Internationaler Tag der Jogginghose Diese Stars sind auf Streife

Drogenboss «El Chapo» Guzmán wurde in einem Adidas-Trainer verhaftet. Madonna trägt die Sporthose auf der Bühne, und Fidel Castro zieht sie nicht einmal für den Papstbesuch aus. Warum lieben Prominente den Sportanzug mit den drei Streifen?

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Hätte ein Mensch ein so zwiespältiges Image wie der Trainingsanzug, er müsste zum Psychologen. Kein anderes Kleidungsstück verkörpert so unterschiedliche Welten wie der Trainer. Die Stars tragen und lieben ihn. Gleichzeitig ist er Symbol des sozialen Untergangs. Oder wie Modezar Karl Lagerfeld (82) es ausdrückt: «Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.»

Erfunden wurde der Trainer in bester Absicht Ende der 1920er-Jahre. Der «Tracksuit» war aus Baumwolltrikot und sollte Sportler vor und nach dem Training warm halten. 1967 brachte der deutsche Hersteller Adidas das erste Modell mit den drei Streifen auf den Markt. Das Ensemble war leuchtend rot-weiss und hiess «Franz Beckenbauer».

Mitte der 80er-Jahre hievten Run-D.M.C das Tenue vom Sportplatz auf die Strasse. Die drei Jungs aus Queens, NY, waren Rapper der ersten Stunde. Sie trugen schwarze Adidas-Trainer, Superstar-Turnschuhe der gleichen Marke und um den Hals fette Goldketten. Hip-Hop war damals noch Klassenkampf und die Klamotten der Musiker eine Kampfansage an das Establishment. 1986 veröffentlichte Run-D.M.C den Song «My Adidas». Street­fashion war geboren und die Marke mit den drei Streifen Kult.

Wie also kam der Trainer zu seinem schlechten Image? Er ist einfach zu bequem. In ihm ist stundenlanges Fläzen auf dem Sofa kein Problem. Der Körper kann sich entfalten, nirgends eckt er an, die Gummibänder geben nach.

So wurde die Sportbekleidung zur Uniform der Marathon-TV-Gucker und Bierdosen-Heber – und entpuppte seine brutale Seite: Der Trainer kaschiert weder grosse Bäuche noch andere körperliche Mängel.

Auch für seine andere Trägerschaft, Stars wie Rihanna (27) oder Russell Crowe (51), ist die Adidas-Kombi eine Uniform. Sie signalisiert: Der Red Carpet ist weit weg, ich habe jetzt Freizeit, lasst mich und meinen Kleiderstil in Ruhe.

Im Fall von Fidel Castro (89) sind Auftritte im Trainingsanzug hingegen wohl verzweifelte Versuche, Rüstigkeit vorzutäuschen und zu suggerieren: Der grosse kubanische Revolutionär könnte noch locker Sport treiben. Wenn er nur wollte.

Publiziert am 21.01.2016 | Aktualisiert am 28.01.2016
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