Kolumne von Style Writer Wäis Kiani Die Angst vor Monstern

Serienmuffel Kiani wurde bekehrt: durch die Netflix-Erfolgsserie «Stranger Things».

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Kennen Sie die Netflix-Serie «Stranger Things» schon? Jeder, den ich kenne, schaut sie, und alle finden sie wahnsinnig gut. Nicht nur, weil Winona Ryder nach langer Abwesenheit darin auftaucht und ihre Rolle als alleinerziehende Mutter mega gut spielt – und mich mit ihren fettigen Haaren, ärmlichen, versifften Kleidern und einem abscheulichen Zuhause komplett mitnimmt. Ich bin mit Winona eng verbandelt, denn genauso wie sie hatte auch ich in den 1990ern meine Hoch-Zeit. Damals war sie DIE rehäugigste Prinzessin Hollywoods, alle Jungs waren in sie verliebt, und alle Mädchen liebten sie. Jetzt kehrt sie in «Stranger Things» aus ihrer selbst gewählten Versenkung zurück – und erschlägt alle mit ihrer Performance. Die Serie hat so eine starke Energie, dass sogar Netflix-Muffel wie ich, meine Mitbewohnerin Irene und meine Mutter jetzt das Filmportal nutzen. Wie schlau von den Netflix-Verantwortlichen, mit einer einzigen Serie, von der es bislang erst eine Staffel gibt, Millionen neue Zuschauer zu gewinnen!

  • Zur Person

    Wäis Kiani, Schriftstellerin und Stil-Liebhaberin, schreibt jeden Sonntag über ihre Beobachtungen im Alltag. Ihr neues Buch «Die Susi-Krise» ist gerade im Piper-Verlag erschienen.

Schwachpunkt Jalousien

«Stranger Things» lässt alle fürchten, weil die Story wirklich sehr, sehr gruselig ist. Ich hatte mir die erste Folge spät abends alleine zu Hause auf dem Sofa angesehen – und mich gleich zu Anfang so krass erschrocken, dass ich die wichtigste Szene vorspulte: wo der kleine Junge, um dessen Verschwinden gehts in der Serie, mit seinem Bike in den Wald fährt. Ich erzählte Irene davon, und sie war bereit, mit mir die Folge nochmals von vorne anzuschauen. Und so fürchteten wir uns nun gemeinsam auf dem Sofa, mitten auf dem Land in Embrach.

Die zweite Folge war nicht minder spannend. Danach hatte ich Angst, das Serien-Monster könne sich nachts durch die Jalousien meines ebenerdigen Schlafzimmers drücken. Irene und ich sahen uns trotzdem die dritte Folge an, danach wollte sie schlafen gehen respektive mit ihrem Lover chatten. Dieser Teil endende aber derart spannend, dass ich mir ein Herz fasste und mich allein in die vierte zuschaltete.

Nach zehn Minuten kam Irene ins Wohnzimmer geschossen und schrie: «Wasss? Du schaust alleine?» Sie begann zu jammern, sie könne unmöglich länger wach bleiben, da sie im Gegensatz zu mir jeden Morgen früh zur Arbeit fahren müsse. Danach setzte sie sich hin und sah mit. Jetzt bin ich bei Folge fünf und suche jemanden, der mit mir weiterschaut, denn seit Donnerstag bin ich in Berlin auf Besuch bei meiner Schwester und Mutter. «Schaust du ‹Stranger Things›?», fragte ich zur Begrüssung Miss Violet. «Ja», antwortete sie, «mit Mama, alleine kann ich nicht.» «Cool», sagte ich, «dann schauen wir zusammen.» – «Wir sind aber erst bei Folge drei.»

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Wenn Sie wissen wollen, was ich hier in Berlin mache: Ich warte, bis die anderen bei Folge fünf ankommen, damit ich weitersehen kann.

Publiziert am 16.09.2016 | Aktualisiert am 16.09.2016
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