Maja unverblümt Lesbe für eine Nacht

  • Aktualisiert am 03.01.2012

Vor ihrem Date mit Leonie, der lesbischen Königin der geilen Kommentare, fürchtete sich Maja vor Achselhaaren und Jeans-Gilets. Heute sagt die «Hete» unverblümt: Titten siegen klar vor Hoden.

Leonie und ich lernten uns über Facebook kennen. Durch einen gemeinsamen Freund. Sie war die Königin der geilen Kommentare. Also freundete ich mich mit ihr an.

«Pass uf, sie isch lesbisch», sagte der gemeinsame Freund. Leonie lesbisch?

Die süsse, geschminkte Blonde in High Heels? Die Lesben, die ich kenne und auch immer ein bisschen fürchte, erinnern an Mannsweiber wie Hella von Sinnen. Sie rasieren weder ihre Bikini-Zonen, noch ihre Achseln. Dafür ihre Köpfe. Ausserdem tragen sie Jeans-Gilets mit Harley Davidson-Prints drauf und benehmen sich machoider als meine Jugo-Cousins.

Ich wollte wissen, was dahinter steckt. Also datete ich Leonie. Letzten Freitag. Um 20 Uhr in einer Zürcher Schwulen-Bar.

Um 18 überlegte ich fieberhaft, ob ich mir die Beine rasieren und Lipgloss auflegen muss. Um 18.15 Uhr fragte ich mich, ob es schlimm ist, dass mein tollster BH gerade in der Wäsche war. Um 18.18 gestand ich mir meine Nervosität ein.

Um 18.19 Uhr bedauerte ich, dass meine Zeiten des Kiffens vorbei sind. Ein bisschen Gras hätte geholfen.

Pünktlich um 20 Uhr stand ich da. Mit durchsichtigem Lipgloss und viel Bling-Bling.

Ich erkannte Leonie sofort. Klein, zierlich, blond, Schmollmund. Männertraum.

Handshake? Umarmung? Drei Küssli? Titten an Titten? Au weia!

Leonie sprang auf, obilgate drei Küsschen. Alles easy – alles normal.

Wir bestellten Wein. Nach zwei gespritzen Weissen lachten wir wie zwei Teenies, die sich nach einem halben Schluck Alkopop sicher sind, sturzbesoffen zu sein. Irgendwann fasste ich meinen Mut zusammen und stellte die Frage, die schon seit Stunden in meinem Kopf schwirrte: «Leonie, bisch scho mal mit eme Maa im Bett gsi?». «Iiiihhhh nei», antwortet Superblondie.

Ob sie denn nie das Bedürfnis hatte, penetriert zu werden. «Wer hät denn gseit, dass ich nie penetriert wird?» Ich verstand nicht.

«Du Hete, häsch kei Ahnig, no nie was vo Umschnall-Dildos ghört?“, fragte sie. Ich zog die Augenbrauen hoch. Doch, kenne ich. Youporn Baby. Die Dinger hatten mir stets Schiss gemacht. Leonie lachte. Es sei toll, ich solle es mal probieren.

Der Lesben-Porno in meinem Kopf nahm seinen Lauf. Wäre ich wohl eher aktiv? Passiv? Ich weiss es nicht. Ob ich es jemals rausfinden werde, wage ich zu bezweifeln. Was ich aber nach einer durchzechten Nacht mit Leonie weiss:

  • Was für mich Jude Law ist, ist für Leonie die lesbische Tatort-Kommissarin.
  • Lesben mit Naturbusch zwischen den Beinen widern Leonie genau so an wie mich. «Da wür i echt vorher no en Maa näh».
  • Aus langjährigen Lesben-Paaren werden oft beste Freundinnen. Aus Ex-Heti-Paaren Weltmeister in «wer wäscht die noch dreckigere Wäsche?“
  • Leidet Leonie an Menstruationsbeschwerden, bringt ihr ihre Freundin eine Bettflasche und Schokolade. Leide ich, muss ich dem Mann eine Bio-Lektion von gefühlten drei Stunden erteilen, bis er vielleicht annähernd versteht, warum ich gerade die ganze Welt verfluche.

Toll ist, dass Lesben Klamotten tauschen können und sich keine Champions League anschauen müssen.

Am allermeisten beneide ich sie aber um Brüste. Nicht um ihre eigenen. Sondern um die ihrer Liebhaberinnen. Das würde ich mir auch wünschen. Brüste sind einfach super. Ich meine: «Titten versus Hoden» – Titten siegen klar. Sag ich – die «Hete».
Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).

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