Test: «The Witness» Als Spiel getarntes Rätselheft

Im neuen Spiel von Jonathan Blow («Braid») verschlägt es den Spieler auf eine einsame Insel. Einzig 600 Tafeln warten darauf, dass jemand auf ihnen eine korrekte Linie einzeichnet.

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Übersicht
Einige der besten Spiele beruhen darauf, dem Spieler knackige und innovative Rätsel vorzusetzen. In Perfektion gezeigt haben dies zum Beispiel der Puzzle-Shooter «Portal» und sein Nachfolger. Dort muss der Spieler zwei Löcher in die Wände schiessen, die sich dann als Ein- und Ausgang einer Tür direkt miteinander verbanden. Ein Puzzle-Spiel ist auch «The Witness». Nur leider kein sonderlich innovatives oder abwechslungsreiches.

Das hat uns gefallen
Im Grossteil der über 600 Rätsel geht es darum, auf einer Tafel eine korrekte Linie einzuzeichnen. Mal gilt es, wie in einem Labyrinth einen Strich vom Eingang bis zum Ausgang zu ziehen. Mal müssen Segmente mit weissen und schwarzen Punkten voneinander getrennt werden. Oder man muss auf die Tonlage von Vogelgezwitscher achten, um die Lösung zu finden. Angenehm: Die Insel ist wie eine kleine offene Welt mit rund 20 Puzzleserien. Obwohl sich einige Rätsel erst beginnen lassen, wenn man andere beendet hat, bietet das Game genügend neue Einstiegspunkte, wenn man an einem anderen Ort mal nicht weiterkommt.

Trailer zu «The Witness»

 

Auch optisch überzeugt das Spiel. So ist die Insel zwar nicht wahnsinnig detailreich. Dafür sind die einzelnen Abschnitte in hübsche Pastelltöne getaucht. Und ein Blick in die Ferne lässt auch dank des schönen Wetters und dem stahlblauen Himmel schon fast Ferienstimmung aufkommen. Kurzum: Eigentlich die richtige Atmosphäre, um richtig knackige Aufgaben zu lösen.

Das hat uns genervt
Auch wenn die Variationen innerhalb des engen Rätselkorsetts relativ gross sind, bleibt es eigentlich während des ganzen Spiels das gleiche Puzzle: das Einzeichnen einer korrekten Linie. Während man das in den ersten Stunden noch enthusiastisch in Angriff nimmt, knabbert die Monotonie mit der Zeit an der Motivation. Die «Myst»-Spiele waren hier um einiges vielfältiger. Kommt dazu, dass sich neben den Rätseln auf der Insel so furchtbar wenig finden lässt. Hier gibt es keine Gespräche mit anderen Figuren oder nur ansatzweise eine Story. Stattdessen findet man gesprochene Zitate oder Videoausschnitte von Reden berühmter Wissenschaftler wie Richard Feynman, die dem Ganzen wohl einen intellektuellen Touch geben wollte.

play

 

Weiter sind die Lösungen vieler Rätsel oft nicht wirklich schwierig. Nur das Erkennen der Regeln, wie zum Beispiel, dass die Sonne im richtigen Winkel auf das Panel leuchten muss, kann etwas länger dauern. Alles was danach folgt, hat mehr mit Arbeit als mit Knobeln zu tun. Während man in «Portal» öfters «Wow, das war brillant!» denkt, geht einem in «The Witness» eher «Endlich ist es geschafft!» durch den Kopf. Dazu trägt auch bei, dass man die Lösung einiger Rätsel aus verschiedenen Quellen zusammentragen muss. Hier helfen entweder ein fotografisches Gedächtnis, Papier und Bleistift oder die Screenshot-Funktion der PS4, die wir noch nie so oft benutzt haben wie bei «The Witness». Eine Hilfe im Game wird passend zur spartanischen Präsentation leider nicht geboten.

Fazit

Eigentlich würde sich «The Witness» wie ein Rätselheft perfekt als Zeitvertreib für eine lange Flugreise eignen – nur dass man dort oft keinen PC und keine PS4 mitschleppt. Das grösste Problem bleibt aber, dass man bei den meisten Rätseln nicht den befriedigenden Moment spürt, wenn es «Klick» macht. Denn oft ist die Lösung relativ schnell klar, das Zusammentragen der benötigten Information öfters hingegen mühsam. Wer damit keine Probleme hat, bekommt ein Spiel, dass man ähnlich wie einen Sudoku-Block am besten in kleinen Portionen geniesst. Auf unserer nächste Flugreise greifen wir für unsere Knobel-Bedürfnisse aber sowieso wieder zu einem Spiel der «Professer Layton»-Reihe.

Wertung: 6 von 10 erarbeiteten Puzzle-Lösungen

The Witness, für PC, iOS und PS4, ab 3 Jahren, 38 Franken bei Steam, 36.90 Franken bei PSN


 

Publiziert am 04.02.2016 | Aktualisiert am 04.02.2016
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