Test: Homefront Bröckelnder Widerstand

  • Publiziert: 29.03.2011, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Martin Steiner

Wenn das wiedervereinte Korea in die USA einmarschiert, leidet darunter nicht nur die Bevölkerung. Auch Gamer haben nicht sonderlich viel zu lachen. Wir haben den Shooter «Homefront» getestet.

Übersicht
Im Jahr 2027 sind die USA nicht nur wegen der Energie- und Wirtschaftskrise am Boden. Das wiedervereinte Korea greift unter Kim Jong-Un die ehemalige Weltmacht an und versucht dort ein Terror-Regime zu installieren. Auch der Soldat Jacobs erhält eines Tages Besuch von den feindlichen Truppen, die ihn in ein Gefangenenlager deportieren wollen. Auf dem Weg dorthin wird er allerdings von einer Widerstandsgruppierung befreit, welche die Invasoren wieder aus dem Land werfen wollen.

[+] Motivierender Multiplayer-Modus
Der Höhepunkt von «Homefront» ist mit Abstand der kompetitive Multiplayer-Teil. Neben Team Deathmatch und einer Spielart, bei dem es verschiedene Punkte zu erobern gilt, ist Battle Commander der spannendste Modus. Hier sind die Missionsziele dynamisch und zusätzlich wird der Spieler mit der längsten Kill-Serie angezeigt, für dessen Erledigung es zusätzliche Punkte gibt. Diese lassen sich zum Einkauf neuer Gadgets und Waffen benutzen – und zwar während des Spiels. Falls der Gegner mit einem der verschiedenen Fahrzeuge um die Ecke kurvt, kann man sich so schnell einen Raketenwerfer organisieren. Multiplayer-Fans kommen mit «Homefront» auf ihre Kosten.

[+] Ruhige Sequenzen während der Kampagne
Neben den Schiessereien gibt es während des Spiels auch ruhige Elemente, in denen die Story vorangetrieben wird. So sieht Jacobs während der Fahrt in sein Gefängnis am Strassenrand, wie die Koreaner die einheimische Bevölkerung behandelt. Auch im Unterschlupf des Widerstands hat Jacobs Zeit, sich umzusehen oder mit den anderen Mitgliedern einen Schwatz abzuhalten. Dies bringt etwas Abwechslung in die Kampagne.

[–] Veraltetes Gameplay
Das Game ist zwar durchwegs solide, wirkt aber komplett veraltet. So muss unser Held zum Beispiel vor einer Leiter oder vor einem Durchgang sekundenlang warten, bis sich die meist zwei Begleiter bemühen, die Aktion vorher durchzuführen. An allen Ecken und Enden muss man macht sich so das Script bemerkbar. Kommt dazu, dass die Gegner nicht wahnsinnig intelligent agieren, dafür mit tödlicher Sicherheit treffen und dazu an gewissen Stellen über endlosen Nachschub verfügen. Modernes Shooter-Gameplay sieht anders aus.

[–] Laue Grafik
Egal ob Umgebung oder Charakteranimationen: Alles an «Homefront» wirkt hölzern und mit viel zu wenig Detail versehen. Die ganze Welt wirkt klobig und wie in einem Film, bei dem das Budget nur für die billigen Kulissen gereicht hat. Auch hier hinkt der Shooter aktuellen Spielen hinterher.

[–] Viel zu kurze Story
Die vorgesetzte Geschichte erreicht im Umfang nicht mal das Standard-Mass von rund sechs Stunden. Stattdessen schiesst man sich bereits nach viereinhalb Stunden über die Ziellinie. Wer das Spiel wegen der sieben relativ kurzen Kampagnen-Kapitel kauft, kann schon fast am gleichen Nachmittag nochmals in den Gameladen seiner Wahl rennen.

Fazit

Schade um die eigentlich spannende Story, die ohne grössere Hurra-Patriotismus-Salven auskommt: Die Kampagne von «Homefront» ist viel zu kurz und eigentlich nur der Aufgalopp für den um einiges stärkeren Multiplayer-Modus. «Homefront» ist nicht direkt schlecht, wirkt aber technisch veraltet und kann gegen die starke Konkurrenz wie «Crysis 2» oder «Killzone 3» in keiner Weise bestehen.

Wertung: 6 von 10 an einem Nachmittag durchgespielten Kampagnen

Top 3

1 Angespielt: Death by Degrees Sexy Nin(j)a auf Spielerfangbullet
2 iPad-Game Gangster im Grossformatbullet
3 Test Keine Medaille für «Torino»bullet

Games

Wie ist «Homefront»?»

  • 35,8% Top
  • 64,2% Flop