Knallige Action mit Abstrichen

  • Publiziert: 17.09.2007, Aktualisiert: 17.01.2012
  • von Martin Steiner

Genauso wie der Film «Hard Boiled» sollte auch der spielerische Nachfolger «Stranglehold» ein Actionknaller werden. Obs so ist, haben wir getestet.

Eigentlich heisst der Shooter ja «John Woo presents Stranglehold». Inwiefern aber der Actionmeister, der bei «Face/Off» und «Mission Impossible 2» auf dem Regiestuhl sass, bei der Entwicklung überhaupt involviert war, ist unbekannt. Eines wird aber nach Kurzem klar: Das Spiel imitiert zumindest John Woos Handschrift gekonnt, sowohl seine positiven wie auch die negativen Eigenschaften.

Doch alles der Reihe nach: Inspector Tequila, im Spiel von einem virtuellen Chow Yun-Fat («Pirates of the Caribbean 3», «Crouching Tiger, Hidden Dragon») verkörpert, ist ein eigensinniger Polizist, der nichts von den Befehlen seiner Vorgesetzten hält. Als ein Arbeitskollege von einer Gang ermordet wird, kennt er keine Gnade und beginnt einen Feldzug gegen die Verbrecher.

Die Hauptfunktion des Spiels kennen Shooter-Freaks bereits aus den beiden «Max Payne»-Teilen. Auf Knopfdruck kann Tequila für eine gewisse Zeit seine Gegner in Zeitlupe unter Beschuss nehmen. Meist wird dies kombiniert mit einem Hechtsprung oder mit Interaktionen mit Gegenständen wie dem Fahren auf einem Servierwagen in einer Hotellobby.

Für solche coolen Einlagen wird unser Cop mit Stylepunkten belohnt. Mit diesen kann er seinen eigenen Lebensbalken wieder auffüllen, einen tödlichen Schuss in Zeitlupe gezielt auf einen Gegner abgeben, sich für kurze Zeit unverwundbar machen oder mit unbeschränktem Dauerfeuer schiessen. Zusätzlich kann unser Held cool über Tische oder Treppengeländer rutschen oder auch mal ein Möbel umkicken und es als Deckung verwenden. All diese Funktionen gekoppelt mit heissen Feuergefechten lassen das Herz von Freunden krachender Balleraction höher schlagen.

Technisch gibts am Spiel nichts auszusetzen. Die effektreiche Grafik kommt blitzsauber daher und die Action ist sauber inszeniert. So zerspringen die Objekte in der Umgebung bei einem Schuss in ein Ölfass bis in ihre Einzelteile. Da kann man auch über die verworrene und nicht gerade spannende Story – John Woo eben – hinwegsehen. Allerdings langweilt die immer wieder gleiche Zeitlupen-Action mit der Zeit. Hier helfen auch die Rästel nicht weiter, bei denen es meist einen Masten oder ähnliches umzuschiessen gilt, damit der Weg durch das Level weiter geht.

«Stranglehold» ist ein durch und durch solider Shooter, dem es aber etwas an Abwechslung fehlt. Wer sich daran nicht stört, bekommt aber heisse und gut inszenierte Action mit einem coolen Hauptdarsteller geboten. Die heftigen Feuergefechte haben aber ihren Preis. Aufgrund des nicht gerade bescheidenen Einsatzes von Pixelblut ist das Spiel nur an Erwachsene gerichtet.

Trailer

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