Kolumne von Style Writer Wäis Kiani Ende Jahr wird alles gut

Wäis Kiani befreite sich 2016 von Ballast – und hält ihn auch 2017 fern.

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Endlich ist Weihnachten, ­liebe Leserinnen und Leser, habe ich recht? Dieses Jahr mussten wir sie uns hart verdienen, schliesslich schoben sich dunkle Schatten über die Vorfreude. Ich persönlich bin nach 14 Monaten Hardcore-Bootcamp so geläutert, dass ich jetzt absolut zufrieden bin.

Mein Schweinejahr 2016 begann schon im Oktober 2015 und endete vor drei Wochen. Die Zeit dazwischen brachte mir Reinigung und Klärung. Einige offene Rechnungen waren über zehn Jahre alt, man kann sagen, ich hatte einiges zu tun. Und dann, wie von Zauberhand, drehte sich Anfang Dezember das Blatt. Ich konnte die Lehrstücke aus all den schlimmen Erfahrungen anwenden, stellen Sie sich vor! Nicht nur, dass sich dadurch das Leid, in etwas Positives verwandelt hat. Nein, ich durfte mich selbst dabei beobachten, wie ich Dinge gelernt habe (also nicht ganz blöd bin) und zweitens diese anwenden konnte, ohne dass mir andere dabei halfen.

Und als wäre das nicht schon unglaublich befriedigend: Durch mein Erfahrungen konnte ich nicht nur das erreichen, was ich wollte, es gab jedes Mal «on top» noch etwas dazu, was ich nicht erwartet hatte. Mit Blick auf die 14 schrecklichen Monate schon gar nicht. Ausserdem haben sich weitere Bekanntschaften aus meinem Leben entfernt: ein willkommenes Detox. Neue Freundschaften haben sich aber auch entwickelt, auch durch die eigene Entwicklung.

Erst diese machten manche Beziehung möglich. Was ich sagen will: Wenn es hart wird im Leben, sollte man geschmeidig bleiben und mitschwingen, denn nur so wird es nicht komplett ­unangenehm. Und wenn man danach die Früchte einträgt, ist ohnehin alles vergessen. Jetzt sitze ich in London mit meiner ­Familie – und wir bereiten zusammen die Gans zu, eine deutsche Tradition am ersten Weihnachtsfeiertag.

Mein Freund «Z» – Sie erinnern sich an den Womanizer? – sitzt derweil seit über zehn Tagen mit seinen Kindern in den Bergen und jammert, dass er ­einen Bergkoller habe und sich langweile. Und sein Silvester-Playdate zickt derart herum, dass er lieber zu uns nach London kommen möchte. «Auf keinen Fall», sagte ich ihm. «Wir sind ausnahmsweise mal alle ­total zufrieden.» Eine meiner Schwestern war die letzten Wochen krank und feiert nun ihre Wiedergeburt, die andere hat mit­erlebt, wie der Freund ihrer Mitbewohnerin zwei Tage vor Weihnachten per SMS Schluss gemacht hat, sie ist nun doppelt froh, keinen Freund zu haben. Und ich freue mich, dass ich meine Lektionen gelernt habe.

Ich sagte zu «Z»: «Du bist unzufrieden, undankbar und undemütig. Das zerstört die hart erarbeitete Stimmung.»

Zur Person

Wäis Kiani, Schriftstellerin und Stil-Liebhaberin, schreibt jeden Sonntag über ihre Beobachtungen im Alltag. Ihr neues Buch «Die Susi-Krise» ist gerade im Piper-Verlag erschienen.

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Publiziert am 30.12.2016 | Aktualisiert am 05.01.2017
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