Test: Dead Island Mit Hauen und Stechen

  • Publiziert: 03.10.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Martin Steiner

Zombies im Ferienparadies: Das Action-Rollenspiel «Dead Island» ist nichts für schwache Nerven. Und das liegt nicht nur am Inhalt, sondern auch an einigen Designschwächen.

Übersicht
Eigentlich wollen die vier Helden, von denen man einen auswählen kann, ihre Ferien auf der Tropeninsel Banoi geniessen. Doch als sie nach einer durchzechten Nacht im Hotelzimmer aufwachen, bemerken sie, dass sich der Grossteil der anderen Touristen kurzerhand in blutrünstige Zombies verwandelt hat. Doch noch ist nicht alle Hoffnung verloren. Mit der Hilfe von anderen Überlebenden soll die Flucht von der Insel gelingen.

[+] Grosse und mit Inhalt gefüllte Welt
Die Insel Banoi erstreckt sich über ein relativ grosses Gebiet. Dabei wechseln sich Hotelanlagen und Strandcafés mit Dschungelumgebungen oder ins Meer gebaute Bungalows. Banoi hat alles zu bieten, was man von einer Touristeninsel erwartet. Dabei sind an vielen Orten Aufgaben oder sammelbare Items zu finden.

[+] Viele und vielfältige Aufgaben
Auch wenn die Hauptgeschichte etwas orientierungslos wirkt, so können doch die vielen mit Nebenaufgaben verknüpften Geschichten überzeugen. Der eine möchte mit Kisten ein riesiges Help auf dem Boden legen, der andere will ein abstürzendes Flugzeug gesehen haben. Und die Dritte will sich einfach nur mit Champagner besaufen. Kurz: Die vielen Missionen bieten einiges an Abwechslung.

[+] Umfangreiche Möglichkeiten
Neben dem Lösen von Missionen lassen sich auch die unzähligen zu findenden Waffen gegen Geld upgraden oder mit verschiedenen Items neue Waffen erschaffen. Zudem verfügt das Spiel über drei Talentbäume, mit denen sich der eigene Charakter ganz nach eigenem Gusto weiterentwickeln lässt. Auch hier zeigt das Game seine Vielseitigkeit.

[–] Lahmes Kampfsystem
Egal, ob Paddel, Machete oder Brecheisen: Der Kampf mit Nahkampfwaffen verkommt zu einer wilden und simplen Tastenprügelei und bietet wenig Herausforderung. Und hat man einen Zombie erst mal umgeworfen, kann man ihn ohne Gegenwehr mit Fusstritten so lange bearbeiten, bis er nach dem 100. Kick endlich erledigt ist. Schusswaffen sind im Game selten und bieten spielerisch auch keine Herausforderung. Hier hätte man sich etwas mehr Raffinesse gewünscht.

[–] Waffen nutzen sich schnell ab
Zwar liegen auf der Insel unzählige Waffen herum, diese nutzen sich allerdings auch sehr schnell ab. Hat man zum Beispiel mal einen effektiven Hammer gefunden, muss man alle paar Minuten zur nächsten Werkbank rennen, um sie zu reparieren. Dadurch entsteht einiges an Leerlauf, was so gar nicht zum ansonsten temporeichen Spiel passt.

[–] Schwache Grafik
Während die Umgebungen einigermassen ansehnlich daherkommen, sehen die Charaktere teilweise einfach hässlich aus – und damit sind nicht die Zombies gemeint. Besonders bei den Gesichtern hat man teilweise das Gefühl, dass es sich bei den Überlebenden ebenfalls um eine Horde Untoter handelt.

Fazit

Zugegeben: Besonders im Koop-Modus mit drei anderen Spielern macht die Zombie-Metzelei Spass. Ansonsten merkt man dem Spiel das niedrige Budget aber an allen Ecken und Enden an. Die Steuerung wirkt hakelig, das Kampfsystem ist sehr simpel und grafisch kann «Dead Island» nur knapp mit der Konkurrenz mithalten. Der grosse Umfang von knapp 30 Stunden Spielzeit und die vielfältigen Aufgaben retten das Action-Rollenspiel aber locker vor dem totalen Absturz.

Wertung: 6 von 10 kopflosen Zombies

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