Wegen virtueller Models H&M unter Beschuss

Man nehme einen Körper und schraube verschiedene Köpfe drauf. Klingt nach Frankenstein, ist aber H&M. Das bringt dem schwedischen Modehaus nun Kritik ein.

  • Publiziert: 07.12.2011, Aktualisiert: 03.01.2012

Aufgefallen ist es einem Reporter der schwedischen Zeitung «Aftonbladet»: Wer sich auf der Website von H&M durch die Damen-Dessous klickt, kann auf Fotos stossen, die vermeintlich verschiedene Models zeigen. In Tat und Wahrheit unterscheiden sich bloss die Gesichter und die Dessous, die Körper und die Posen sind immer gleich. Wobei die Körper schon mal die Hautfarbe wechseln können oder plötzlich Sommersprossen bekommen.

Des Rätsels Lösung: Die «Models» auf der H&M-Homepage sind rein virtuell, sprich am Computer erzeugt. Nur die Köpfe stammen von echten Frauen. Eine Tatsache, die bei den Werbe-Überwachern des staatlichen norwegischen Rundfunks und Fernsehens NRK nicht gut ankommt.

«Das zeigt sehr gut, wie hoch die Ansprüche sind, die an den weiblichen Körper gestellt werden», wettert Sprecherin Helle Vaagland. «Die Anforderungen sind so hoch, dass H&M unter den armen Models keines findet, das sowohl über das Gesicht als auch über den Körper verfügt, um Bikinis und Unterwäsche zu verkaufen.»

H&M kontert: «Wir fotografieren die Kleidung jeweils an den Puppen im Laden und kreieren die menschliche Erscheinung dann mit einem Computerprogramm. Das mag seltsam aussehen, aber die Botschaft ist klar: Kauft unsere Kleidung und nicht unsere Models.» (gsc)

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