Was passiert, wenn Computer ganze Städte leiten und die von ihnen erhobenen Daten durch private Firmen ausgewertet werden? Dieser Frage geht der innovative Agententhrillen «Watch Dogs» nach. Wir haben das Spiel angeschaut.
Übersicht
In «Watch Dogs» schlüpft der Spieler in die Rolle des Agenten Aiden Pearce, der im Auftrag einer Privatfirma Personen ausschaltet. Da die Städte inklusive Ampeln oder U-Bahnen ebenfalls unter der Kontrolle der gleichen Firma sind, kann der Protagonist sich die Stadt zu Nutze machen und diese sogar als Waffe einsetzen. Das Game spielt dabei in einer offenen Welt, die so interaktiv ist, wie wir es bisher in noch keinem anderen Spiel gesehen haben.
Gameplay
Im gezeigten Ausschnitt muss Pearce in Chicago den Verbrecher Joseph DeMarco erledigen, der gerade auf dem Weg in einen Club ist. Als allerdings der Agent ebenfalls das Lokal betreten will, wird er vom missmutigen Türsteher aufgehalten. Auf dem normalen Weg ist also kein hineinkommen. Zum Glück bekommt der Gorilla kurze Zeit später einen Anruf, den man allerdings mit einem Handy-Störsender ebenso schnell wieder beendet. Auf der Suche nach Empfang, entfernt sich der Türsteher schliesslich von seinem Posten, worauf der Agent unerkannt hinein schleichen kann.
Unglaublich der Detailreichtum: So lässt sich tatsächlich jedes Handygespräch abhören. Diese sind durch Symbole angezeigt, die sich anwählen lassen. Weiter wird zu jeder Person, von denen es alleine in der kurzen Demo Hunderte gab, aufgrund ihres digitalen Fingerabdrucks ein kurzer Steckbrief eingeblendet. Dieser besteht aus Namen, Beruf, Jahreseinkommen und einer verdächtigen Eigenschaft. So erfährt der Agent, wer HIV-positiv oder glückspielsüchtig ist. Auch Raucher oder Wähler der US-Demokraten wirken aus Sicht der Firma suspekt. Hier zeigt das Spiel durchaus seine zynische Seite. Auch die Prozentchance auf gewalttätiges Verhalten ist bei gewissen Personen zu erkennen, wobei die Zahl sichtbar ansteigt, je näher man ihr kommt.
Nach Gesprächen mit einem Kontakt und einer Mitarbeiterin von DeMarcos Firma gelangt Aiden schliesslich zum Verbrecher. Dieser ergreift allerdings die Flucht und fährt mit dem Auto davon. Doch glücklicherweise kann unser Held auch die Ampeln der Stadt manipulieren. Indem er auf allen vier Seiten einer Kreuzung die Lichter auf grün schaltet, verursacht Aiden eine riesige Massenkarambolage, in die auch DeMarcos Auto verwickelt wird. Mit einer Schiesserei, in denen man hinter den Schrotthaufen in Deckung geht, kann der Held schliesslich seinen Auftrag erfolgreich beenden.
Hinter verschlossenen Türen zeigten uns die Entwickler noch ein spezielles Gimmick. So soll parallel zum Spiel auch eine App für Tablets erscheinen. Mit dieser kann man ins Spiel von Leuten auf der Freundesliste einsteigen und so auf einem Stadtplan ihren Aufenthaltsort feststellen – und zwar in Echtzeit. Noch besser: Das Spiel des «Betroffenen» lässt sich beeinflussen, indem man zum Beispiel die Ampel an der nächsten Kreuzung manipuliert und so seinem Kollegen das Leben schwer macht.
Vom Ersteindruck her ist «Watch Dogs» der beste Titel, der sich momentan in Entwicklung befindet. Die unzähligen Möglichkeiten in der riesigen Stadt mit der Umgebung zu interagieren beeindrucken. Zudem zeichnet das Game ein düsteres Bild einer Zukunft, die mit den Daten, die wir täglich in Facebook und Co. hinterlassen, durchaus realistisch erscheint. Grafisch sah das Ganze hervorragend aus, wobei das Spiel während der Präsentation noch auf einem aufgerüsteten PC und nicht auf einer Konsole lief. Erscheinen soll der Titel im nächsten Jahr für PC, PS3 und Xbox 360.
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