Test: Bioshock 2 Wasser im Getriebe

  • Publiziert: 01.03.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Martin Steiner

Der Shooter «Bioshock 2» führt den Spieler zurück nach Rapture. Die aus dem ersten Teil bekannte surreale Unterwasser-Welt strahlt dabei nicht mehr ganz den gleichen Reiz aus.

Übersicht
Ursprünglich wurde die Unterwasserwelt Rapture erbaut, um der Elite der Welt eine neue Heimat zu bieten, wo sie ohne Steuern zahlen zu müssen ihre eigenen Ideen verwirklichen können. Die Idee ging schief. Die Bevölkerung mutierte zu einem Haufen Splicern, Drogensüchtigen, die sich gegenseitig den Kopf einschlagen. Davon profitieren die so genannten Little Sisters, die von toten Splicern die Genmasse – auch als Adam bekannt – absaugen und dann ihrem Besitzer bringen.

Bewacht werden die Little Sisters von Big Daddys, riesigen Ungetümen, deren Köpfe wie Tauchkugeln aussehen. Der Spieler schlüpft in «Bioshock 2» in die Rolle des ersten je erbauten Big Daddy. Im Gegensatz zu seinen «Artgenossen» besass dieser bis zu einem gewissen Grad noch einen eigenen Willen. Dank dem Umgang mit verschiedenen Schuss-Waffen und einem Bohrer kann er sich in der surrealen Art-Deco-Welt von Rapture zur Wehr setzen.

[+] Verfeinertes Gameplay
Im Gegensatz zu Jack Ryan im Vorgänger kann der neue Held gleichzeitig seine Waffen und die Spezialfertigkeiten nutzen. Dies macht das Spiel um einiges schneller und actionlastiger. Neu auch die Methode, um Verkaufsautomaten oder Sicherheitskameras zu hacken: Im Gegensatz zum Röhrenverlegen im ersten Teil, gilt es jetzt nur noch einen sich bewegenden Zeiger im markierten Bereich zum Stoppen zu bringen – was den Spielfluss nicht gar so krass unterbricht.

[+] Spassige Mechanismen
Während die Little Sisters im ersten Teil nur als Adam-Lieferanten dienten, spielen sie im zweiten Teil eine grössere Rolle. Sobald man den sie bewachenden Big Daddy besiegt hat, lassen sie sich adoptieren. Danach zeigen sie die Route zu toten Splicern, die noch Adam übrig haben. Während die Little Sister das Adam gewinnt, rennen andere Splicer an, gegen die es die kleine Ausbeuterin zu verteidigen gilt. Erst danach kann man wie im ersten Teil auswählen, ob man sie aus der eigenen Obhut entlassen will oder ihr das Adam aussaugt. Das Bewachen der Little Sisters vor den Splicern gehört zu den anspruchsvollsten Kämpfen im ganzen Spiel.

[+] Grafische Pracht
Die im Art-Deco-Stil gehaltene Unterwasser-Stadt Rapture präsentiert sich in «Bioshock 2» noch glanzvoller als im ersten Teil, was vor allem auf den erhöhten Detailreichtum zurückzuführen ist. So liegt in der sich zersetzenden Stadt überall Gerümpel rum und an allen Ecken und Enden beginnt der Lack der einst klinisch sauberen Umgebung zu bröckeln.

[-] Laue Story
Die Hauptstory dreht sich um die Psychiaterin Sofia Lamb, die mit den Little Sisters ihre eigenen Ziele verfolgt. Trotz gelungener Inszenierung vermag die Geschichte nicht richtig zu zünden. Man gewinnt eher den Eindruck, dass man eine eher unwichtige Sidestory des ersten Teils vorgesetzt bekommt.

[-] Verschenkte Wassersequenzen
Der neue Held kann auch in Umgebungen um Rapture herum agieren. Diese Unterwassersequenzen sehen zwar fantastisch aus, besitzen aber keinen spielerischen Tiefgang. Stattdessen gilt es oft nur wieder die nächste Luftschleuse in die Stadt zurück zu finden.

Fazit

Auch wenn das Spielerlebnis nicht mehr so intensiv ist wie im ersten Teil, vermag auch «Bioshock 2» mit seiner kaputten Atmosphäre zu überzeugen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass man alles bereits schon einmal gesehen hat. Und Rapture-Neulingen wird der Einstieg mit der kruden Story nicht gerade einfach gemacht.

Wertung: 8 von 10 Monstern mit Taucherglocken als Kopf

Bioshock 2, für PC, PS3 und Xbox 360, ab 18 Jahren

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Wie ist «Bioshock 2»?»

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