Kolumne von Style Writer Wäis Kiani Wärme für Waschbären

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Das Jahr ist, wenn Sie diese Zeilen lesen, noch keine vier Tage alt. Unschuldig wie ein Säugling liegt es vor uns, und niemand weiss, was daraus wird. Ich schreibe diese Zeilen allerdings noch in den letzten Stunden des alten Jahres und versuche, sie zu geniessen. Denn, lachen Sie nicht, 2015 war so schwierig und anstrengend wie ein Teenager – und ist mir dadurch besonders ans Herz gewachsen. Ich werde 2015 vermissen, das Jahr, in dem ich, wieder nicht lachen, endgültig erwachsen wurde. So erwachsen, dass mir keine guten Vorsätze mehr für 2016 geblieben sind, ausser vielleicht meine Freunde in dieser Kolumne nicht mehr beim Namen zu nennen, weil alle danach immer übertrieben sauer sind.

Was ist mit Ihren guten Vorsätzen? Falls ich Ihnen einen Tipp geben darf: Entscheiden Sie doch einfach, ab heute etwas ganz Bestimmtes zu tun. Ihrer Frau einmal die Woche ein schönes Kompliment machen. Oder etwas, was die Stimmung der Welt verbessert, beispielsweise die Leute loben. Ihre Kinder, Ihre Mitarbeiter, Ihre Freunde. Ich lobe mittlerweile sogar «Uber»-Fahrer hier in London: «Sie sind sehr gut gefahren.» Oder: «So nice, dass Ihr Wagen nicht nach Duftbaum stinkt.»

  • Zur Person

    Wäis Kiani, Schriftstellerin und Stil-Liebhaberin, schreibt jeden Sonntag über ihre Beobachtungen im Alltag. Ihr neues Buch «Die Susi-Krise» ist gerade im Piper-Verlag erschienen.

Verbesserungswürdig ist auch die Stimmung des armen Jetsets, der seit letzter Woche in den braunen Bergen des Engadins sitzt und innig auf Schnee wartet. Die Auserwählten waren voller Zuversicht angereist, posteten danach aber die braunen Hügel traurig auf Instagram, die sie aus den Fenstern ihrer Luxushotels, Berghütten und Penthäuser sahen. Ich habe mir in London so viele braune Hügel aus St. Moritz, Kitzbühel und anderen Orten angesehen, dass auch ich Sehnsucht nach Schnee bekommen habe, obwohl es in den Strassen so warm ist, dass man nur im Shirt herumlaufen könnte.

Aber stellen Sie sich vor, das Wetter bleibt so, und es wird nie wieder richtig Winter. Wir würden kaum noch Heizöl brauchen, und noch viel toller: Keiner würde je mehr Pelze kaufen, und all die irren Angeber im Engadin würden sich in ihren Pelzjacken und Eskimo-Kapuzen krank schwitzen. Hunderte der Massaker-Farmen in China müssten schliessen und ihre Füchse, Nerze, Biber und Waschbären freilassen. Es würde nur noch das produziert, was man für die ätzend-sinnlosen Bommel braucht, und selbst die werden spätestens übernächsten Winter aus der Mode sein. Eine herzerwärmende Vorstellung für 2016, finden Sie nicht?

Publiziert am 04.01.2016 | Aktualisiert am 04.01.2016
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