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Folglich ist das Recht auf freie Meinungsäusserung in unserem Land wichtig und schützenswert. In der Form von Leserbriefen wird aus meiner Sicht dieses Recht aber missbraucht. Nur, weil man sich äussern darf, heisst das doch nicht, dass man sich äussern muss, und seine Meinung dann auch noch drucken lässt!
Freie Meinungsäusserung hin oder her – Leserbriefe gehören abgeschafft und sicher nicht in eine Zeitung. Natürlich, niemand wird gezwungen, die Leserbriefe zu lesen.
Doch wenn ich eine Zeitung durchblättere und eine sinnlose oder dümmliche Überschrift lese, werde ich förmlich dazu gezwungen, den dazugehörigen Text zu lesen.
Man sollte den Leserbriefschreibern in einer Zeitung keine Plattform bieten, ihre Meinung kundzutun.
Da sich die Inhalte meist auf dem Stammtischniveau befinden, sollten sie auch dort geäussert werden: Am Stammtisch!
Oder, wer Freunde und Familie hat, die gerne zuhören, der soll sich doch vor denen über irgendwelche Journalisten und Artikel brüskieren. Für die ganz Einsamen gibt es sogar noch zahllose Internetforen, in denen wirklich jeder zu Wort kommt.
Leserbriefe sind nicht repräsentativ, sie dienen nur dazu, einer Handvoll Leuten, die ganz offensichtlich nicht sonderlich beschäftigt sind, eine Möglichkeit zu geben, sich öffentlich aufzuspielen.
Diese Leute sind offensichtlich davon überzeigt, dass ihre Meinung jemanden interessiert, dass sie vielen Menschen, welche die Zeitung lesen, aus der Seele sprechen. Sie irren sich. Vielleicht machen sie ihren Kollegen, die selber Leserbriefe schreiben, eine Freude.
Doch die tausend anderen Leser, die die Zeitung lesen, weil sie einverstanden sind mit dem Kontext der Artikel, oder die die Zeitung zwecks Information lesen und nicht, weil sie die Artikel von jemandem lesen wollen, der die gleichen Ansichten hat wie sie selber, denen ist mit Leserbriefen nicht geholfen.
Also bitte, liebe Leserbriefschreiber: Hört auf mit diesem Unsinn! Wenn ihr gerne schreibt und ihr findet, dass eure Meinung von allgemeinem Interesse ist und ihr wirklich etwas zu sagen habt, dann schreibt doch ein Buch oder werdet Journalisten!
Und liebe Zeitungen und Magazine: Druckt keine Ausflüsse von empörten und/oder gelangweilten Lesern mehr!
play
(SoBli)