Test: X-Men Origins – Wolverine Mutant zeigt die Krallen

Im Gegensatz zum relativ braven Film langt Marvel-Comic-Figur Wolverine im Game richtig zu. Trotzdem hinterlässt das Spiel – zumindest im Kopf – relativ wenige Spuren.

  • Publiziert: 11.06.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Martin Steiner

Die Story von «X-Men Origins – Wolverine» basiert auf jener des Kinofilms und beleuchtet die frühen Jahre des auch im Game von Hugh Jackman gesprochenen Comichelden. Allerdings wird die Geschichte so wirr und undurchsichtig erzählt, dass man auch als Fan bald den Faden verliert. Klar ist: Das Game spielt im afrikanischen Dschungel, in der geheimen «Weapon X»-Basis und später in einem Casino.

Spielerisch erinnert das Game an Action-Schnetzler im Stile von «God of War». In den verschiedenen Abschnitten rückt Wolverine seinen Gegner mit seinen Krallen zu Leibe, wobei die verschiedenen Attacken ziemlich blutige Spuren hinterlassen. Zusätzlich kann unser Held, wenn eine Anzeige aufgefüllt wurde, verschiedene Wut-Angriffe einsetzen.

Fernkampf liegt Wolverine nicht. Dafür kann er, sobald er einen Gegner im Sichtfeld hat, sofort zu ihm springen und den Gegner zu Boden hauen. Diese Möglichkeit ist schon fast zu mächtig. So ist es effektiv, immer wieder Abstand vom Gegner zu nehmen, um ihn danach anzuspringen. Kommt dazu, dass sich Wolverines Lebensbalken nach kurzer Zeit wieder komplett auffüllt. Kurzum: Auch bei happigen Kämpfen mit den vielen Zwischengegnern aus dem Marvel-Universum ist das Spiel vielfach zu einfach.

Trotzdem vermag das Game zu motivieren, was zum grossen Teil an der simplen und dennoch effektiven Charakterentwicklung liegt. So erhält man für erledigte Gegner oder gefundene Gegenstände Erfahrungspunkte und steigt so im Level auf. Mit der Zeit lassen sich Wolverines Talente ausbauen, seine Robustheit stärken oder komplett neue Attacken lernen.

Grafisch zeigt das Spiel zwei Seiten. Während die Aussenumgebungen farbenfroh und mit vielen kleinen Details daher kommen, wirken die Passagen zum Beispiel in der «Weapon X»-Basis trist. Die Charakteranimationen sind bei Wolverine selbst wie auch bei den verschiedenen Zwischengegnern hervorragend gelungen. Allerdings laufen die übrigen Figuren des öfteren etwas staksig durchs Bild

«X-Men Origins» ist zwar ein nicht besonders innovatives, ansonsten aber durchwegs solides Game. Fans des Comics oder des Films dürften sich auch kaum an der nur fragmentartig erzählten Story nerven. Leider besitzt das Spiel auch einige Geschicklichkeits-Passagen, bei denen man merkt, dass die Steuerung dafür nicht ausgelegt ist. Dafür entschädigen aber die spektakulär inszenierten Kämpfe umso mehr.

play Im Gegnesatz zum dichten Dschungel wirken die Innenumgebungen ziemlich trist.

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