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[–] Ärgerlicher Kopierschutz
Beim Installieren verdirbt Publisher Ubisoft dem Gamer gleich mal die Vorfreude. Ein Kopierschutz ist legitim – aber nicht so. Um «Die Siedler 7» spielen zu können, muss man sich registrieren und danach dauernd online sein. Auch wenn man nur den Singleplayer-Modus zockt, ohne Internetverbindung läuft nichts. Störend vor allem, wenn man das Game auf dem Laptop in die Ferien mitnehmen wollte. Noch viel ärgerlicher ist aber, wenn man wegen Serverproblemen trotz Webanschluss schon beim Aufstarten hängen bleibt. Das geht gar nicht! Schliesslich hat man sich für 80 Franken oder mehr im Laden ein echtes Game gekauft und kein «billiger» Online-Ableger.
[+] Optische Aufmachung
Ein Teil des Ärgers vergisst man zum Glück gleich wieder: Egal ob man die Kampagne startet (die mit einem guten Tutorial beginnt), direkt mit einem Scharmützel gegen Computergegner auf einem der sieben Karten einsteigt oder gar ein Online-Spiel wagt: In den ersten Minuten kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Liebevoll animierte Zwischensequenzen, bunte Landschaften und detailreiche Gebäude. Sobald das erste Dorf steht und die Wirtschaft brummt, kann man auch ganz nahe heranzoomen und seine Siedler beim Herumwuseln beobachten. Wunderbar!
[–] Klischee im Quadrat
Manchmal aber haben es die Designer dann doch übertrieben. Sowohl die Geschichte der Kampagne als auch die grafischen Details wirken, als hätte man sie einmal zu oft mit Weichspüler gewaschen. Ohne Ecken und Kanten, süss und zuckrig. Manche mögen darin Ironie sehen, aber das passt irgendwie nicht zum ernst gemeinten und gut gemachten Spielprinzip.
[+] Variable Gewinnchancen
Denn die grosse Stärke von «Die Siedler 7» ist, dass man mit ganz unterschiedlichen Taktiken zum Sieg kommen kann. Und das ist wirklich innovativ. Das Wirtschaftssystem ist mit 19 Technologien, 47 Handelsrouten, 17 Gütern und 43 unterschiedlichen Gebäuden ziemlich komplex. Lief früher bei der Game-Serie alles auf das finale militärische Duell hinaus, kann man jetzt gewinnen, ohne seine Soldaten einmal vorgeschickt zu haben. Siegpunkte heisst das Zauberwort: 26 verschiedene kann man erreichen, manche sind gar dynamisch. So gibts etwa einen Punkt für die grösste Bevölkerung. Neben Eroberung ist Forschung und Handel genauso wichtig. Dank den Siegpunkten entstehen immer wieder neue Abläufe, die flexibles Taktieren erfordern.
[–] Komplexität ohne Übersichtlichkeit
Für Einsteiger dürfte das eine ziemliche Überforderung sein. Denn weder in der Kampagne noch in den Scharmützeln hat man viel Zeit, um sich «einzuarbeiten». Dauernd ist man als Bauherr, Wirtschaftsplaner, General oder Diplomat gefragt. Wenn möglich alles gleichzeitig. Eine grössere Siedlung im Blick zu behalten, ist dabei gar nicht einfach. Auch weil gute Planungsinstrumente fehlen. So kann man etwa nicht genau steuern, welche Güter zuerst transportiert werden sollen.
[+] Langer Spielspass
Umgekehrt verlängert diese Komplexität auch den Spielspass. Die gleichen Karten mit denselben Computergegnern kann ein Gamer dutzende Male durchspielen – mit immer neuen Taktiken. Einmal baut er ein Handelsimperium auf, ein anderes Mal schliesst er Allianzen, das dritte Mal wird der Gegner einfach erobert. Schade fehlt ein expliziter Endlosmodus, in dem man zuerst einmal ganz in Ruhe sein Reich aufbauen kann. Tipp: Einfach ein eigentlich beendetes Siegpunktespiel weiterzocken – oder aber man erstellt sich mit dem «Kartograph» ein eigenes Szenario.