«Virginia» im Test Wortlos zurück in die 90er-Jahre

FBI-Agenten, die einen Vermisstenfall lösen und dabei auf skurrile Figuren und übernatürliche Begebenheiten treffen – klingt bekannt? Kein Wunder: Das Game «Virginia» orientiert sich stark an 90er-Jahre-Serien wie «Akte X» oder «Twin Peaks». Leider kommt das Adventure qualitativ nicht ganz an seine Vorbilder heran.

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Übersicht

Anne Tarver ist frischgebackene FBI-Agentin, und als solche bekommt sie gleich ihren ersten Fall: Im Dorf Kingdom im US-Bundesstaat Virginia wird der Teenager Lucas Fairfax vermisst. Zusammen mit ihrer Berufskollegin Maria Halperin soll sie den Fall untersuchen. Doch schon bald tritt dieser in den Hintergrund, denn Halperin scheint mehrere dunkle Geheimnisse zu besitzen. Und auch in Kingdom selbst geht es immer mysteriöser zu und her.

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Gameplay: So spielt sich «Virginia»

Das hat uns gefallen

Obwohl «Virginia» komplett ohne Worte auskommt, erzählt es eine tolle Geschichte, die Verlauf immer abgedrehter wird. So sind einige Szenen dabei, die stark an das surreale Serien-Meisterwerk «Twin Peaks» von David Lynch erinnern. Dabei hält man sich auch hier nicht an fixe Erzählstrukturen. Stattdessen wird die Story mit vielen Rückblenden und abrupten Schnitten innerhalb der Szene erzählt. Wer nicht genau bei der Sache ist, könnte schnell ein entscheidendes Element verpassen. Auch sonst lässt das Spiel viel Raum für eigene Deutungen und Interpretationen offen.

Dabei ist das Tempo für ein Spiel angenehm hoch. «Virginia» hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf, und so hat man das Gefühl, dass jede Szene ihre Berechtigung hat. Und auch wenn das Spiel total wortlos ist, gibt es doch viele Informationen in schriftlicher Form. Etwa wenn Anne im FBI-Archiv nach Informationen zu ihrer Kollegin Maria Halperin sucht.

Das hat uns genervt

Spielerisch ist «Virginia» superlinear. So kann Anne kaum mit der Umgebung interagieren, sondern immer nur die auf den ersten Blick offensichtliche Handlung vollziehen. Abgesehen von der Wahl der Kameraperspektive hat man so als Spieler kaum Einfluss. Auch mit den fehlenden Dialogen ist «Virginia» eher ein interaktiver Animationsfilm als ein eigenständiges Spiel. Und dieser ist mit knapp zwei Stunden auch noch ziemlich kurz geraten. Es gibt einzig ein paar optionale Gegenstände aufzulesen, wie zum Beispiel Blumen, die später in Annes Wohnung zu finden sind.

Um die fehlenden Worte auszugleichen, setzt das Game zum einen auf viele schriftliche Dokumente, um dem Geschehen etwas Hintergrund zu geben. Zum anderen setzt es aber auch auf die Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen seiner Figuren. Und dafür sind die Grafik und auch die Charakteranimation schlicht zu einfach gehalten, als dass man die Körpersprache immer richtig deuten könnte.

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Fazit

Das Abenteuer ist absolute Geschmacksache. So ist weder die Grafik besonders toll. Und auch sonst kommt «Virginia» absolut minimalistisch daher. Zudem hat man als Spieler keinen Einfluss auf die Geschichte und bei vielen in der Umgebung sichtbaren Objekten, wie etwa dem Computer in Annes Wohnung, wünscht man sich, man könnte etwas mit ihnen anfangen. Demgegenüber stehen aber eine tolle Geschichte und eine liebevolle Hommage an die 90er-Jahre, die auch mit einem passenden Soundtrack aufwartet. Fans von «Twin Peaks» können deshalb gerne einen Kauf riskieren.

Wertung von «Virginia»

6 von 10 aufgeklärten Entführungsfällen

Virginia, für PC, PS4 und Xbox One, ab 12 Jahren

Publiziert am 11.10.2016 | Aktualisiert am 12.10.2016
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