Test: Ori and the Blind Forest So putzig – und trotzdem knüppelhart

Von der süssen Aufmachung von «Ori and the Blind Forest» sollte man sich nicht täuschen lassen: Der Schwierigkeitsgrad des Spiels richtet sich primär an Hüpfveteranen. Wir haben das 2D-«Jump 'n' Run» getestet.

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Übersicht
«Ori and the Blind Forest» stammt von den Moon Studios, deren Entwickler kein eigenes Büro haben. Stattdessen sind sie kreuz und quer über die Welt verteilt. Das hat sie aber nicht davon abgehalten, ein Jump 'n' Run für die Xbox One und den PC zu entwickeln, das es in sich hat. Der Spieler übernimmt darin den kleinen Waldgeist Ori. Seine Aufgabe ist umso grösser: Eine unbekannte Macht hat den bisher gesunden Nibel-Wald absterben lassen. An Ori liegt es nun, in den Tempeln von Wasser, Wind und Wärme das Licht zu entzünden, um die Umgebung wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Das hat uns gefallen
Der Prolog entführt den Spieler zunächst in blühende und farbenprächtige Landschaften, bevor das einschneidende Ereignis nicht nur den Wald zerstört, sondern auch Oris Ersatzmutter Naru dahinrafft. Mit der trickfilmreifen Optik und dem orchestralen Soundtrack ist bereits der Anfang so emotional in Szene gesetzt, dass wir sogar als hartgesottene Gamer beinahe eine kleine Träne verdrücken mussten. Dass sich die Entwickler unter anderem die japanischen Animés der Ghibli-Studios («Prinzessin Mononoke») zum Vorbild genommen haben, sieht man dem Spiel an.

Nach rund 15 Minuten gehts dann ans Eingemachte. Die Umgebung ist als offene Welt aufgebaut, die sich je nach Bedarf kreuz und quer behüpfen lässt. Ein wichtiges Hilfsmittel ist die Karte, die nicht nur den richtigen Weg, sondern auch die Standorte von Power-Ups anzeigt. Grüne Kugeln dienen als zusätzliche Lebensenergie. Mit blauen Orbs kann man verschiedene Spezialattacken ausführen oder an einem beliebigen Ort speichern – was es nicht zu vergessen gilt, da das Game keine Autospeicherfunktion besitzt. Zudem lassen die Gegner auch gelbe Kugeln liegen, mit denen man neue Talente freischaltet. So kann Ori mit der Zeit unbegrenzt unter Wasser atmen oder stärkere Energiekugeln auf die Feinde des Waldes abfeuern. Kurzum: Es lohnt sich, die grosse Umgebung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im Verlauf des Spiels erlernt Ori immer neue Fähigkeiten. So kann er als Erstes zum Beispiel an Wänden entlang nach oben hüpfen. Später kommen zum Beispiel Doppelsprünge, ein mächtiger Stampfer oder die Möglichkeit, durch die Umgebung zu segeln, dazu. Zusätzlich kann Ori sich an gewisse Objekte oder Gegner heranziehen und danach in eine selbstgewählte Richtung spicken lassen. Durch die neuen Fertigkeiten werden auch immer grössere Gebiete zugänglich. Als Spieler gilt es, die verschiedenen Möglichkeiten perfekt zu kombinieren und zu timen. Ansonsten landet Ori schnell mal in einer Stachelfalle oder wird von einem herunterfallenden Stein erschlagen. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar hoch, aber nur selten unfair, und lässt sich mit den vielen Möglichkeiten, den Held zu verstärken, zusätzlich etwas dämpfen.

Das hat uns genervt
Manchmal ist das Leveldesign etwas zu konstruiert. Spätestens wenn jeder Sprung über kleine Plattformen sitzen muss, weil man sonst in den bildschirmdominierenden Stacheln landet, sind wiederholte Tode vorprogrammiert. Hier spielt es dann auch keine Rolle, wieviel zusätzliche Lebensenergie man bereits eingesammelt hat.

Auch einzelne Fluchtsequenzen können am Nervenkostüm zerren. Dies nicht unbedingt weil sie wahnsinnig schwierig wären, sondern weil man erst durch mehrmaliges Sterben herausfindet, wann und wo welche Fallen auf Ori warten. Kennt man hingegen schliesslich den ganzen Weg in die Freiheit, ist das Ganze oft relativ trivial.

Publiziert am 08.04.2015 | Aktualisiert am 08.04.2015

Fazit

Mit seiner grossen, abwechslungsreichen Welt und der gelungenen Steuerung gehört «Ori and the Blind Forest» zur absoluten Jump'n'Run-Topliga. Etwas schade ist, dass nach dem fantastischen Prolog die Story nur noch die zweite oder dritte Geige spielt. Dank der grandiosen Optik, der präzisen Steuerung und dem knackigen Schwierigkeitsgrad gehört Oris Abenteuer zu unseren Lieblingsspielen des bisherigen Jahres.

Wertung: 9 von 10 von Stacheln aufgespiesste Waldgeister

Ori and the Blind Forest, für PC und Xbox One, ab 7 Jahren

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