Test: Rogue Warrior Gamer in der Hölle

  • Publiziert: 28.12.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Martin Steiner

Die Qualität von «Rogue Warrior» ist etwa gleich hoch, wie die Lebensumstände im Land, in dem es spielt. Dass dies Nordkorea ist, bedeutet nichts Gutes. Wir haben den Shooter getestet.

Richard Marcinko, im englischen Original gesprochen von Mickey Rourke, ist ein harter Hund. Als Mitglied einer US-Spezialeinheit flucht er wie ein Rohrspatz, hasst Kommunisten und muss in Nordkorea untersuchen, ob es dort ein Atomwaffenlager hat. Doch beim Absprung hinter den feindlichen Linien läuft alles schief und schon bald ist er in Feindesland auf sich alleine gestellt.

Dass Marcinko ein durch und durch unsympathischer Charakter ist, ginge ja noch, wenn das Game gelungen wäre. «Rogue Warrior» ist aber eher das Gegenteil davon. Während der rund zweistündigen und damit viel zu kurzen Einzelspielerkampagne erlebt man allerlei seltsame Dinge.

So bleiben zum Beispiel die zum Suizid neigenden Gegner auch unter Beschuss öfters starr stehen oder ragen immer am gleichen Ort aus der Deckung. Die Nordkoreaner haben aber auch die Angewohnheit, fix in eine Richtung zu schauen und zwar von Marcinko weg, um sich für einen Nahkampfkill anzubieten. Diese auf Tastendruck ausgelösten Sequenzen sind wenigstens solide inszeniert und das einzig Gelungene am Spiel.

Weiter scheint aber ganz Nordkorea aus absolut linearen Korridoren zu bestehen, bei denen immer nur zwei bis drei Soldaten gleichzeitig auf einen amerikanischen Helden warten. Sprich: Leveldesign und Spielverlauf befinden sich nur ganz knapp über der Schnarchgrenze.

Grafisch fällt das Urteil nicht besser aus: Das Game wirkt komplett veraltet und sieht dann am Besten aus, wenn in der Dunkelheit möglichst wenig von ihm zu sehen ist. So bleibt «Rogue Warrior» der wohl schwächste Shooter, der uns in diesem Jahr in die Finger kam. Zusammen mit dem nur aus Deathmatch bestehenden und unter den gleichen Schwächen leidenden Multiplayer ist das Game nur den härtesten Game-Masochisten zu empfehlen, die aber zum Glück nur kurz zu leiden haben.

play Die Nahkampfkills sind – trotz fehlender Herausforderung – das einzige an «Rogue Warrior», was zumindest teilweise befriedigen kann.

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