«Uncharted 4 – A Thief’s End» im Test (PS4) So spielt sich der grosse Action-Knaller

Mit «Uncharted 4 – A Thief’s End» erscheint morgen der letzte Teil der grandiosen Reihe um den Schatzjäger Nathan Drake. Wir haben das Game bereits durchgespielt und wissen, ob der charismatische Draufgänger auch in seinem letzten Einsatz einen spielerischen Goldschatz hebt.

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Übersicht

Nach drei erfolgreichen, aber finanziell nicht sehr einträglichen Schatzsuchen hat sich Nathan Drake mit seiner Frau Elena Fisher zu Ruhe gesetzt und führt als professioneller Taucher ein ganz normales Leben. Eines Tages steht aber sein älterer Bruder Sam auf der Matte. Der hat 15 Jahre im Panama-Knast verbracht und konnte nur mit der Hilfe eines Drogenbarons ausbrechen. Als Gegenleistung verlangt dieser die Hälfte des Schatzes des legendären Piraten Henry Avery. Liefert Sam die 200 Millionen Dollar nicht ab, blasen nach drei Monaten Kartell-Killer zur Jagd auf ihn. Sams Problem: Er hat keine Ahnung, wo sich der Schatz befindet. Nathan lässt sich darum noch ein letztes Mal zu einem Abenteuer überreden. Allerdings ist dieses nicht ungefährlich. Denn die Söldner der Privatarmee Shoreline gehen über Leichen, um den Schatz für sich zu heben.

 

Das hat uns gefallen

Bereits in den ersten Minuten merkt man, wieviel Mühe die Entwickler von Naughty Dog in das Game gesteckt haben. Die teils sehr weiträumigen Umgebungen sehen absolut grandios aus. Wenn Nathan an den Zeigern einer Kirchenuhr hängt, ist darunter die Stadt in allen Details zu erkennen. Auch eine Jeeptour durch die Savanne von Madagaskar bietet haufenweise Sujets, um die Screenshot-Funktion des Spiels ausgiebig zu nutzen. Kommt dazu, dass wir auch bei heftigen Feuergefechten keine Einbrüche bei der Framerate feststellen. So ist Nathan Drakes neustes Abenteuer zurzeit technisch das ausgereifteste Spiel für die PS4.

Auch spielerisch vermag «Uncharted 4 – A Thief’s End» zu gefallen. Eine Parcouring-Szene über die Dächer eines Gefängniskomplexes spielt sich besser und flüssiger als alles, was wir bisher bei «Assassin’s Creed» gesteuert haben. Auch die nicht mehr ganz so häufigen Schiessereien steuern sich problemlos. Zusätzlich hat man nun die Möglichkeit, sich im hohen Gras zu verstecken und die Gegner unerkannt auszuschalten oder an ihnen vorbeizuschleichen. Zudem lässt sich einstellen, ob Nathan beim Zielen die Feinde automatisch ins Visier nehmen soll oder nicht. Einzig die Fahrzeug-Steuerung mit dem Jeep bedürfte für ein nächstes Spiel noch etwas Überarbeitung.

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Die Geschichte ist rundum gelungen. Mit einigen Rückblenden wird ein grosser erzählerischer Bogen geschlagen, der nicht nur die aktuelle Schatzsuche, sondern auch die familiären Verhältnisse von Nathan und Sam beleuchtet. Klar bietet das leichtfüssige Action-Abenteuer nicht eine so tiefe Charakterstudie wie das todernst-traurige «The Last of Us», das ebenfalls von Naughty Dog stammt. Trotzdem wird hier der Story auch in Form von längeren Zwischensequenzen im Vergleich zu den anderen «Uncharted»-Ausgaben der meiste Platz eingeräumt , was durchwegs perfekt genutzt wird.

Kommt dazu, dass es zu mehreren überraschenden, aber durchaus plausiblen Wendungen kommt. Der etwas rauhere und dauerschlotende Sam ist eine perfekte Ergänzung zum ewigen Sonnyboy Nathan, was im Verlaufe des Spiels zu einigen witzigen Dialogen führt. Den besten und bisher umfangreichsten Auftritt hat aber Elena Fisher, bei der zum Beispiel ein abschätziger Blick mehr als tausend Worte sagt – was sicher auch ihrer Motion-Capture-Darstellerin Emily Rose («Haven») zu verdanken ist.

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Das hat uns genervt

Die pure Action kommt in «Uncharted 4» etwas zu kurz. Abgesehen von der im Video zu sehenden spektakulären Auto- und Töffverfolgungsjagd sucht man ähnliche Szenen vergebens. Hier hatte speziell der zweite Teil mit dem über die Klippe hängenden Bahnwagen oder dem Helikopter-Gefecht in Kathmandu inklusive einstürzender Gebäude mehr zu bieten.

Trailer zu «Uncharted 4 – A Thief's End»

 

Die offeneren Levels sind ein zweischneidiges Schwert. Zwar ist das Design so gut, dass man oft ziemlich schnell weiss, wo es als nächstes weitergeht. Trotzdem ist das Tempo in «Uncharted 4» etwas langsamer als in früheren Teilen. Besonders in der zweiten Hälfte gibt es einige Längen. Zusätzlich laden die offenen Abschnitte natürlich zum Erkunden ein. Allerdings ist das Spiel seit jeher darauf ausgelegt, dass gefundene Schätze hübsche Boni wie neue Grafik-Effekte oder Artworks freischalten. Da es im Spiel selbst aber keine neue Vorteile gibt, hält sich die Motivation, sämtliche Ecken und Enden der Umgebungen zu erkunden, sehr in Grenzen. 

Fazit

Zwar bleibt das brillante «Uncharted 2 – Among Thieves» als eines der besten Playstation-Spiele aus unserer Sicht weiterhin unerreicht. Trotzdem ist «Uncharted 4 – A Thief’s End» ein würdiger und befriedigender Abschluss der Reihe, der vor allem mit einer gelungenen Story aufwartet, die technisch absolut perfekt inszeniert ist. Mit rund 15 Stunden Spielzeit gibt es hier den grössten Umfang, auch wenn dieser oft mit einen Tick zu lang geratenen Kletterabschnitten und zu vielen simplen Kistenrätsel erkauft wird. Nathan Drakes letztes Abenteuer setzt sich innerhalb der Reihe aber klar an die zweite Stelle und ist – auch mit dem aktuellen «Tomb Raider» als Konkurrenz – das bisher beste Action-Adventure der aktuellen Konsolengeneration. Und als solches schrammt es nur ganz knapp an einer 10er-Wertung vorbei.

Wertung: 9 von 10 lustvoll zwischen den Helden ausgetragenen Wortgefechten

Uncharted 4 – A Thief’s End, ab 10. Mai 2015 für PS4, ab 16 Jahren

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Publiziert am 09.05.2016 | Aktualisiert am 09.05.2016
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