Test: Command & Conquer – Red Alert 3 Alarmstufe Wahnsinn

Die Russen müssen verrückt sein. Zumindest im Echtzeitstrategiespiel «Red Alert 3». Die von echten Schauspielern «vorgetragene» Story ist haarsträubend, das Spiel dadurch amüsant.

  • Publiziert: 06.11.2008, Aktualisiert: 13.01.2012
  • von Martin Steiner

Mit dem Ausgang des Kalten Krieges und der momentanen militärischen Vormachtsstellung der USA sind die Russen in «Command & Conquer – Red Alert 3» gar nicht zufrieden. Als Urheber der US-Überlegenheit machen sie schnell Albert Einstein aus, den sie dank eines Zeitmaschinenprototypen flugs aus der Weltgeschichte entfernen. Wieder zurück im Jetzt stellen sie allerdings fest, dass die USA nicht nur gleich stark geblieben sind. Auch die Japaner, im Spiel bekannt als Reich der aufgehenden Sonne – streben die Weltherrschaft an.

So trashig die Story, so abgefahren auch die in echt gefilmten Zwischensequenzen. Tim Curry («Rocky Horror Picture Show») gibt einen herrlich überdrehten russischen Präsidenten ab – inklusive Sprachakzent. Highlight ist aber J.K. Simmons («The Closer»), der den US-Präsidenten wie auf Drogen spielt. Playmate Jenny McCarthy oder Peter Stormare («Prison Break») runden das perfekt unperfekte Schauspieler-Ensemble ab.

Spielerisch ist «Red Alert 3» schliesslich ein unterhaltsames, wenn auch etwas konventionelles, dafür aber wie bereits «Tiberium Wars» sehr schnelles Echtzeitstrategiespiel. Wichtigste Neuerung: Alle drei Kampagnen der einzelnen Weltmächte sind für den Kooperations-Modus ausgelegt und können auch zu zweit gespielt werden. Alleine bekommt man einen Co-Commander zur Seite gestellt, dem man einfache Befehle geben kann. Abgesehen davon agiert er grösstenteils vom Computer gesteuert – und das nicht mal so schlecht wie befürchtet, aber auch nicht so gut wie ein echter Mitspieler.

Viele weitere Elemente sind bereits aus «Command & Conquer 3 – Tiberium Wars» bekannt. So stampft man zu Beginn eine Basis aus dem Boden, in deren Fabriken dann verschiedene Units produziert werden. Etwas spezieller sind die Einheiten: Neben allerlei Panzer, Flieger und Boote greifen auch Delfine und Bären in die Gefechte ein. Zusätzlich gibt es Hybrid-Fahrzeuge, die sich auf dem Wasser wie auch auf Land bewegen können.

Die Steuerung ist gelungen – bis auf ein riesiges Manko: Die Spielumgebung lässt sich nur sehr beschränkt verkleinern, was das Verschieben oder Auswählen von Kriegsmaterial unnötig kompliziert macht. Noch mühsamer ist die ungenügende Wegfindung. So kann es vorkommen, dass bei mangelnder Aufmerksamkeit die Einheiten einzeln beim Gegner ankommen und dort aufgerieben werden.

Ansonsten ist «Command & Conquer – Red Alert 3» ein Strategiespiel, das sich zu keiner Zeit ernst nimmt. Der Humor ist zwar nicht so böse wie in der «Generals»-Ausgabe inklusive Anthrax-Werfer, kann aber trotzdem mit einige Spitzen aufwarten. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass tödliche Kriegsdelphine einmal über die Zukunft der Welt entscheiden.

play Das Spiel selbst ist quietschbunt und leider mit einigen Bedienungsmängeln behaftet.

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