Kolumne von Style Writer Wäis Kiani Null Bock auf Kinder

All meine Freundinnen sind schwanger – dabei dachte ich, die Kinderfrage habe sich erledigt.

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Im Kreis meiner Freudinnen hat es jetzt auch die allerletzte geschafft, sich schwängern zu lassen. Alle sind im Vierzigplus-Alter und haben mich mit ihrer Nachricht überrascht. Denn eigentlich dachte ich, wir sind cool, wollen alle keine Kinder, und schon gar nicht in dieser Lebensphase, in der endlich alles super läuft. Denn wir sind erwachsen, etabliert, und wir können machen, was wir wollen.

Vergangenes Jahr überraschten mich zwei Karrieremädchen mit ihren Schwangerschaften, und jedes fragte ich: «Ist es ein Unfall?» Denn ich wusste nicht, dass sie ein Kind haben wollten.

  • Zur Person

    Wäis Kiani, Schriftstellerin und Stil-Liebhaberin, schreibt jeden Sonntag über ihre Beobachtungen im Alltag. Ihr neues Buch «Die Susi-Krise» ist gerade im Piper-Verlag erschienen.

Beide Babys sind mittlerweile da – und beide Mütter aus meinem Leben verschwunden, wie alle anderen Neu-Mütter vor ihnen auch schon. Vor ein paar Monaten überrumpelte mich die Dritte, Freundin V, mit ihrer Nachricht, sie sei schwanger. Ich kenne sie aus alten Rave-Zeiten, sie ist seit ein paar Jahren Chefin einer grossen Agentur, arbeitet unglaublich viel, und niemals hätte ich gedacht, dass für sie eine Mutterschaft in Frage kommt. «Wie willst du das machen mit Kind?», fragte ich sie. Sie ganz entspannt: «Ach, am Anfang schläft es sowieso die ganze Zeit, und dann arbeite ich von zu Hause mit Nanny.» Und nun der nächste Schock: Nina, ein Jetset-Girl Anfang vierzig, jammert zwar schon seit drei Jahren, dass es nicht klappen würde mit dem Kinderwunsch. Vergangene Woche aber erzählte sie mir beim Lunch, sie sei krankgeschrieben. «Weswegen?» Nina sah mich an und presste heraus: «Ich bekomme Zwillinge!» Ich legte die Gabel auf den Teller zurück und merkte, wie ich mich ehrlich und tatsächlich mit ihr freute. «Ach wie schön, es hat geklappt, gleich zwei! Besser gehts nicht.»

Nina atmete hörbar aus und sprach leise, sie habe sich erst gar nicht getraut, mir es zu sagen, weil ich sie jetzt bestimmt langweilig fände. «Nein», sagte ich, «wenn sich jemand so lange ein Kind sehnlichst wünscht und alles dafür tut, dann respektiere ich das – so wie ich alle ernsten Wünsche respektiere.» Schliesslich habe ich ja auch welche und erwarte, dass die Leute sich freuen, wenn sie sich erfüllen. Also umarmten wir uns und begannen das Zwillingszimmer im Geiste einzurichten. Ich wollte eine Häschentapete – Nina alles schlicht.

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Zu Hause hatte ich das Gefühl, nicht mehr zu meinen Freundinnen dazuzugehören, da jetzt jede ein eigenes Baby hat und ich keins. Ich überlegte mir schon, wie ich ohne grossen Aufwand an ein Kind kommen könnte, und als ich so weiterspann, merkte ich, dass ich einfach überhaupt keine Lust hatte, mich um jemanden derart innig zu kümmern und jeden Tag das Kind in meinem Leben zu haben. Ich bin einfach total glücklich mit mir selbst, das lässt sich wohl nicht ändern.

Publiziert am 11.08.2016 | Aktualisiert am 17.08.2016
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3 Kommentare
  • Manila  Midget 11.08.2016
    Egal wie mans verleugnen will, kinderhabende und kinderlose Erwachsene ticken einfach anders. Man kann im "früheren" Leben noch so auf einer Wellenlänge gewesen sein, danach ist es anders. Es gibt Dinge in die kann man sich nicht "hineinversetzen" auch wenn man noch so viel Einfühlvermögen hat. Ist nicht schlimm, aber das gehört zur Entscheidung mit oer ohne Kind dazu. Ist bei Männer gleich, ausser sie nehmen an der Kindererziehung gar nicht Teil und machen den Ego-Trip.
  • benjamin  sommer 11.08.2016
    Wie auch, wenn man sich schon derart innig um sich selber kümmert...
    • Manuel  Seiler 11.08.2016
      Das ist Psychologie Niveau 1.Semester. Ein Thema derart aktiv in Abrede zu stellen ist nichts anderes als ein direktes Geständnis, dass es einen umtreibt.

      Sonst hätte die Style Kolumnistin es gar nie hervorgebracht sondern über wichtigere Dinge wie Gucci Handtäschchen oder den Schosshündchen Guide für 2017 geschreiben.

      Ich würde zur Sicherheit mal ein paar IVF durchführen lassen damit bei Bedarf auf alle Fälle ein paar Embryos parat sind um aus der Kühltruhe geholt zu werden.