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Im Engadin projizieren gewiefte Marketingleute ihre Werbebotschaft an den Piz Corvatsch. Die Aktion ist kein Unterhaltungsprogramm für tierische Alpenbewohner, die ihres Winterschlafs beraubt wurden. Sie will vielmehr auf ein Jubiläum aufmerksam machen.
Ein Riesen-Dia erhellt eine Fläche in der Grösse von vier Fussballfeldern auf 3000 Metern über Meer. Heimatschutz und Naturfreunde kritisieren den PR-Gag. Sie beklagen die nächtliche Lichtverschmutzung und den Missbrauch des Alpenpanoramas als Reklamefläche.
Entweder gefällt uns die nächtliche Illumination und wir fiebern mit, ob der Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde mit dem weltweit grössten Dia gelingen wird. Oder aber wir stören uns daran, dass die Nacht zum Tag wird.
Im zweiten Falle sollten wir jedoch auch auf die Fernsehübertragung des lichtbefluteten Nachtslaloms von Schladming verzichten und erst recht die unzähligen Feuerwerke der Silvesternacht ignorieren. Was wäre aber eine Silvesterfeier ohne zischendes Pfeifen und Knallen der Leuchtraketen?
Wir würden im warmen Wohnzimmer am Sektglas nippen und uns dabei mit den Vorsätzen zum neuen Jahr langweilen. Da stehe ich dann doch lieber frierend in der Nacht und blicke in den bunt erleuchteten Himmel. Für einmal will ich vergessen dürfen, was eigentlich ach so vernünftig wäre. Prosit Neujahr! Lassen wir uns verzaubern.
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Lichtverschmutzung oder gelungener Werbegag? Werbewand Piz Corvatsch. (Keystone)