Kolumne von Style Writer Wäis Kiani Der eiskalte Engel schlägt wieder zu

Es beziehungstrubelt wieder rund um unsere Style Writerin.

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Die vielen Reaktionen auf die letzte Kolumne haben mir gezeigt, meine Leser lieben Beziehungsgeschichten. Eine Zürcher Bekannte schickte mir aus Thailand sogar eine Sprachmitteilung und erzählte darin zehn Minuten lang über ihre Erfahrungen mit einem polygamen Mann.

Auch Ona steckt in einer Krise, sie hat sich vor einem ­halben Jahr von ihrem langjährigen Boyfriend getrennt und sofort die ­gemeinsame Wohnung verlassen. Ona und ich kennen uns noch aus Zeiten, als sie Model und ich Stylistin war. Dann heiratete sie irgendwann meinen bescheuerten Ex-Freund, den sie dann verliess, um mit dem Typen zusammenzukommen, den sie jetzt verlassen hat. Dadurch sind wir irgendwie ­verwandt. Mittlerweile hat sie in Berlin einen alten gemeinsamen Freund neu liebengelernt, es bleibt also familiär.

David, der verlassene Freund, hat zwar auch eine neue Liebe, trotzdem stalkt er Ona beharrlich. Er lässt sich dabei von unserem gemeinsamen Typen beraten. Der hat nach sieben Jahren die Trennung von Ona noch immer nicht verwunden. Alle leben in Berlin, deshalb bekomme ich alles nur am Rande mit. Vor zwei ­Wochen posteten sie Fotos des ­Gänsespektakels meiner Schwester auf Facebook. Ona fuhr danach zu ­einem Dreh nach ­Litauen, und David irrte durch die ­Berliner In-Lokale. Dort jammerte er Onas Freundinnen vor, wie sehr sie ihn fertig gemacht habe –  und wollte ­wissen, wer der Neue sei.

Vorgestern besuchte mich eine Berliner Freundin. Während wir über ­früher plauderten und ihr Mops mein dunkelbraunes Tweedsofa vollhaarte, ratterten etwa 20 SMS auf ihr iPhone. «Oh Gott, David!», stöhnte sie. «Der darf nicht wissen, dass ich bei dir bin, sonst habe ich keine ruhige Minute mehr.» Sie öffnete ein SMS – ein Foto meines Vaters! «Das ist mein Vater beim Gänse-Essen», sagte ich. Über dem Kopf stand: «Ist das der, mit dem mich Ona betrogen hat?»

Wenig später rief mich die verzweifelt aus Litauen an. Ona erzählte, David habe ihrem Neuen ein ellenlanges Mail geschrieben, was sie für ein verabscheuenswertes Luder sei. «Jetzt reichts. Ich habe ihn auf allen Kanälen geblockt oder gelöscht.» – «Habt ihr euch getrennt, weil du ihn betrogen hast?» – «Äh, ja.» – «Mit wem?» – «Ach, mit ganz vielen.»

Nun hat David sein Mail an mich und andere Bekannte weitergeleitet. ­Darin steht: «Sie wird dich eines Tages verlassen. Sie wird das tun, was sie ihr ganzes Leben gemacht hat. Sie wird dich ­betrügen/anlügen/verletzen und dann wortlos gehen mit ­ihrem Engelsgesicht ...» Ich stelle seine Nachrichten auf stumm, ich bringe es nicht übers Herz, ihn auch zu blocken. Er ist für die nächsten Jahre verloren.

Zur Person

Wäis Kiani, Schriftstellerin und Stil-Liebhaberin, schreibt jeden Sonntag über ihre Beobachtungen im Alltag. Ihr neues Buch «Die Susi-Krise» ist gerade im Piper-Verlag erschienen.

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Publiziert am 22.12.2016 | Aktualisiert am 22.12.2016
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