Test: Just Cause 3 Spektakel ja, aber stimmt auch der Rest?

Satte Action in einer riesigen offenen Welt ist das Rezept für ein erfolgreiches Spiel. «Just Cause 3» überzeugt bei den Hauptzutaten – bei den Beilagen wirkt das neue Abenteuer von Rico Rodriguez aber ziemlich fad.

Trailer zu «Just Cause 3»

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Übersicht
Nach den Ereignissen des letzten Spiels kehrt Rico Rodriguez zurück in seine Heimat. Im fiktiven Inselstaat Medici – ganz klar von Italien inspiriert – hat der Diktator General Sebastiano Di Ravello die Macht ergriffen. Zusammen mit seinem alten Kumpel Mario führt Rico die Revolution an. So beginnt er, eine Region nach der anderen aus der Fuchtel des tyrannischen Diktators zu befreien. Dazu setzt er auf explosive Action, so dass schon mal gigantische Rauchwolken über Medici aufsteigen.

Das hat uns gefallen
Mit 32 auf 32 virtuellen Kilometern ist die Welt äusserst weitläufig. Zwar ist viel Wasser zu finden, aber die Landmasse ist gefühlt grösser als jene des Vorgängers. Und für die Grösse ist die Grafik hervorragend. Die vielen Dörfer sind mit viel Liebe fürs Detail in Szene gesetzt, und auch die Regionen dazwischen sind äusserst abwechslungsreich. Mal fährt Rico in seinem Auto durch weite grüne Ebenen, mal gehts über Haarnadelkurven auf einen Pass, mal fährt er, ähnlich wie bei der echten Axenstrasse in der Innerschweiz, durch eine Reihe von Tunnel am Wasser entlang.

Auch die vielen Möglichkeiten im Spiel machen Spass. So kann sich Rico unzählige Waffen, von Pistolen bis zum Raketenwerfer, zulegen. Zur Fortbewegung stehen Autos, Helikopter, Flugzeuge und Schiffe zur Verfügung. Wer es etwas gemächlicher mag, kann mal als Witz aufs Moped oder sogar in den Traktor steigen. Am spektakulärsten ist aber das Reisen per Deltasegler, Wingsuit und Greifhaken. Dabei kann sich Rico zum Beispiel mit dem Greifhaken an einem Haus hochziehen, sich in die Luft katapultieren, den Deltasegler öffnen und eine Weile fliegen, bevor er danach im Wingsuit in Windeseile über die Oberfläche gleitet. Dies macht auch Stunden nach Spielstart noch Spass.

Mit dem Greifhaken kann man aber auch zwei Objekte miteinander verbinden. Dies führt besonders in den feindlichen Basen zu spektakulären Explosionen, etwa wenn man zwei Gastanks ineinander krachen lässt. Allerdings ist man oft so mit den Gegnern beschäftigt, dass es öfters einfacher ist, die vielen explosiven Objekte zu durchlöchern und so zur Explosion oder zum Einsturz zu bringen.

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Ein Lob geht auch noch an die Synchronisation. Mit Moritz Bleibtreu hat Rico eine prägnante Stimme. In der deutschen Fassung verzichtet man bei der Übersetzung zudem auf einen übermässig italienischen Fake-Akzent, der uns im Original schon nach wenigen Minuten auf den Zeiger geht.

Das hat uns genervt
Zwar besitzt «Just Cause 3» eine riesige Welt, allerdings sind die spielerischen Inhalte relativ eintönig. Die Hauptmissionen vermögen nicht so richtig zu packen, und dazwischen gilt es primär, Orte zu befreien und Stützpunkte des Diktators zu zerstören. Während dies in den ersten Stunden noch Spass macht, stellt sich mit der Zeit eine gewisse Routine ein, und so wirkt das ganze Spiel ziemlich repetitiv. Am besten zockt man das Game in vielen kurzen Sessions.

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Ein heftiger Designpatzer stellt die Charakterentwicklung dar. Zwar kann man für Rico viele neue Fertigkeiten freischalten. Allerdings ist man dazu gezwungen, in der Welt verstreute Minispiele – wie ein Zeitfahren mit dem Auto und dem Helikopter oder Schussübungen in einem Schiessstand – zu absolvieren. Für Aktionen im richtigen Spiel spült es zwar Punkte in die sogenannte Chaos-Anzeige. Diese hat aber überhaupt keinen Einfluss auf die Charakterentwicklung. Ein herkömmliches Levelsystem wie in ähnlichen Spielen hätte hier definitiv mehr motiviert – zumal die gebotenen Minispiele so wie eine lästige Pflicht wirken.

Fazit

In kurzen Sitzungen macht «Just Cause 3» vor allem dank seiner witzigen Möglichzeiten zur Fortbewegung und den gewaltigen Explosionen massig Spass. Allerdings sind die Aufgaben innerhalb der riesigen Welt ziemlich eintönig und wiederholen sich schnell. Zudem gelingt es dem Game kaum, etwa durch ein Levelsystem oder durch in der Spielwelt freischaltbare Fähigkeiten, den Spieler länger bei der Stange zu halten. Schade um die schöne Welt, die nicht nur riesig ist, sondern auch toll aussieht und eigentlich Inspiration genug gewesen wäre, um sie mit raffinierten Inhalten zu füllen. Das Spiel zu «Mad Max», das von den gleichen Entwicklern stammt, motiviert wesentlich besser und bietet abwechslungsreichere Unterhaltung.

Wertung: 6 von 10 in die Luft fliegende Tankstellen

Just Cause 3, für PC, PS4 und Xbox One, ab 18 Jahren

Publiziert am 09.12.2015 | Aktualisiert am 10.12.2015
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5 Kommentare
  • jahn  berger 10.12.2015
    Just cause 3 ist leider verbugt zb 2 missione eine schrecklicke reaktion kann erst gar nicht gespielt werden da spiel falsch lädt. und bei mehren orten kommt der kommander nicht.
  • Steve  Barnes 10.12.2015
    Vielleicht habe ich eine andere Version, aber bei der die ich bereits durchgespielt habe, heisst der alte Kumpel Mario, nicht Luigi...
    Ansonsten bin ich vollkommen einverstanden mit der Kritik. Was anfangs noch sehr spassig ist, wiederholt sich zu oft und wird eintönig, ja fast schon langweilig. Mit der möglichen Hakenverbindung lässt sich in sinnfreien Sessionen aber noch sehr viel unterhaltsames und lustiges anstellen.
  • andi  lindner aus luzern
    10.12.2015
    Würde Rico auf einen fliegenden Teppich daherkommen, würden viele schreien, so ein Schwachsinn!
    Dafür finden es alle Geil, wenn er auf Flügeln von Kampfjets im Flug steht und problemlos darauf herumgeht.
    Na ja, Volksverblödung eben.
    • Marco  Weber 10.12.2015
      Herr Lindner es ist ein SPIEL!!!!!!
      ein SPIEL Herr Lindner das darf und soll Unrealistisch sein!
      Beschäftigen Sie sich doch einfach nicht damit und schon ist alles gut!
    • andi  lindner aus luzern
      11.12.2015
      Ja klar Herr Weber...ein Spiel. Genauso wie Bauer-sucht-Frau oder Bachelor gescriptete und geführte Sendungen sind, die nichts mit der Realität zu tun haben......aber immer noch Leute gibt die denke, das es "echt" ist.