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Übersicht
Nato-Commander Cullen Grey hat dieses Mal einen speziellen Job gefasst. In Südostasien muss er zusammen mit je zwei deutschen (je nach Ausgabe auch britische oder amerikanische) und südkoreanischen Soldaten eine Rebellengruppe namens Naga bekämpfen. Denn diese will die wichtige Schiffstrasse von Malakka in Malaysia blockieren. Neben der 14 Missionen umfassenden Solo-Kampagne liegt der Schwerpunkt des PS3-Games auf den kompetitiven Mulitplayer-Gefechten, die dieses Mal – abgesehen von der Spielerzahl – stark an das ebenfalls von Zipper Interactive entwickelte «MAG» erinnern.
[+] Abwechslungsreiche Kampagne
Während der Solo-Kampagne steuert der Spieler hauptsächlich Cullen Grey. Seinen Teammitglieder kann er aber einfache Befehle erteilen, etwa wenn sie einen Ort sichern oder einen Feind ins Visier nehmen sollen. Dies funktioniert soweit gut, auch wenn sich die befreundeten Soldaten ab und an genau in die Schusslinie stellen. Aufgelockert werden die klassischen Einsätze durch nächtliche Schleichmissionen der südkoreanischen Stealth-Spezialistin Park Yoon-Hee alias 45. Sie muss feindliche Basen infiltrieren, zu denen dann die ganze Gruppe am nächsten Tag zurückkehrt. Auch dank den abwechslungsreichen – wenn auch komplett linearen – Missionszielen kommt keine Langweile auf.
[+] Satte Multiplayer-Gefechte
Neben dem Koop-Modus auf sechs Karten und für fünf Spieler bietet «Socom – Special Forces» kompetitive Gefechte für bis zu 32 Kämpfer. Neben Capture the Flag und Team Deathmatch macht hier vor allem der Modus Bomb Squad Spass. Ein einzelner Spieler muss eine Bombe entschärfen, während der von anderen je nach Team beschützt oder bekämpft wird. An «MAG» erinnert schliesslich Last Defense. Kann das angreifende Team sämtliche Punkte auf einer Karte erobern, werden weitere Missionsziele freigeschaltet. Jeder der Modi lässt sich mit nur einem Leben pro Spieler – also nach klassischen «Socom»-Regeln – spielen. Witzig: Waffenupgrades wie bessere Visiere lassen sich von der Solo-Kampagne in den Mulitplayer-Modus übernehmen – und umgekehrt.
[+] Gelungene Move-Unterstützung
Auch wenn es sich zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig anfühlt, lässt sich die Kampagne gut mit der Move-Steuerung spielen. Das Zielen wie auch das Navigieren auf den Schlachtfeldern stellen nach kurzer Zeit kein Problem dar und durch das taktische Gameplay hat man oft auch genug Zeit, um sich auf die nächsten Feinde einzustellen.
[+] Hübsche Gesichter
Grafisch überzeugen vor allem die detaillierten und hervorragend animierten Gesichter der Charaktere. Und auch die Aussenumgebungen sehen mit der vielfältigen Fauna ausgezeichnet aus. Einzig bei eher urbanen Abschnitten sind auf Gebäuden und Asphaltoberflächen öfters matschige Texturen zu erkennen. Und die staksigen Charakteranimationen – vor allem im Multiplayer-Modus – erinnern leider eher an einen Comic als an ein ernsthaftes Actiongame.
[–] Miese Story
Sowohl Cullen wie auch seine Mitstreiter bleiben während der Kampagne äusserst blass. Einzig 45, die öfters ein Problem mit ihren Vorgesetzten hat, kann der Geschichte einige Farbtupfer verleihen. Auch die Gesamthandlung bleibt weitgehend frei an Überraschungen. Immerhin ist das Ganze dank der chronologischen Reihenfolge der Missionen und dem überschaubaren Einsatzgebiet in sich konsistent.
[–] Billige Todesarten
Besonders während den Nachteinsätzen reagiert die künstliche Intelligenz nicht immer so, wie man es erwartet. Dies führt öfters zu «Trial & Error»-lastigen Passagen, bei denen man nur durch das Ausprobieren verschiedener Möglichkeiten im Spiel weiter kommt. Kommt dazu, dass auch teils gescriptete Ereignisse als fiese Fallen auftauchen. Wenn etwa unter dem Beschuss eines Geschützes überraschend ein Container umkippt, ist es reine Glücksache, ob man genau dort Deckung gesucht hat oder nicht.