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Maja unverblümt: Ein Kreuzverhör, eine Scheiss-Busse und ein Masterplan

Eigentlich wollte Maja Papa aus reiner Fairness mal zu Wort kommen lassen. Sie verfluchte ihren Plan aber schon bald.

Aktualisiert um 00:15 | 06.02.2010
Mein Papi ist nicht zu beneiden. Während sich der Arme mindestens einen Sohn wünschte, kriegte er zwei Töchter und eine anstrengende Frau. Treffen wir uns zu viert, diskutieren wir über Mister Schweiz-Kandidaten, Ausverkaufsschnäppchen und Wangenrouge.

Um Papi mal zu Wort kommen zu lassen, traf ich mich gestern zum Lunch mit ihm. Zur Vorbereitung studierte ich jegliche Sportresultate der letzten Tage, schaute mir den Federer-Match an und googelte, was «PS» im Zusammenhang mit Autos wirklich heisst.

Um 12.30 Uhr wars soweit. Nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, zündete ich eine Zigi an.

Papa: «Sag mal Kleines, wann hörst du mit der Raucherei auf?»

Ich: «Heute nicht. »

Papa: «Rauchende Frauen wirken auf Männer unattraktiv.»

Ich war bereits nahe dran, mich für diese Lunch-Idee zu verfluchen.

Papa: «Denk an die Steuererklärung. Ich habe keine Lust, dich auch dieses Jahr jede Woche daran zu erinnern».

Jetzt verfluchte ich mich.

Papa: «Mama und ich haben uns etwas überlegt. Wenn du immer mit Armin um die Häuser ziehst, lernst du nie einen Mann kennen.»

Ich: «Ist es dir lieber, ich schlepp einen beschissenen und machoiden Flachwichser an? Eben!»

Papa: «Na ja, musst du selber wissen. Und wie geht es im Job?»

Ich: «Gut, halt einfach echt scheissviel zu tun.»

Papa: «Deswegen rufst du ja nie an und kommst nicht vorbei.»

Ich: «Sag mal, hat dich Mama mit Messages gefüttert, die du mir übermitteln sollst?»

Papa: «Ähhmm.... ja also.... nein.... beziehungsweise vielleicht ein bisschen. Aber weißt du, sie hat schon recht. »

Ich wusste, wusste, wusste, dass die Teufelin dahinter steckt.

Jetzt zog ich meinen Joker. Prinzessinen-Augenaufschlag.

Ich: «Papa, hast du am Sonntag Federer geguckt?»

Papa: «Oh ja, hast du den Aufschlag, den Schmetterer, den Smash und dann den Schlag am Netz gesehen? Ich wünschte, unser Landsmann Djokovic hätte ein bisschen mehr von Roger.»

Ich: «Öhhhmmm.... ja, das war ganz grosses Kino, mhhhmmmm. »

Na also : Touché!

Ich war mir bereits sicher, dass mein Karmahaushalt reiner als rein war und ich Papas weltallerbestes Töchterlein bin. Ausserdem würde Gott mir jetzt meine World Vision Patenschaft-Kündigung verzeihen (ich zog damals in eine teure Pimp-Wohnung), als mir Papa beim Abschied ein Couvert in die Hand drückte. Absender: Stadtpolizei Zürich. Ich war verwirrt. Das letzte Mal klaute ich mit 15. Und die gemeinnützige Arbeit hatte ich auch schon geleistet. «Du hast ein Rotlicht überfahren, als du mit meinem Auto in der Ikea warst», sagte er. 250 verfickte Stutz! Holy Shit!

Jetzt werde ich den Freunden der Polizei einen Brief schreiben. Darin werde ich Ihnen erzählen, dass ich nicht mehr bremsen konnte. Denn hätte ich das getan, hätte es gequitscht und dann wäre eine Katze erschrocken, sie wäre stehen geblieben und ich hätte sie überfahren. Ich werde an Ihre Menschlichkeit appelieren – und ein süsses Katzenbaby-Foto beifügen. Masterplan Baby!
Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).
Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).
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