Gurlitt-Erbe Zwei Raubkunst-Bilder der Gurlitt-Sammlung gehen an Erben

München – Die Suche nach möglicher NS-Raubkunst und den ursprünglichen Besitzern von Bildern aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt ist mühselig. Ein Jahr nach Gurlitts Tod gehen nun die ersten Bilder an Erben.

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Die beiden Werke «Zwei Reiter am Strand» von Max Liebermann und «Sitzende Frau» von Henri Matisse können den Erben der früheren jüdischen Besitzer definitiv übergeben werden. Der Nachlasspfleger hatte die Herausgabe der beiden Werke schon im März beantragt. Die zuständige Rechtspflegerin habe dies am Dienstag genehmigt, teilte das Amtsgericht München mit.

Da um das Erbe des Kunstsammlers noch immer gestritten wird, mussten die potentiellen Erben erst der Rückgabe zustimmen. Diese Zustimmung liege nun vor, teilte das Gericht mit. Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte die Verträge für die Rückgabe vor Wochen unterschrieben. An wen die Bilder gehen, wurde aus Datenschutzgründen nicht bekanntgegeben.

Der im Mai 2014 verstorbene Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt hatte sein gesamtes Vermögen dem Kunstmuseum Bern vermacht. Gurlitts Cousine Uta Werner ficht das Testament allerdings an, der Entscheid liegt beim Oberlandesgericht München.

Mindestens zwei weitere Gemälde stehen nach Angaben von Grütters zur Herausgabe an Erben an. Auch bei «La Seine vue du Pont-Neuf, au fond le Louvre» («Die Seine, von Pont-Neuf aus gesehen, im Hintergrund der Louvre») von Camille Pissarro und bei dem Carl-Spitzweg-Bild «Das musizierende Paar» wurde der Verdacht auf Raubkunst bestätigt.

Laut einer Vereinbarung zwischen Deutschland und dem Kunstmuseum Bern liegt der Teil der Sammlung, der unter Raubkunst-Verdacht steht, in der Verantwortung des Bundes.

Cornelius Gurlitt, Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, stand mit seiner Sammlung von mehr als 1500 Bildern in München und Salzburg monatelang im Zentrum einer Debatte um Nazi-Raubkunst. In Gurlitts Schwabinger Wohnung waren vor drei Jahren rund 1280 Kunstwerke gefunden worden, 238 weitere erst zwei Jahre später in seinem Haus in Salzburg. (SDA)

Publiziert am 12.05.2015 | Aktualisiert am 12.05.2015
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