«The Last Guardian» im Test Hochs und Tiefs im Minutentakt

Kein Spiel in diesem Jahr lässt uns so oft zwischen Lust und Frust schwanken wie «The Last Guardian». Eigentlich würde das Spiel mit seiner Technik im Wertungskeller verschwinden, hätte es nicht eine der spektakulärsten Figuren der jüngeren Game-Geschichte zu bieten.

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«The Last Guardian» kaufen

«The Last Guardian» für PS4 bei Digitec kaufen (74 Franken)

Übersicht: Das ist «The Last Guardian»

2009 zeigten die «Shadow of the Colossus»-Entwickler von Team Ico den ersten Trailer zu ihrem «The Last Guardian». Satte sieben Jahre später erscheint nun das Spiel endlich auf der PS4. Nach dem Durchzocken beschleicht uns das Gefühl, dass die Wartezeit mit Absicht so lange war. Denn auch das Game selbst hat das Zeug dazu, ungeduldige Benutzer in den Wahnsinn zu treiben.

 

Die Story ist simpel: Ein kleiner Junge erwacht in einer unterirdischen Höhle – und das nicht ganz alleine. An seiner Seite liegt eine riesiges Tier, das mit seiner Mischung aus Katze, Hund, Huhn und Drachen an ein Fabelwesen erinnert. Obwohl sie eigentlich natürliche Gegner sind – die sogenannten Tricos sind bekannt dafür, Kinder zu fressen – muss das ungleiche Paar zusammenarbeiten, um aus dem gemeinsamen Gefängnis zu entkommen.

Gameplay: So spielt sich «The Last Guardian»

Das hat uns gefallen

Das Spiel hat vielleicht nur einen, dafür aber gigantischen Pluspunkt: Trico. Das Fabelwesen sieht grossartig aus und ist auch perfekt animiert und vertont. Wenn ihm etwas nicht passt, gibt es ein lautes Röhren von sich und seine Federn sträuben sich. Nach einem Kampf springt es vor Aufregung wie eine Katze wild in der Gegend herum. Und zwischendurch guckt es mit seinen treuherzigen Augen so süss in die Kamera, dass man ein Herz aus Eis haben muss, um sich hier emotional nicht angesprochen zu fühlen.

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Zudem gelingt es dem Spiel hervorragend, die wachsende Beziehung zwischen dem Jungen und seinem riesigen Begleiter mit vielen kleinen Momenten darzustellen. Zu Beginn des Spiels schubbst Trico den Jungen noch weg, wenn dieser ihm einen Pfeil herauszieht. Und erst mit der Zeit frisst das Fabelwesen die Nahrung aus Fässern, wenn sich das Kind in seiner Umgebung befindet. Zudem merken beide, dass sie auf den anderen angewiesen sind und beginnen, einander mit der Zeit immer mehr zu helfen und schliesslich auch gegenseitig das Leben zu retten.

Die Story startet zwar furchtbar langsam und nimmt erst mit einer längeren Rückblende in der zweiten Hälfte des Spiels richtig Fahrt auf. Dabei darf man kein Meisterwerk erwarten, allerdings passt auch die Geschichte perfekt zum leicht melancholischen Grundton des Abenteuers.

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Das hat uns genervt

So süss Trico zeitweise ist, so nervig kann das Tier ebenfalls sein. So lernt man im Laufe des Spiels einige Befehle, um ihm Kommandos zu geben. Allerdings scheint es rein zufällig, ob Trico diese auch befolgt. Die einen mögen es Realismus nennen – wir nennen es eine spielerische Zumutung. Besonders weil man zu keiner Zeit sicher ist, ob sich Trico nur mal wieder über Minuten hinweg jeglichen Befehlen verweigert oder ob man das Rätsel falsch verstanden hat. Und falsch zu verstehen gibt es hier vieles. So können wir zum Beispiel Trico nur an von den Entwicklern geplanten Stellen zum Männchen machen bewegen, um so auf eine höhere Ebene zu gelangen.

Dumm zudem, dass das Rätseldesign irgendwo zwischen langweilig und unfair schwankt. Andere Spiele geben einem eher das Gefühl, dass man vor allem dank Grips weiterkommt. Kommt dazu, dass auch technische Mängel auf die Qualität drücken. Die Umgebungen sind oft nicht wahnsinnig detailreich gestaltet. Und mit der Kamera führt man einen ständigen Kampf, da es diese nur selten schafft, das Geschehen aus einem gelungenen Winkel einzufangen.

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Fazit

Sind wir froh, dass wir «The Last Guardian» gespielt haben? Auf jeden Fall, denn das Abenteuer des Jungen und seines Begleiters Trico strahlt so viel Charme aus, dass man sich diesem kaum entziehen kann. Würden wir das Abenteuer nochmals in Angriff nehmen? Nie und nimmer! Zu oft sassen wir über Minuten sinnlos bis ratlos vor dem Fernseher. Hätte der Junge statt Trico eine lange Leiter dabei gehabt, hätte das rund zwölfstündige Abenteuer wohl nur halb solang gedauert. So bleibt vom heisserwarteten Adventure ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück.

Wertung zu «The Last Guardian»

7 von 10 von einem Fabelwesen ignorierte Kommandos

The Last Guardian, für PS4, ab 12 Jahren

Publiziert am 12.12.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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