Test: The Witcher 2: Assassins of Kings Verhext und zugenäht

  • Publiziert: 27.05.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Martin Steiner

Atmosphärisch dicht, geniale Story und charismatische Charaktere: «The Witcher 2 – Assassins of Kings» katapultiert sich direkt an die Rollenspielspitze. Wir haben das epische Game getestet.

Übersicht
Der Hexer Geralt von Riva wird nach den Ereignissen des ersten Teils von König Foltest, dem König von Temerien, als Leibwache angestellt. Durch Plänkeleien im Hochadel kommt es zum Bürgerkrieg, bei dem Geralt an der Seite des Machthabers in den Krieg zieht. Doch dort läuft nicht alles wie geplant. Denn neben den Konfliktparteien treibt auch ein Attentäter sein Unwesen auf dem Schlachtfeld.

[+] Verzweigte Story
Noch mehr als die Bioware-Rollenspiele wie «Dragon Age» spürt der Spieler in «The Witcher 2» die Auswirkungen seines Tuns. Verrät er einer Gruppe von Söldnern, dass das Schutzamulett völlig wertlos ist? Überredet er den Feind des Königs dazu seine Waffen zu strecken? Jede Entscheidung schlägt irgendwann auf Geralt zurück. Dies geht sogar so weit, dass sich der zweite von drei Akten je nach bisherigem Spielverlauf komplett anders spielt. So besitzt das Game auch nach dem ersten, zwischen 20 und 30 Stunden dauernden Durchgang eine hohe Wiederspielbarkeit. Kommt dazu, dass auch die Nebenmissionen mit tollen kleinen Geschichten aufwarten. Kurz: Wer auf eine umfangreiche und vielschichtige Story steht, kommt mit Geralts neuem Abenteuer voll auf seine Kosten.

[+] Brillante Grafik
Für die Grösse der Welt besitzt das Spiel eine gewaltige Optik. Besonders die Flora kann mit Detailreichtum bis in die kleinsten Grashalme aufwarten, der bei Sonnenschein besonders zur Geltung kommen. Auf Geralts geschundenem Körper sind einzelne Wunden und sogar abgerissene Hautfetzen zu erkennen. Aber auch die Waffen und Kleider des Hexers können sich sehen lassen.

[+] Dichte Atmosphäre
Neben der Grafik stimmt auch die Atmosphäre. Bereits im ersten Städtchen ist mehr los als sonst in kompletten Rollenspiel-Welten. Im Gasthaus kann man sich mit Würfeln oder Armdrücken aufhalten, während im Keller ein Fight Club handfestere Unterhaltung bietet. Dabei kann es durchaus passieren, dass draussen unvermittelt die Alarmglocken klingeln, weil ein riesiges Ungetüm den Hafen unsicher macht. Und ein kleiner Wandel durch das Viertel der Anderlinge – Elfen und Zwerge müssen ihr Dasein in einem separaten Viertel fristen – kann durchaus mit einem Attentatsversuch von Kopfgeldjägern enden. Sprich: In der dichten Welt passieren auch mal völlig unerwartete Dinge.

[+] Goldgrube für Handwerker
Egal ob man Tränke brauen, Waffen und Rüstungen herstellen oder eine Bombe basteln will: Überall in der Welt findet Geralt sowohl Rezepte wie auch Zutaten für eine Vielzahl verschiedener Dinge, die er selber herstellen oder bei einem Schmied in Auftrag geben kann. Aber auch erlernte Fertigkeiten lassen sich mit gefundenen Upgrades weiter aufrüsten. Speziell: Tränke lassen sich nur vor dem Kampf konsumieren, halten dafür aber über eine längere Dauer an.

[–] Laues Kampfsystem
Im Kampf kann Geralt mit Eisenwaffen gegen Menschen und seinem Silberschwert gegen Monster vorgehen. Dabei steht ihm je ein schneller oder harter Schlag zur Verfügung. Zusammen mit einer Handvoll durch Runen ausgelösten Zaubersprüchen und der Möglichkeit, gegnerische Schläge zu blocken wars das bereits. Noch schlimmer: Die Kämpfe werden im Verlauf des Spiels immer leichter. Hat man zu Beginn noch Mühe, die ersten fünf Feinde auszuschalten, stellen die Auseinandersetzungen gegen Ende überhaupt keine Herausforderung mehr dar.

Fazit

Abgesehen von den Kämpfen ist «The Witcher 2 – Assassins of Kings» ein durchwegs hervorragendes Rollenspiel. Die erwachsene Geschichte beinhaltet viele Szenen an die man sich lange erinnert. Das Highlight sind aber Verzweigungen, die praktisch jede Aufgabe zu einer moralischen Qual machen und den Spieler auch die Konsequenzen spüren lassen. Kommt dazu, dass die Story durchwegs spannend bleibt und nur kurz vor Schluss leider etwas abflacht.

Wertung: 9 von 10 qualvollen moralischen Entscheidungen

The Witcher 2 – Assassins of Kings, für PC, ab 18 Jahren

Top 3

1 Angespielt: Death by Degrees Sexy Nin(j)a auf Spielerfangbullet
2 iPad-Game Gangster im Grossformatbullet
3 Test Keine Medaille für «Torino»bullet

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Wie ist «The Witcher 2 – Assassins of Kings»?»

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