Kunst, die schockte Der «Blaue Reiter» und die «Gelbe Kuh»

Die Fondation Beyeler präsentiert Werke der Maler-Gruppe, die vor hundert Jahren ihr Publikum schockte.

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Heute kostet ein Werk der Gruppe schnell mal 300 000 Euro. Damals hätten sich die Künstler an den Kopf gegriffen, wenn sie das gewusst hätten. Scheel beäugt von den Einheimischen, lebten sie WG-mässig in Murnau und München. Man zwitscherte gerne einen, die emanzipierten Frauen brüteten mit dem gleichen Eifer wie die Männer Kunsttheorien aus. Die führenden Köpfe waren Wassily Kandinsky und Franz Marc, die sich Anfang 1911 kennenlernten.

Kandinsky erinnert sich: «Den Blauen Reiter erfanden wir am Kaffeetisch, in der Gartenlaube in Sindelsdorf; beide liebten wir Blau. Franz Marc die Pferde, ich die Reiter.» Streit über die Malerei war ­Alltag. Farbe und Linien sollten ­«befreit» werden vom «Zwang», etwas Reales abzubilden und lieber  «geistige Inhalte» vermitteln. Die ersten Ausstellungen 1911 und 1912 waren ein Fiasko.

Die Leute, an «rich­tige» Landschaftsmalerei gewöhnt, schrien Zeter und Mordio. Die Tiersymbolik, bei der Kreatur und ­Natur in Traumsphären verschwimmen, hielten sie für Quatsch, die Bilder für Geschmier. Der Erste Weltkrieg 1914 zerstreute die Gruppe. Franz Marc fiel im Feld. ­Gabriele Münter ging ins Exil in die Schweiz. Ihr Lebensgefährte Wassily Kandinsky musste als «feindlicher Ausländer» zurück nach Russland. Ab 1917 meldete er sich nicht mehr bei ihr. Er hatte heimlich eine andere geheiratet.

Publiziert am 19.09.2016 | Aktualisiert am 19.09.2016
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