Maja unverblümt Ich, die Schwiegertochter?

  • Publiziert: 31.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

Maja unverblümt bekommt für einmal selber ein unverblümtes Angebot – von einer Mutter, die ihren Sohn an die Frau bringen will. Lesen Sie den «verschwiegerten» Mail-Verkehr.

Liebe Maja unverblümt

Ich bin ein grosser Fan von dir. Hätte ich eine Tochter, würde ich mir wünschen, sie wäre so wie du. Doch statt Mädchen habe ich zwei Söhne bekommen. Und damit bin ich schon bei meinem Anliegen. Ich will mich bei dir als Schwiegermutter bewerben. Als Gegenleistung biete ich dir meinen Sohn Rico. Er ist 32 Jahre alt, gross, gut gebaut und selbständig. Er steht auf Rap-Musik, surft und spielt Klavier. Mehr will ich nicht vorweg nehmen und rate dir, dich mit ihm zu treffen. Ich verspreche dir, dass du es nicht bereuen wirst.

Viele Grüsse,

Dagmar Benz


Sehr geehrte und lustige Frau Benz

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben, das mich sehr gefreut hat. Vor allem, weil ich Schwiegermütter in spe grundsätzlich nicht mag. Das liegt daran, dass Mamas meist noch verknallter in ihre Söhne sind als ich. Sie hingegen verticken Ihren Sohnemann ziemlich locker. Sehr sympathisch.

Bevor ich mich aber auf Ihren Prachtbuben einlasse, sollten Sie wissen:
  • Das Führen eines Haushalts langweilt mich. Rico müsste in Zukunft einkaufen, kochen und putzen.
  • Falls Sie wollen, dass wir jeden Sonntag bei Ihnen dinieren: Vergessen Sie’s. Bei Verpflichtungen gerate ich stets in Atemnot.
  • Sollte ich Rico heiraten, müssen Sie wissen, dass ich kein Hochzeitskleid unter 15 000 Stutz anziehe.
  • An Weihnachten gucke ich drei Tage «Sissi» und wünsche nicht eingeladen zu werden.

Falls Sie mich jetzt immer noch von einem Date mit Ihrem Sohn überzeugen wollen, bitte ich Sie, mir folgende Fragen ehrlich zu beantworten:
  • Kann er mir Lionel Richies «Hello»-Song in abgefuckten Jeans und nacktem Oberkörper auf dem Klavier vorspielen?
  • Darf ich mir in seinem Auto die Fussnägel lackieren und dabei alte Madonna-Songs singen?
  • Bringt er mir Taschentücher, wenn ich bei «GZSZ», «Grey‘s Anatomy» oder «Popstars» in Tränen ausbreche?
  • Darf ich meinen «Hello Kitty»-Duschvorhang behalten?
  • Zieht er wie ich ein Döner-Kebap-Picknick auf dem Üetliberg einem 5-Gänger in einem Gourmet-Restaurant vor?
  • Würde er mitten in der Nacht zur Tankstelle fahren, um mir Schokolade, Tampons und Zigaretten zu holen?

Und wenn wir schon dabei sind, liebe Frau Benz, hat auch meine Familie ein Wörtli mitzureden. Mein Papa will wissen, ob Rico trinkfest ist. Muss er sein. Papi steht eben auf Sliwowitz. Mama lässt fragen, ob sie möglichst sieben Tage die Woche 24 Stunden auf unsere Kinder aufpassen darf. Und meine Schwester, sowie meine beste Freundin wollen wissen, ob Ihr zweiter Sohn auch ein Jackpot ist.

Jetzt freue ich mich auf Ihre Antwort, und wer weiss, vielleicht steht unserem Schwiegermutter-Schwiegertochter-Wellness-Weekend nichts mehr im Weg. Natürlich auf Ihre Kosten.

Herzlichst,

Maja
play Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).

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