Test: «Need for Speed» In der Welt von Fistbumps und Monster-Drinks

Nach einem Jahr Pause ist die «Need for Speed»-Reihe zurück. Während die neue Ausgabe einige Elemente brillant hinkriegt, geben andere wahre Fragezeichen auf. Wir haben getestet, ob sich das Warten dennoch gelohnt hat.

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Übersicht
Die «Need for Speed»-Reihe ist bereits durch viele Mutationen gegangen. Mal stehen actionreiche Karacho-Rennen, mal die Flucht vor der Polizei im Vordergrund. Sogar möglichst realistisches Rennfahren mit Cockpit-Ansicht stand schon auf dem Programm. Nach dem tollen «Need for Speed – Rivals», das eine Art Best-of war, konzentriert sich der neue Teil auf illegale, nächtliche Strassenrennen und Drift-Wettbewerbe. Zusätzlich hat man dem Spiel eine in echten Filmschnipseln inszenierte Story spendiert, in der fünf Autosüchtige versuchen, ihren in Echt existierenden Vorbildern (wie Rallye-Star und Youtube-Legende Ken Block) nachzueifern.

Das hat uns gefallen
Das Game geht in der Stadt Ventura City über die Bühne, die massig Strassenkilometer zu bieten hat. In der Innenstadt geht es um enge 90-Grad-Ecken oder über schnurgerade Highways, während etwas ausserhalb passähnliche Strassen inklusive Haarnadel-Kurven auf dem Programm stehen. Die nächtliche Umgebung sieht toll aus. Auf den feuchten Strassen spiegeln sich die Lichter der Strassenlampen, und das Tempogefühl ist fantastisch, wenn man mit Tempo 300 über die Autobahn brettert.

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Zwar besitzt das neue «Need for Speed» rund 50 verfügbare Fahrzeuge. In der eigenen Garage haben aber leider nur fünf Boliden Platz, die sich jedoch mit unzähligen Upgrades wie neuen Motorblöcken oder Luftfiltern versehen lassen. Daneben kann man aber auch das Fahrverhalten in verschiedenen Kategorien wie Reifendruck, Differential und Lenkeinschlag feinabstimmen. Wer sich damit nicht beschäftigen möchte, kann auch einfach wählen, ob das Auto schnell driften oder möglichst ohne Rutscher um die Kurve kommen soll. Wer Zeit und Musse hat, kann die halbe Zeit des Spiels aber in der Garage verbringen.

Das war so schlecht, dass es bereits wieder toll war
Bei der Geschichte rund um die fünf Helden weiss man nicht so recht, ob man sich fremdschämen oder das Ganze als «guilty pleasure» geniessen soll. Jedenfalls hat man für die Filmausschnitte Schauspieler organisiert, die in Hollywood samt und sonders eine Nominierung für die goldene Himbeere als schlechteste Schauspieler verdient hätten – und dabei sogar Adam Sandler Konkurrenz machen würden. Aber gerade weil das Script – bei dem das Einschlagen mit der Faust als Begrüssung eine wichtige Rolle spielt – so furchtbar ist und die Darsteller so untalentiert sind, sind die Videoschnipsel oft zum Schreien komisch.

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Das hat uns genervt
Dass die erste Polizeimission daraus besteht, dass man die Gesetzeshüter für zwei Minuten nicht(!) abhängen darf, ist schon ein Hinweis, was die Cops im Spiel taugen. Genau: Nichts. Während frühere Spiele heisse Online-Rennen zwischen fünf Racern und fünf Polizisten zu bieten hatten, darf man im neuen «Need for Speed» nur die Raser spielen, und die Cops verkommen zur absoluten Nebensache.

Zudem ist die Gummiband-Mechanik – die anderen Fahrer passen sich der eigenen Geschwindigkeit an – so stark wie nie zuvor. Dies ist besonders ärgerlich, wenn man eigentlich ein perfektes Rennen gefahren ist, in der letzten Kurve noch einen Fehler macht und dann auf den letzten Platz zurückgereicht wird. Kommt dazu, dass die anderen Autos einem teils mit einem Tempo-Überschuss von gefühlten 100 Stundenkilometern vor die Nase fahren. Besonders ärgerlich: Auf der Strasse sind ausser einer blauen Linie keinerlei Hinweise auf den Streckenverlauf zu erkennen. Zumindest eine andere Farbe vor scharfen Kurven wären kein übermässiger Luxus gewesen. 

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Auch der zwingende Online-Modus taugt nur für Leute, die sich mit Freunden ins gleiche Spiel stürzen. Solo-Spieler treffen die anderen Fahrer mal auf der Strasse, ohne dass einen das Spiel dazu ermuntert, gross mit ihnen zu interagieren.

Publiziert am 12.11.2015 | Aktualisiert am 12.11.2015

Fazit

Während die Grundpfeiler – das Tuning und das Fahrgefühl auf der Strasse – im neuen «Need for Speed» absolut überzeugen, patzt das Game bei vielen anderen Dingen. Besonders ärgerlich ist die Gummiband-Mechanik, die gefühlt um einiges stärker ist als früher. Während die Events ohne direkten Gegner – zum Beispiel gegen die Uhr – oft viel zu einfach sind, reicht bei den eigentlichen Rennen ein kleiner Fehler kurz vor Schluss, damit man den ganzen Event nochmals neu starten muss. Zudem waren die Veranstaltungen in «Rivals» aus dem Jahr 2013 eine wesentlich spektakulärere und packendere Angelegenheit – zumal dort auch die Streckenführungen etwas vielfältiger waren.

Wertung: 6 von 10 verpassten Autobahn-Ausfahrten

Need for Speed, für PS4 und Xbox One, ab 12 Jahren

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