Kolumne von Style Writer Wäis Kiani Ein Halleluja auf die Monogamie

Freund Z. hat Weihnachtsstress – wegen drei Freundinnen in drei Städten.

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Wissen Sie schon, wo und mit wem Sie Weihnachten und Neujahr verbringen werden? Ich fliege mit meiner Familie nach London zur jüngsten Schwester. Letztes Jahr war Weihnachten in London wirklich wunderbar, deshalb machen wir das dieses Jahr wieder so. Super gechillt.

Freund Z. ist mit Blick auf Weihnachten absolut ungechillt, er hat Stress mit seinen Liebhaberinnen. Es sind mittlerweile drei, an drei unterschiedlichen Orten. Eine sitzt in London und wartet, eine wartet in Deutschland. Die dritte sitzt in Zürich und hat sich einen Vorteil verschafft: Sie nistete sich in der Wohnung von Z. ein – damit niemand anders dort übernachten kann, ich zum Beispiel. Dafür muss Nummer drei warten, wenn ihr Typ mit den anderen unterwegs ist. Was im Moment der Fall ist. Er besucht die Frau in London, und die in Deutschland macht Terror, während Miss Zürich die Daumen dreht.

Natürlich wissen die drei nichts voneinander – und alle denken, ihre Beziehung zu Z. sei exklusiv, und sie hätten den ganz grossen Fisch an Land gezogen. Und sitzen mit ihm bald sicher im Hafen der Ehe, mit einem Ring am Finger, wenn er denn endlich mal geschieden ist. Ich weiss, was meine verehrten Leserinnen an dieser Stelle denken: So ein Schwein. Und die männlichen Leser seufzen neidisch: Der hats gut. Aber warten Sie erst mal ab.

Weihnachten müssen sich die Damen alleine bespassen, denn Z. hat ja seine beiden Kinder, die mit ihm und seiner Ex-Familie – Ex-Frau und Ex-Hund eingeschlossen – in den Bergen feiern wollen. Aber danach wollen alle drei mit ihm Silvester feiern. Miss Deutschland hat schon am Telefon bitterlich geweint, weil sie seit Wochen nicht nach Zürich kommen darf und schon ahnt, dass etwas nicht stimmt, wenn er ihr Kurztrips in teure Hotels anbietet, aber keinen Besuch bei ihm zu Hause. Sie will seine Partnerin sein und keine Freundin, die man in Hotels trifft.

Das will Miss London allerdings auch und plant schon aufregende Silvesterpartys mit ihm und danach die gemeinsame Zukunft. Während Miss Zürich auf seinem Sofa liegt, die 1600-Watt-Birnen im Wohnzimmer zu seinem Ärger Tag und Nacht brennen lässt und darauf wartet, mit ihm übers Neujahr zwei Wochen auf die Malediven zu fliegen – nachdem er Miss Deutschland vier Tage getroffen hat, damit sie nicht komplett durchdreht. «Ich kann nicht mehr», klagte Z. gestern am Telefon. «Am liebsten würde ich mich allein in den Bergen verstecken und meine Ruhe haben.» «Bitte nicht», sagte ich, «du hättest nach einer Nacht ein russisches Oligarchen-Groupie am Hals, und dann würden uns die Sowjets vom Rest der Welt isolieren.» Nein, das kommt nicht in Frage.

Zur Person

Wäis Kiani, Schriftstellerin und Stil-Liebhaberin, schreibt jeden Sonntag über ihre Beobachtungen im Alltag. Ihr neues Buch «Die Susi-Krise» ist gerade im Piper-Verlag erschienen.

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Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 13.12.2016
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