Test: «Mad Max» Auch in der Wüste wäscht eine Hand die andere

Neben einem Film hat der durchgeknallte Mad Max dieses Jahr auch ein Spiel spendiert bekommen. Darin brettert er mit seiner Karre durch eine riesige offene Welt, in der es an allen Ecken und Enden etwas zu tun gibt.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ab März auf noch mehr Handys Super Mario erobert jetzt auch Android
2 Nintendos neue Konsole 14 Fragen und Antworten zur Switch
3 Nintendo Switch ab 3. März 2017 «Zelda» zum Start, «Mario» im Herbst

Games

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
15 shares
Fehler
Melden

«Mad Max» für PC bei Digitec kaufen (44.90 Franken)
«Mad Max» für PS4 bei Digitec kaufen (68 Franken)
«Mad Max» für Xbox One bei Digitec kaufen (68 Franken)

Übersicht
Bereits im Intro zu «Mad Max» wird klar, dass das Spiel keine Gnade kennt. Obwohl Max dem lokalen Warlord Scrotus, seinem Erzfeind, eine Kettensäge durch den halben Schädel treibt, überlebt dieser und lässt den Protagonisten schwer verletzt in der Wüste zurück. Dieser kann sich aus seiner misslichen Situation befreien, hat aber ein Problem: Seine Karre ist weg. Zusammen mit seinem loyalen Mechaniker und Begleiter – dem buckligen Chumbucket – macht er sich auf, ein neues Auto zu bauen. Jedoch wäscht auch mitten in der Wüste eine Hand die andere, und so muss er einige Aufträge erledigen, um an die wertvollsten Autoteile zu kommen.

Das hat uns gefallen
Obwohl «Mad Max» ganz klar ein Actiongame ist, besitzt es eine umfangreichere Charakterentwicklung als manches Rollenspiel. So kann Max neue Attacken erlernen, während bessere Jacken einen Teil der feindlichen Hiebe abfangen oder Schlagringe beim Gegner mehr Schaden anrichten. Daneben gilt es, auch sein Auto, den Magnum Opus, mit neuen Stossdämpfern, Frontrammen, Bremsen oder Waffen auszustatten. Als letzte Möglichkeit lassen sich auch noch verschiedene statistische Werte wie Lebensenergie, Benzinverbrauch oder die Menge Wasser, die Max an Brunnen findet, verbessern. Im Ganzen kommt das Spiel auf knapp 40 verschiedene Möglichkeiten, wie man Max und sein Auto aufwerten kann. In den meisten Punkten sind Unterschiede klar bemerkbar, was toll motiviert.

play

 

Ebenso vielseitig sind die Tätigkeiten in der Wüste. Neben den Haupt- und Nebenmissionen ist die Umgebung in verschiedene Regionen eingeteilt, in denen Max durch das Niederreissen von Vogelscheuchen, das Ausschalten von Sniperstellungen oder das Entschärfen von Minenfeldern die Bedrohungslage von 5 auf 0 senken kann. Dies schaltet nicht nur neue Teile frei, sondern freut auch lokale Verbündete, deren Lager Max mit gefundenen Gegenständen ausbauen kann. Zusätzlich kann der Protagonist an verschiedenen Markierungen auf der Karte den als Währung dienenden Schrott finden. Oder in verschiedenen Rennveranstaltungen neue Autos freischalten.

Die wichtigste Nebentätigkeit ist aber, in Lager einzudringen und dort mit den verschiedenen Fraktionen wie den Handlangern von Scrotus, den Roadkills oder den Buzzards aufzuräumen. Jede der rund 20 feindlichen Basen ist anders aufgebaut und besitzt mit Feuerspeiern oder Snipertürmen eine äussere Verteidigunglinie, die man zuerst ausschalten sollte, bevor man dann im Lager vor allem mit den Fäusten auf die Feinde losgeht. In sogenannten «Top Dog»-Stellungen ist zudem ein Boss zu finden, den es meist auf eine spezielle Art zu besiegen gilt – zum Beispiel mit Messerattacken.

play

 

Den meisten Spass hatten wir aber mit den feindlichen Strassenkonvois, bei denen Max gegen eine Gruppe von Autos antritt, denen er mit dem Greifhaken die Räder ausreisst, sie mittels Rammen zur Explosion bringt oder schlicht und einfach mit der Schrotflinte den Fahrer umlegt. Hier bietet das Game viele Möglichkeiten, um ein feindliches Fahrzeug zum Stillstand zu bringen.

Das hat uns genervt

Grosse Teile der Hauptgeschichte sind äusserst banal und drehen sich darum, wie der Held in den Ort Gastown und an einen V8-Motor kommt. Ist dies geschafft, ist das Game auch schon fast vorbei. Sämtliche Figuren – inklusive Max – bleiben blass, und durchgeknallt ist der einzige Charakterzug, der einem bei ihnen in den Sinn kommt. Einzig Max’ Begleiter Chumbucket gewinnt mit der Zeit etwas an Tiefe.

play

 

In den Kämpfen sind die Munition für die Schrotflinte und die Messer so beschränkt, dass Max meistens auf seine Fäuste vertraut. Hier zeigt sich dann auch die grösste Schwäche des Spiels: Das Kampfsystem wirkt wie eine Light-Version der Fights aus der «Batman»-Reihe. Egal wieviele Gegner auftauchen, Max kann praktisch alles wegblocken. Und im Wutmodus, der nach einer gewissen Zahl an gelungenen Aktionen ausgelöst wird, haut Max fast alles problemlos weg, was ihm vor die Fäuste kommt. So spektakulär die Auseinandersetzungen inszeniert sind, so anspruchslos sind sie spielerisch geraten.

Publiziert am 28.09.2015 | Aktualisiert am 28.09.2015

Fazit

Hier haben Game und Film eines gemeinsam: Beides konsumiert man nicht wegen der Story. Im Falle des Spiels vermögen aber die vielen Nebenmissionen und weiteren Aktivitäten zu motivieren – zumal es dem Game gelingt, die vielen Verstärkungen klar zu kommunizieren und man diese auch spürt. So kommen hier vor allem Leute auf ihre Kosten, die ein Spiel möglichst komplett geniessen und jede noch so kleine Aufgabe erledigen wollen. Wer hingegen nur die Story durchspielt, dürfte sowohl vom Inhalt als auch vom rund 10-stündigen Umfang enttäuscht sein – zumal auch der Schluss eher missraten ist.

Fazit: 8 von 10 umgerissenen Vogelscheuchen

Mad Max, für PC, PS4 (Testversion) und Xbox One, ab 18 Jahren

teilen
teilen
15 shares
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS