Test: Mortal Kombat Blutiges Comeback

  • Publiziert: 05.05.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Martin Steiner

Nach dem eher blutarmen Ausflug ins DC Universe kehrt die «Mortal Kombat»-Reihe mit vollem Rotpixel-Einsatz zurück zu ihren Wurzeln – was dem Spiel sehr gut bekommt. Wir haben das gewalt(tät)ige Prügelspiel getestet.

Übersicht
Das mehrmals verfilmte Prügelspiel «Mortal Kombat» erreichte in früheren Ausgaben seine Berühmtheit vor allem durch seine unzimperliche Inszenierung. Neben wahren Blutbächen liessen sich mit sogenannten Fatalitys die Gegner am Schluss in ihre Einzelteile zerlegen. Nach der eher harmlosen Zusammenkunft mit den Comic-Charakteren des DC Universe sind die «Mortal Kombat»-Fighter in der 2011er-Ausgabe nun wieder unter sich. Und dies tut dem Spiel durchaus gut.

[+] Gigantische Modivielfalt
Während die Capcom-Prügler wie «Street Fighter» beim Drumherum eher spartanisch daher kommen, glänzt die «Mortal Kombat»-Reihe mit einer riesigen Modivielfalt. So ist im Spiel ein umfangreicher Story-Modus zu finden, der die Ereignisse der bisherigen Spiele als Grundlage nimmt. Darin übernehmen verschiedene Figuren die Hauptrolle, die in umfangreichen Zwischensequenzen vorgestellt werden und auch Kämpfe zu bestehen haben. Daneben sind im Spiel aber auch ein Arcade-Modus, ein Turm mit 100 Herausforderungen, Tag-Team-Varianten und vieles mehr zu finden. Für jede bestandene Herausforderung gibt es Münzen mit denen sich Hunderte neue Kostüme, Artworks oder neue Fatalaties freischalten lassen. Kurz: So schnell langweilig wird es mit «Mortal Kombat» auch mit den Online-Möglichkeiten nicht so schnell.

[+] Umfangreiches Tutorial
Neben den bereits erwähnten Modi besitzt das Spiel ein umfangreiches Tutorial. Dabei kann der Spieler in Missionen die Steuerung der verschiedenen Manöver und auch die taktischen Kniffe erlernen. Etwa wie man eine Kombo des Gegners unterbricht oder während eines Wurfmanövers des Gegners zum Konter ansetzt. Hier zeigt sich das Spiel sehr einsteigerfreundlich, zumal auch das Kampfsystem nicht mit überkomplexen Fingerverbiegungen aufwartet.

[+] Taktische Prügeleien
Auch wenn das blutige Geschehen zunächst relativ chaotisch aussieht, benötigt man doch eine gewisse Taktik, um in den Kämpfen bestehen zu können. Mit ausgeteilten oder eingestecken Hieben und Tritten füllt sich am unteren Bildschirmrand ein Balken. Mit jedem gefüllten Drittel lässt sich eine neue Attacke auslösen. Besonders wichtig sind hier der Combo-Breaker und die X-Ray-Attacke. Während erstere eine Combo des Gegners unterbricht verursacht letztere besonders viel Schaden. Da sich der Balken nach jedem Einsatz wieder leert, muss man sich hier entscheiden, welche Spezialfähigkeit zu welchem Zeitpunkt mit Vorteil zum Einsatz kommt.

[+] Coole X-Ray-Moves
Neben den Fatalaties am Schluss des Kampfes, können nun während den Fights auch sogeannte X-Ray-Attacken eingesetzt werden. Falls diese gelingt, wechselt das Spiel in eine Röntgen-Ansicht, wobei dann die durch die Attacke verursachten Knochenbrüche zu sehen sind. Dies sieht nicht nur spektakulär aus, sondern gibt auch ein befriedigendes Gefühl, wenn eine solcher Angriff gelingt, ohne dass der Gegner entkommt.

[–] Schlecht ausbalancierte Gegner
Die künstliche Intelligenz der vom Spiel gesteuerten Gegner ist auch auf hohen Schwierigkeitsgraden weit weg davon perfekt zu sein. So kann man zum Teil mit einem einzelnen Manövern einen Feind bezwingen, ohne dass dieser grosse Gegenwehr zeigt. Andererseits verfügen dann Endgegner über unblockbare Attacken, mächtige Konter und einen riesigen Lebensbalken, was dann zu Frustrationen führen kann.

Fazit

Zwar ist das Kampfsystem nicht ganz so raffiniert wie bei der Konkurrenz. Trotzdem benötigt auch «Mortal Kombat» ein gewisses Können, um bestehen zu können. Reine Tastenprügler sehen gegen erfahrene Kombattanten kein Land. Allerdings ist die Einstiegshürde relativ niedrig und dank dem hervorragenden Tutorial kommen auch Anfänger schnell zurecht. Ansonsten überzeugt das Spiel mit seiner heftigen Inszenierung und seinem riesigen Umfang, bei dem auch Solospieler voll auf ihre Kosten kommen.

Wertung: 9 von 10 gebrochenen Knochen

Mortal Kombat, für PS3 und Xbox 360, ab 18 Jahren

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