Hipster entdecken die Welt ihrer Grosseltern Wir sind wieder bieder

Hipster sehnen sich nach der Geborgenheit der «guten alten Zeit» zurück. Der Reiz der Kleinbürgerlichen hat es ihnen angetan.

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Lange war Biederkeit ein Schimpfwort. Die Generation, die zwischen Gummibaum und Wohnwand aufwuchs, verspottete ihre wertkonservativen Eltern als Spiesser. Und heute? An der diesjährigen «Maison et Objet» in Paris, der grössten Interiormesse der Welt, zeigten Aussteller Möbel und Wohnaccessoires wie zu Grossmutters Zeiten.

Vor allem urbane junge Erwachsene entdecken den Reiz des Kleinbürgerlichen. Sie trinken keinen Latte Macchiato bei Starbucks, sondern brühen sich ihren Filterkaffee selber. Während sie in der Tasse rühren, strecken sie die Beine auf dem Teppich aus, der unter dem Tisch liegt. Denn mit einem Teppich wirkt der Raum doch viel gemütlicher als mit blankem Parkett.

Vor der tapezierten Wand baumelt eine Zimmerpflanze in einer Makramee-Ampel. Die ist selbst geknüpft. Denn do it yourself ist ein grosses Bedürfnis der Generation Digital Natives (digitale Ureinwohner), die in einer Computer dominierten Welt aufgewachsen ist und wenig mit den Händen arbeitet. Abends im Restaurant gibts Riz Casimir. Schliesslich setzt das Szene-Lokal auch auf Altbewährtes, da passt der Schweizer Klassiker aus den 50er-Jahren bestens ins Konzept.

Woher rührt die Sehnsucht nach Gummibaum und Wohnwand? Ursprung der Rückbesinnung ist Verunsicherung, ausgelöst durch Umbrüche und einem Gefühl der Entwurzelung. Die Welt ist so gross geworden, dass sie im Privaten schrumpfen muss, um Sicherheit und Geborgenheit auszustrahlen.

Publiziert am 17.02.2016 | Aktualisiert am 17.02.2016
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Erobert Riz Casimir wieder die Menükarten?

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8 Kommentare
  • Peter  Siegrist aus Meikirch
    , via Facebook
    17.02.2016
    Heieiei, Frau Leinhard, da haben Sie aber ein echtes Ei gelegt: Ich bin 74 Jahre alt, und diese von Ihnen zitierte Geborgenheit habe ich so nicht erlebt! Die Sechziger: Das waren die Beatles, Jimmy Hendrix, Janis Joplin, RAF, Studentenunruhen, Paris in Flammen.... Das waren tolle Jahre, da lief deutlich mehr als heute! In unserer Jugend war auch erstmals die Umwelt ein Thema. Und diese Hipsters? Die sind ein müder Verein in einer phantasielosen Gesellschaft! Die bilden nichts ab!
  • Sandro  Müller 17.02.2016
    Menschen ohne Individualität und Persönlichkeit. Immer irgendwelchen Trends folgen und wie die Lemminge über die "Klippe" springen...
  • Thomas  Hager aus Luzern
    17.02.2016
    Wieso wollen eigentlich Hipster wie Islamisten aussehen?
  • Aegerter   Fritz aus Luzern
    17.02.2016
    Weil der Körper, Seele wie auch immer, merkt dass das was abgeht zu viel ist un er sich zurückziehen und erholen muss. Und da greifen wir auf umfelder zurück wo wir uns wohl fühlen.
  • benjamin  sommer 17.02.2016
    Ja, aber die Hipster machen das nicht mit der bierernsten Spiessigkeit der 50er/60er, sondern mit einem ironischen Augenzwinkern. Das ist lustig gemeint