Test: The Godfather 2 Pate der Monotonie

Das Game «The Godfather 2» beruht nur sehr lose auf der Filmvorlage von Francis Ford Coppola. Stattdessen versucht das Spiel das Gefühl zu vermitteln, ein Don zu sein. Mit mässigem Erfolg.

  • Publiziert: 15.04.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Martin Steiner

Um die verschiedenen verfeindeten Mafia-Familien an einen Tisch zu bringen, veranstaltet Hyman Roth ein grosses Treffen auf Kuba. Dummerweise findet dieses genau in der Nacht statt, in der Fidel Castro die Macht an sich reisst. Zurück in New York hat sich zudem nichts verbessert. Noch immer liegen die Corleones im Clinch mit konkurrierenden Clans. Der gestandene Mafiosi Dominic erhält den Auftrag, zuerst in New York, dann in Miami und wieder in Kuba die gegnerischen Familien auszuschalten.

Stripclubs und Waffenläden
«The Godfather 2» versucht, die Action eines «GTAs» mit strategischen Elementen zu verknüpfen. In jeder der drei Städte gilt es, verschiedene Gebäude wie Bäckereien, Stripclubs oder Waffenläden den verfeindeten Familien abzujagen. Dies geschieht, indem man mit Mitgliedern des eigenen Clans vorfährt und die gegnerischen Wachen mit Schusswaffen oder Molotow-Cocktails ausser Gefecht setzt. Schliesslich überzeugt man den Geschäftsführer mit Androhung oder Einsatz von Gewalt davon, sich künftig gegen Schutzgeld von der eigenen Organisation beschützen zu lassen.

Falls man sich die Hände nicht schmutzig machen möchte, lassen sich für die eigene Familie Mitglieder rekrutieren. Diese verfügen über verschiedene Spezialitäten wie Bomben legen, Safes knacken oder Gebäude abbrennen. Diese Familienmitglieder lassen sich dann auf einer Städte-Übersicht hin- und herschieben und können so gegnerische Besitztümer sprengen oder eigene Gebäude verteidigen.

Routinearbeit
Was spannend klingt, wird spätestens bei der 20. Gebäudeeroberung zur reinen Routine. So dienen die sich passiv verhaltenden gegnerischen Gangster vor allem als Kanonenfutter. Auch der strategische Teil ist quasi nicht vorhanden. So spielt es eigentlich keine Rolle, welche Häuser man zuerst einnimmt. Und falls die gegnerische Familie doch einmal zurückschlagen sollte, reicht ein kurzer Angriff, und schon befindet sich die entsprechende Immobilie wieder in eigener Hand.

Auch technisch enttäuscht das Game: Die detailarme Grafik lässt kaum Atmosphäre aufkommen. Und die Sprecher der Spielfiguren sind wegen der miesen Tonqualität manchmal kaum zu verstehen.

Fehlende Abwechslung
Vor allem zu Beginn macht «The Godfather 2» mit dem Mafiathema und den actionreichen Gefechten durchaus Spass. Allerdings stellt sich mit dem monotonen Spielverlauf schnell Langeweile ein. So ist «The Godfather» ein solider «GTA»-Klon, der mit seiner fehlenden Abwechslung aber weit hinter den Möglichkeiten zurück bleibt, welche die grandiose Filmvorlage eigentlich geboten hätte.

play Auch wenn es auf der Übersichtskarte anders aussieht: «The Godfather 2» ist strategisch relativ anspruchslos, weil die konkurrierenden Familien kaum Gegenwehr leisten.

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