Paare erzählen, was sie verbindet Liebe hoch drei!

Ob jung, ob alt, ob kurz oder lang – die Liebe ist doch das schönste im Leben. Drei Paare erzählen, wie sie sich fanden und wie sie leben.

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Special zum Valentinstag play
  Miriam Kuenzli

Milena Zoro (47) und Rossano Ugas (49) aus Zürich lieben sich seit 30 Jahren.  Mode ist ihre Passion. Sie kleideten schon Tausende von Brautleuten ein.  Aufgezeichnet von Franziska K. Müller

Sie: Zum ersten Date mit Rossano lieh ich mir von meinem Grossvater ein Smokinghemd aus, dazu trug ich Hosen im Karottenschnitt, knallrote Pumps und einen Pferdeschwanz. Rossano war ebenfalls im Stil der 1980er-Jahre gekleidet:  «Fruit of the Loom»-T-Shirt, Jeans und «Stan Smith»-Turnschuhe. Wir verliebten uns stürmisch. Zur Hochzeit erschien ich in Hotpants. Mein Mann sagt noch heute, seine Mutter sei ein wenig erstaunt gewesen.

Er: Wir feierten eine riesige italienische Hochzeit und begannen danach, unser Geschäft für Brautkleidung aufzubauen. Wie man eine Partnerschaft langfristig meistert, überlegt man sich in derart jungen Jahren noch nicht. Dazu fehlt die Erfahrung und die Vorstellungskraft. Was wir allerdings schnell merkten: Unsere Stärken werden gemeinsam noch stärker.

Sie: Meine Mutter hatte den Grundstein zur Firma gelegt. Ich bin gelernte Haute-Couture-Schneiderin und absolvierte die Fachklasse Modedesign an der damaligen Kunstgewerbeschule in Zürich. Rossano ist Kaufmann. Unsere Liebe schuf perfekte Voraussetzungen für eine gemeinsame Zukunft. Seither beschäftigen wir uns damit, was Brautleute am schönsten Tag ihres Lebens tragen.

Er: Die berufliche Beschäftigung mit der Liebe ist einzigartig: Die Menschen, die zu uns kommen, sind alle glücklich – und das färbt auf uns ab. In unserer Familie gehts mit den Kindern entsprechend fröhlich und laut zu. Meine Frau und ich sind beide leidenschaftlich, wir tragen unsere Streitigkeiten auch temperamentvoll aus. Allerdings ist immer, wirklich immer, nach einer Stunde alles wieder gut. Unser enges Lebenskonzept trägt dazu bei, dass man den anderen blind versteht und auch allfällige Probleme nachvollziehen kann.

Sie: Die Einsicht, dass man den anderen nicht mit Ansprüchen überhäufen soll, ist eine wichtige Ingredienz im komplexen Rezept der ewigen Liebe. Oder hatten wir bloss einfach Glück? Fest steht: Man sollte die Liebe einfach etwas weniger kopflastig angehen – und sie so nehmen, wie sie kommt.

Er: Gerade in Zeiten, in denen sich viele Paare wieder scheiden lassen, hat das Versprechen von Liebenden, es trotzdem zu wagen, einen hohen Stellenwert. Vergessen geht dabei oft, dass die Hälfte aller Eheleute verheiratet und zusammen bleibt – so wie wir. Milenas Frohnatur, ihre Willensstärke und den Kampfgeist liebe ich nicht immer, sie ist eine spannende Frau geblieben. Sie überrascht mich noch heute, und bei ihrem Anblick habe ich noch immer Schmetterlinge im Bauch. Dass wir zusammen ein erfolgreiches Business aufbauen konnten, macht uns stolz: aufeinander.

Sie: Als wir starteten, sahen viele Brautkleider aus, als seien sie aus Plastik gemacht. Wir kauften damals in Italien ein, und die Roben waren extravagant und fröhlich. Der persönliche Geschmack und die gesellschaftlichen Veränderungen bestimmen aber den Auftritt am Hochzeitstag: Heute sind die Bräute oft dreissig oder älter, sie haben bereits Karriere gemacht und möchten am Hochzeitstag keine Prinzessinnen mehr sein. Romantische Wolkenkleider sind gestrig, der Trend geht hin zu schlichteren Modellen. Elegant und glamourös – so lautet das Motto.

Den Prozess begleiten wir als Berater. Ist ein Fest in der Waldhütte geplant, kann die Braut nicht als Marilyn Monroe auftreten. Allerdings hatten wir auch schon die Situation, dass Bräute nach dem Kleiderkauf bei uns die gesamte Festplanung umkrempelten – damit der Anlass zum Kleid passte. Würden wir noch einmal heiraten, etwas wäre gewiss: Meine Frau würde in stündlich wechselnden Garderoben erscheinen.

Special zum Valentinstag play
  Miriam Kuenzli

Sarah (25) ist Fachfrau Gesundheit aus Zürich und Claudio (33) Feinblechverarbeiter aus Rotkreuz ZG. Seit einem Jahr sind sie ein Paar und wollen in drei Jahren heiraten.  Aufgeichnet von Carmen Schirm-Gasser

Er: Ich war auf drei verschiedenen Online-Plattformen auf Partnersuche, seit vielen Jahren schon. Irgendwann hatte ich genug vom Internet-Dating und wollte wieder auf herkömmlichem Weg Frauen kennenlernen. Also beschloss ich, meine Profile zu löschen. Als ich nachsah, ob eines meiner Profile tatsächlich weg war, tauchte das Mail von Sarah auf. Ihr Profil weckte sogleich mein Interesse.

Sie: Ich hatte das Profil von Claudio sehr genau gelesen, von A bis Z. Die Antworten, die er auf die Fragen gegeben hatte, gefielen mir. Aus ihnen las ich, dass er ernsthaft auf der Suche nach einer Freundin war. Natürlich hat mir sein Profilbild auch gefallen. Ich bin keine, die parallel mit fünf Leuten chattet und abmacht, viel lieber konzentriere ich mich auf eine Person. So kam es, dass ich ihn angeschrieben habe. Er antwortete mir zwar, ich sei ein wenig jung, trotzdem begannen wir zu chatten. Tagelang, oft bis in die tiefe Nacht hinein. So merkte ich, dass er es wirklich ernst meint. Wer würde sonst so viel Zeit investieren?

Er: Drei Wochen nach dem ersten Kontakt trafen wir uns in einem Bowling-Center in Zürich. Mein erster Gedanke war: Das ist eine ganz Schöne. Und als ich merkte, dass sie auch noch einen tollen Charakter hat, aufgestellt und lustig ist, war mir schnell klar: Das ist eine Frau für die Zukunft.

Sie: Ich war überrascht, wie extrem offen Claudio auf mich zukam. Und wie gut wir miteinander reden konnten. In der Regel ist ja das erste Date verkrampft, man weiss nicht, was man sagen soll. Bei uns war es anders – als ob wir uns schon seit Jahren gekannt hätten. Zum zweiten Date bin ich dann zu ihm gefahren, und nach dem dritten Treffen waren wir offiziell zusammen. Er sagte mir das zwar nicht direkt, doch als ihn ein Freund anrief und ihn fragte, was er gerade mache, antwortete er: Ich bin bei meiner Freundin. Das gefiel mir natürlich.

Er: Sarah akzeptiert mich, so wie ich bin. Sie ist sehr temperamentvoll, spontan, lebenslustig, ein Familienmensch. Zudem ist es ja auch gut, jemanden um sich zu haben, der etwas von Medizin versteht. Wir schreiben uns jeden Tag ein kurzes SMS. Wir fragen nach, wie es dem anderen geht. Das ist schon speziell. Wir hatten noch überhaupt nie Streit.

Sie: Was ich an Claudio schätze? Am meisten, dass ich ihm vertrauen kann. Das ist sehr wichtig für mich. Ich zweifle keine Sekunde an seiner Treue. Vermutlich bin ich deshalb auch kein bisschen eifersüchtig, obwohl ich als Halbitalienerin dazu neige. Ich sagte früher immer: Ich will keinen Italiener, die sind mir zu eifersüchtig. Jetzt habe ich einen, aber er ist ganz anders. Claudio ist ein kleines Schlitzohr, aber doch sehr liebenswert. Und er ist sensibel, was ihn für mich noch interessanter macht. Unter Schlitzohr verstehe ich seine Wortgewandtheit, dass er mich gerne mit einem Spruch neckt. Er ist ein Mensch, der einem lieber seine Gefühle zeigt, statt darüber zu sprechen. Das ist gut so – manchmal wäre es aber schön, wenn wir etwas offener über seine Gefühle reden könnten.

Er: Vor kurzem bin ich von einer 4,5-Zimmer-, in eine 2,5-Zimmer-Wohnung gezogen, im gleichen Block. Es war schön, eine Zeit lang in einer derart grossen Wohnung zu leben – doch jetzt, wo ich mit Sarah zusammen bin, will ich Geld sparen, um später mit ihr etwas gemeinsam aufbauen zu können. Wir sind uns einig, dass wir in drei bis vier Jahren heiraten. Und wir wollen Kinder. Am liebsten zwei.

Sie: Die Heirat und die Kinder waren ziemlich schnell ein Thema für uns. Wir haben das miteinander besprochen. Im Laufe dieses Jahres werde ich den ersten Schritt machen und zu ihm ziehen.

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  Miriam Kuenzli

Die Rentner Hildegard Harren (65) und Bernhard Jaeger (76) aus Sins AG sind erst seit 3,5 Jahren ein Paar. Für beide ist ihre Liebe ein Neustart – ohne Trauschein. Aufgezeichnet von Carmen Schirm-Gasser

Sie: Ich hatte schon öfters Männer im Internet kennengelernt. Das ist relativ einfach, gerade wenn man mit Foto auf einer Plattform ist. Dann meldet sich andauernd jemand. Doch meist ist es nur bei einem Treffen geblieben, für mich hat es aber nie wirklich gestimmt. Bis Bernhard kam, über Friendscout24. Was für ein Wow-Effekt, als ich ihn zum ersten Mal sah: Endlich ein Mann, mit dem ich mir mehr vorstellen konnte! Wir merkten schon beim Telefonieren und beim Skypen, dass wir die gleichen Interessen und Gewohnheiten haben. Deshalb trafen wir uns nach der ersten Kontaktaufnahme relativ schnell.

Er: Unser erstes Treffen war am 25. August 2012, im Parkhotel in Zug. Daran erinnere ich mich noch ganz genau, das war schon sehr schön. Es ist ja schwierig, die richtige Partnerin zu treffen. Ich hatte etliche Frauen kennengelernt, aber immer wieder gedacht: Das lassen wir lieber sein. Oder es hat sich einfach verlaufen.

Sie: Er kam also nach Zug, wo ich damals lebte. Nach einem ersten Kaffee zeigte ich ihm die Stadt, und weil es irgendwann spät geworden war, lud ich ihn zu mir nach Hause ein, wo wir zusammen kochten. In den folgenden Monaten haben wir uns stets an den Wochenenden gesehen. Unter der Woche führte jeder sein eigenes Leben.

Er: Ich habe ihr dann die Schweiz gezeigt, Hildegard kannte sie ja kaum. Denn sie kommt ursprünglich aus Aachen. Wir machten zusammen Ferien, gingen wandern, ich fuhr mit ihrem Sohn Ski, während sie etwas anderes machte. Unsere Kinder waren froh, dass wir jemanden gefunden hatten. Auch Bekannte und Freunde nahmen uns gegenseitig mit offenen Armen auf.

Sie: An Bernhards Geburtstag, es war 2014, sagte er mir, sein sehnlichster Wunsch sei, dass ich zu ihm ziehe. In dem Moment, in dem er mir das sagte, war ich ein wenig überfordert. Ich hatte ja lange
alleine gewohnt. Also antwortete ich ihm, ich müsse erst mal darüber schlafen. Wenig später begann ich, mich nach einer Wohnung für uns umzusehen, ohne es ihm aber zu sagen. Es sollte eine Überraschung sein. Vor einem Jahr sind wir dann zusammengezogen, an einem neuen Ort. Es sollte für beide ein Neuanfang sein.

Er: Nochmals zu heiraten, kommt für uns beide nicht in Frage. Das ist nur ein Stück Papier. Uns geht es auch ohne gut. Ich bin seit 19 Jahren geschieden. Meine Ex-Frau und ich führten im Kanton Zürich lange Jahre zusammen ein Restaurant. Dabei lebten wir uns auseinander, nach 26 Jahren Ehe. Aber das ist lange her.

Sie: Auch ich habe die Vergangenheit hinter mir gelassen, damit bin ich im Reinen. Es dauerte drei Jahre, bis ich über die Trennung von meinem Mann hinwegkam, das war 2006. Wir waren 40 Jahre verheiratet, er verliess mich für eine andere Frau, die viel jünger ist. (lacht) Das kann mir mit Bernhard nicht passieren, er ist ja älter als ich.

Er: Ich liebe ihre Verlässlichkeit, ihre aufrichtige Art. Und natürlich gefällt mir auch ihr Äusseres sehr gut. Wenn ich mir ältere Fotos von ihr ansehe, muss ich sagen: Wow, die hätte mir schon damals gefallen. Unser Zusammenleben ist problemlos und war es von Anfang an. Wir verstehen uns, ohne genau zu regeln, wer was im Haushalt macht. Man muss die Arbeit halt sehen. Wenn man zusammen wohnt, ist das ein ständiges Nehmen und Geben.

Sie: Und ich liebe seine Zuverlässigkeit, Ruhe, Geduld und Hilfsbereitschaft. Wir unternehmen mit dem Auto gerne Reisen, nach Italien oder Deutschland. Weite Flugreisen machen wir keine mehr, Bernhard möchte nicht mehr so weit fliegen.

Er: Grosse Pläne haben wir keine. Das Planen habe ich verlernt – denn morgen kann schon alles wieder anders sein. Das Wichtigste ist, dass wir gesund bleiben. Und uns noch lange haben.

Publiziert am 12.02.2016 | Aktualisiert am 01.03.2016
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