Test: Broken Sword – Director's Cut Ermitteln per Fingertipp

  • Publiziert: 03.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Lorenz Keller

«Broken Sword» ist schon unzählige Male auf den Markt gekommen. Doch auch die iPhone-Version wird die Fans begeistern. Denn erst mit dem Touchscreen ist das Spielprinzip perfekt.

Das Original von «Broken Sword» (im deutschsprachigen Raum als «Baphomets Fluch» bekannt) wurde 1996 veröffentlicht. Seither gab es Fortsetzungen und Neuinszenierungen, etwa vor einem Jahr als «Director’s Cut» für die Nintendo-Konsolen Wii und DS. Nun kann man genau diese Version auch auf dem iPhone und dem iPod Touch zocken.

Das lohnt. Nicht nur, weil kaum ein Spiel so gut gealtert ist wie «Broken Sword». Es lebt nicht von technischen oder grafischen Kabinettstückchen. Sondern von einer guten Geschichte, einer stimmigen Atmosphäre und herausfordernden Rätseln. Journalistin Nico Collard wird zum einflussreichen Pierre Carchon gerufen. Praktisch vor ihren Augen ermordet ein verkleideter Killer die berühmte Persönlichkeit. Worauf die Heldin in Paris natürlich sofort auf eigene Faust zu ermitteln beginnt.

«Broken Sword» ist ein klassisches Point-and-Klick-Adventure. Das heisst: Man sucht in den schön gezeichneten Räumlichkeiten und Landschaften nach Gegenständen, die man anschauen oder einsammlen kann. So muss man etwa einen Schlüssel finden, um eine Türe zu öffnen. Oder mehrere Handlungen nacheinander ausführen, um einen Code zu knacken. Ein Spiel für Rätselfreunde, die allerdings auch ziemlich um die Ecke denken können. Einige Lösungen sind ziemlich kompliziert und manchmal auch unlogisch-abstrus.

Für Ungeduldige, für jene, die das Game eher wie ein Film durchleben wollen, oder wenn man wirklich nicht mehr weiter weiss, gibt es aber im Menü genügend Hinweise. Einfach klicken und das Spiel hilft weiter. Gut gemacht: So sind die Ermittlungen für alle nachvollziehbar.

Genial ist die Steuerung über den Touchscreen. Man kann nämlich wirklich auf Gegenstände mit dem Finger «zeigen». Und schon analysiert Nico Collard ein Bild oder betätigt einen Mechanismus. Das macht richtig Spass. Will man etwas aus seinem Fundus benutzen, zieht man es aus der Tasche auf einen Ort. Und sobald es für eine Interaktion bereit ist, leuchtet es leicht auf. Schlüssel auf die Türe ziehen: Schon öffnet sie sich. Einfach und problemlos.

Einziger Schwachpunkt des Spiels (neben den manchmal etwas zu vertrackten Rätseln): Nur in den Zwischensequenzen ist das Spiel richtig schön synchronisiert – etwa das charmante Englisch mit französischen Akzent der Heldin. Dazwischen scheppert die Stimme ziemlich – und tönt nach Computer.

Fazit

Ein tolles Game, das jeden Franken wert ist – auch wenn man die Geschichte schon kennt. Solche spielbaren Krimis passen ideal aufs iPhone – und dürften bald auf dem iPad eine noch grössere Zukunft haben.

Wertung: 8 von 10 verschollenen Templer-Schätzen

  • Broken Sword: Director’s Cut, englisch mit Deutschen Untertiteln, für 7.70 Franken im iTunes Store

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