Test: Dante's Inferno Höllenritt mit Schönheitsfehlern

  • Aktualisiert am 19.01.2012
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Vom Regen in die Traufe oder vom Kreuzzug in die Hölle. Dante bleibt in der Gameumsetzung zu Alighieris «Göttlicher Komödie» nichts erspart. Wir begaben uns mit ihm ins Totenreich

Übersicht
Angelehnt an die «Göttliche Komödie» muss der Spieler in «Dantes Inferno» in die aus neun Kreisen bestehende Hölle heruntersteigen, um seine Freundin Beatrice aus den Fängen Luzifers zu befreien. Dabei gerät er an allerlei mythologische Gestalten wie Cerberus oder König Minos, die seinen Abstieg verhindern wollen. Doch selbst ist der Mann. Und so setzt er seinen Gegnern mit der an einer Kette befestigten Sense und einem heiligen Kreuz zu.

[+] Gelungene Inszenierung
Für einen reinen Action-Schnetzler erhält die Story von Dantes Jagd nach seiner Geliebten erfrischend viel Platz, was sich auch in den hervorragend inszenierten Zwischensequenzen bemerkbar macht. Die Kreise der Hölle sind zwar technisch mit zum Teil matschigen Texturen nicht auf dem allerneusten Stand. Dafür haben sich die Designer Mühe gegeben, um das Ganze in eine wahrhaft diabolische Umgebung zu verwandeln. Auch die Kampfeffekte können sich durchwegs sehen lassen.

[+] Spektakuläre Monster
Egal ob der dreiköpfige Höllenhund Cerberus, die sündige Cleopatra oder der Tod selbst: «Dantes Inferno» hat viele spektakuläre Zwischengegner zu bieten. Für die Kämpfe gegen die Ausgeburten der Hölle ist nicht nur wildes Tastenprügeln, sondern einiges an Strategie nötig. Hier zeigt sich das Game von seiner stärksten Seite.

[+] Spannende Charakterentwicklung
Bei jedem Gegner hat man die Möglichkeit, diesen zu bestrafen oder zu erlösen, was Erfahrungspunkte für einen der beiden Fähigkeitenbäume gibt. Während die Bestrafungen vor allem neue Manöver für die Sense freischalten, kommen Fans des heiligen Kreuzes mit der Erlösung der Gegner zu ihren magischen Fähigkeiten. Dies erlaubt dem Spieler, Dante ganz nach seinen eigenen Vorlieben zu gestalten.

[–] zweifelhaftes Kampfsystem
Bei einem Schnetzler wie «Dantes Inferno» zählt das Kampfsystem zu den wichtigsten Spielelementen – und genau hier kommen erste Zweifel auf. So sind viele Angriffskombinationen mit der Sense unglücklich zusammengesetzt und lassen den Helden oft ungeschützt vor seinem Gegner stehen. Kommt hinzu, dass es rein punktetechnisch am effektivsten ist, jedes kleinere Monster gleich sofort zu packen und zu bestrafen oder erlösen – was das ganze Combo-System ad absurdum führt.

[–] lahme Rätsel
Die Kistenrätsel, die schon in «Tomb Raider» nervten, sind zurück. Aber auch die anderen Knobeleien bremsen den Spielfluss eher, als dass sie ihn in die Höhe treiben. Hier hätte man gerne auf das eine oder andere Puzzle verzichten können.

Fazit

«Dantes Inferno» ist zwar ein durchwegs solider Schnetzler, hat aber beispielsweise gegen das mit einem brillanten Kampfsystem ausgestattete «Bayonetta» oder das atmosphärische «Darksiders» keine Chance. Kommt hinzu, dass mit «God of War» zumindest PS3-Besitzern ein weiteres Highlight im Action-Genre bevorsteht. Wer allerdings mit der Story etwas anfangen kann und schon immer mal gegen die Figuren aus der «Göttlichen Komödie» antreten wollte, kann gerne zugreifen.

Fazit: 7 von beinahe 10 Kreisen der Hölle

  • Dantes Inferno, für PS3 und Xbox 360, ab 18 Jahren
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