Kolumne von Style Writer Wäis Kiani Beschwerlicher Aufstieg in die 5. Dimension

Was Cortison, Muschelallergie und Erdschwingungen miteinander zu tun haben.

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In der Nacht auf Donnerstag machte ich fast kein Auge zu. Als ich das erste Mal auf die Uhr sah, war es 3.47, beim zweiten Mal 5.36 Uhr. Ich nahm mein iPhone, das immer neben mir im Bett schläft, auf lautlos gestellt, und arbeitete mich eine Stunde durch Instagram. Ich überlegte, ob ich irgendetwas mit #insomnia posten sollte, suchte passende Bilder, entschied mich dagegen.

Gegen sieben schlief ich ein, und um kurz nach neun wachte ich wieder auf. Gerädert und unglücklich. Ausgerechnet am Donnerstag – doppelter Kolumnentag. Während ich mich übellaunig an den Schreibtisch setzte, fiel mir auf, dass in den letzten Wochen viele Dinge nicht glattliefen: Letzte Woche hatte ich eine Muschelallergie, ohne Muscheln gegessen zu haben – bei meinem Fisch war die Sauce aus Muschelsud. Ich wachte am nächsten Tag mit Ganzkörperjucken und geschwollenen Fingern auf. Um alles richtig zu machen, ging ich zu einem Allergologen, er verschrieb mir eine Cortisonsalbe. Wenn es nicht besser werde, müsse ich Tabletten nehmen.

Am nächsten Morgen war es nicht besser, gar noch schlimmer. Ich dachte, meine Hände platzen gleich. Ich rief den Arzt an, er war nicht da. Ich rief meinen Vater an, wie immer. «Warum gehst du zu einem fremden Arzt und rufst nicht an wie immer?», wunderte er sich und faxte das Tabletten-Rezept. Ich nahm die doppelte Dosis. Warum hat der Arzt mir nicht gleich die Tabletten gegeben? Warum habe ich nichts gesagt?

So läuft es dauernd in letzter Zeit. Die wichtigen Dinge klappen alle reibungslos, sind aber auch anstrengender, als ich es gewohnt bin. So rief ich heute meine älteste spirituelle Beraterin an und fragte sie, ob ich grössere Katastrophen zu befürchten hätte. «Nein, das haben wir im Moment alle», sagte sie zu meiner Überraschung, «denn wir gehen 2016 in die fünfte Dimension. Und das Universum ist schneller als die Menschen. Das geht noch paar Monate – nervige Kleinigkeiten.»

Ich googelte «fünfte Dimension» und verstand nicht viel: Die Schwingung der Erde hat sich offenbar erhöht und Menschen (ich) entscheiden sich, da aufzusteigen. Vorher wird man noch reingewaschen und von seinen ganzen Lasten befreit. Die, die sich für das Dunkle entscheiden, bleiben in der vierten Dimension hängen. Es findet ein Aufstieg der Erde statt, an dem aber nicht alle teilnehmen werden. Ich würde sagen, die USA wird unten bleiben.

Zur Person

Wäis Kiani, Schriftstellerin und Stil-Liebhaberin, schreibt jeden Sonntag über ihre Beobachtungen im Alltag. Ihr neues Buch «Die Susi-Krise» ist gerade im Piper-Verlag erschienen.

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Publiziert am 09.11.2016 | Aktualisiert am 09.11.2016
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