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Übersicht
Vor genau zehn Jahren musste der Masterchief die Welt zum ersten Mal vor der ausserirdischen Covenant-Allianz retten. Nach der Bruchlandung auf dem Ringplaneten Halo entdeckte er allerdings noch eine viel schlimmere Gefahr. Der erfolgreichste Launchtitel für die erste Xbox kommt nun mit einem inhaltsgleichen aber grafisch aufgemotzten Remake auf die Xbox 360. Aber gewisse Spiele altern nicht so toll und so wirkt «Halo – Combat Evolved Anniversary» trotz der neuen Optik wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten.
[+] Satte Grafik
Was die grafische Aufmachung angeht, hat der neue Entwickler 343 Industries ganze Arbeit geleistet. So bewegt sich das Spiel optisch durchaus auf «Reach»-Niveau. Nur die Gesichter der Figuren wirken etwas kantig und hätten noch etwas mehr Details vertragen können. Witzig: Auf Knopfdruck lässt sich das Spiel auch in Originaloptik spielen. Damals noch eines der Highlights, kann man sich heute über die Texturwüsten und die klobigen Figuren nur noch wundern.
[+] Gelungene Geschichte
Was auch nach zehn Jahren noch überzeugen kann, ist die Geschichte von «Halo – Combat Evolved». So hält das Spiel im Verlauf einige Überraschungen und unerwartete Wendungen bereit. Zudem besitzt das Spiel mit Masterchiefs virtueller Begleiterin Cortana sowie dem sprechenden Monitor 343 Guilty Spark auch einige witzige Figuren. Hier könnten sich viele der heutigen Shooter eine Scheibe abschneiden.
[+] Sinnvolle Neuerungen
Zwar besitzt die Kampagne nur wenige, dafür sinnvolle Neuerungen. So gibt es im Spiel zehn Terminale zu finden, welche mittels unterhaltsamer und teils humorvoller Zwischensequenzen die Hintergrundgeschichte des Spiels beleuchten und so zum besseren Verständnis beitragen. Zudem kann die Kampagne in der Neuausgabe auch zu zweit über Xbox live gespielt werden.
[+] 7 alte, neue Multiplayer-Karten
Den Multiplayer-Modus teilt sich das Spiel mit «Halo – Reach». Dazugekommen sind aber sieben neue Karten, wovon eine dem kooperativen Firefight-Modus vorbehalten ist. Dabei handelt es sich um Neuauflagen von Maps aus früheren Spielen. Die Firefight-Karte ist etwa dem Abschluss des «Halo»-Levels aus dem ersten Spiel nachempfunden.
[–] Mieses Pacing
Beim Tempo der Kampagne zeigt sich die Weiterentwicklung der letzten Jahre am Besten. So gilt es beispielsweise im Bibliotheks-Abschnitt dem Monitor 343 Guilty Spark nachzulaufen und dabei eine Gegnerwelle nach der anderen zu erledigen – und das während 90 Minuten und über vier Stockwerke hinweg. Auch sonst wirken viele Abschnitte viel zu lange und führen durch immer gleich gestaltete Korridore – oder auch mal über drei mit Feinden vollgepackte völlig identische Brücken. Heute wäre solches Level-Design ein absolutes No-Go.
[–] Viel Backtracking
Während sich das Geschehen innerhalb der Umgebungen bereits relativ oft wiederholt kommt auch noch dazu, dass öfters der gleiche Weg mehrere Male zurückzulegen ist. So ist der achte Abschnitt identisch mit dem dritten, einfach in umgekehrter Richtung. Auch innerhalb der Levels kommt es öfters vor, dass sobald ein Ziel erreicht ist, es den gleichen Weg wieder zurückzugehen gilt.