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Vor zwei Jahren lebte ich als Reiseleiterin in der Türkei ein ausgesprochen geiles Leben. Eines mit wenig Arbeit, viel Strand und mit noch mehr protzigen Fünf-Sterne-Hotels, die ich betreute.
Es war an einem Mittwochmittag. Ich befand mich im luxuriösesten Hotel der Küste und hatte gerade meinen Job erledigt. Also wollte ich schnellstmöglich aus der hässlichen Uniform raus und meinen Bikini anziehen, der sich in meinem Auto befand. Ich holte ihn, verschwand im Hotel-Klo und zog ihn an. Der Weg zum Auto war so kurz, dass ich ihn todesmutig nur im Bikini und den hässlichen Uniform-Schuhen bewältigte.
Weil ich nur noch weg wollte, schmiss ich meine Tasche mit der Uniform in den Kofferraum und schmetterte diesen zu – und damit begann mein Albtraum. In der Tasche befand sich der Autoschlüssel. Ich hatte mich ausgesperrt und stand nun halbnackt, mit Cellulite am Arsch und ausgeleiertem Höschen da – vor dem edelsten Schuppen, in dem nur Louis-Vuitton-Gäste mit fetten Klunkern residieren.
Natürlich war mein Handy ebenfalls in der Tasche. Ich konnte nicht mal meine Kollegin anrufen, um sie zu bitten, mir Kleider zu bringen – oder die Welt untergehen zu lassen.
Ich hatte keine Wahl. Ich musste zur Reception, um von da aus die Autovermietung anzurufen, die für meine Scheiss-Karre zuständig war. Der abwertende Blick der prüden Receptionistin verfolgt mich heute noch. Sie drückte mir wortlos das Telefon in die Hand. Ich rief Mustafa, den Auto-Typen, an. Er versicherte mir, dass er in 20 Minuten da sein werde. Türkische zwanzig Minuten sind zwei Stunden.
Als er endlich kam, merkte er, dass er den Ersatzschlüssel vergessen hatte. Vollidiot! So mussten wir mit seinem Auto in irgendein abgefucktes Büro fahren. Ich sass auf dem Beifahrersitz. Ausgeliefert im Scheiss-Bikini. Auf einer sehr holprigen Strasse. Ob ich die Tatsache, dass mich meine Brüste bei jeder Unebenheit zu erschlagen drohten, am meisten hasste, oder Mustafas lüsterne Blicke oder vielleicht doch den Fakt, dass ich höchstdringend pinkeln musste, weiss ich nicht mehr. Aber es war ein krasses Kopf-an-Kopf-Rennen. Eines, das ich die nächsten 187 Leben nicht mehr erleben möchte.
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Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).