von Tieren zu tragen. Und "Produkte" von und aus Tieren sind zu verbiete, auch Quälerei und Tier-töten ist zu verbieten.
    • 16.02.2012
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    • Rudolf  Kuhn
      Die Population der Füchse muss niedrig gehalten werden. Die Füchse sind gefährliche Krankheitsübertrager für Mensch und Tier. Im Verlaufe eines Winters erlege ich selbst so ca. 20 Füchse, wovon die Bälge schliesslich weiter verarbeitet werden.
      • 16.02.2012
      • als Kommentar auf Christa  Pardeller , Bozen
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  • Ricardo  Granda , Basel
    Und wenn dann das Geschäft läuft werden die Füchse jahraus, jahrein gehegt und gepflegt damit sie sich vermehren wie die Karnickel. So kann man dann jedes Jahr guten Gewissens 100000 oder 200000 Tiere für ein gutes Geschäft abmurksen.
    • 15.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Thomas  Steuble
    Die Felle sollten weiterhin verbrannt werden. Sonst hat es schnall mal zu wenig Fell für die Mode und dann wird der Fuchs auch bald ausgerottet sein.
    Warum wohl gibt es kein Elfenbein, auch wenn der Elefant eines natürlichen Todes gestorben ist ? Weils schlussendlich nicht kontrolliert werden kann.
    • 15.02.2012
    • 1 Gefällt mir
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