Test: Homefront – The Revolution Die Rebellion erleidet viele Rückschläge

Der Shooter «Homefront – The Revolution» ging durch die Entwicklungshölle und musste zwei Mal den Publisher wechseln. Ein tolles Spiel wäre unter diesen Umständen ein Wunder gewesen. Wäre.

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Übersicht

Das erste «Homefront» erschien 2011 unter THQ, und auch der Nachfolger erlebte noch dort die Geburtsstunde. Doch kurz danach ging der Publisher pleite – und auch die nächste Station Crytek geriet in arge finanzielle Schieflage. So landete das Projekt schliesslich Mitte 2014 bei Deep Silver. Dass dieser ständige Wechsel einer Game-Entwicklung nicht gut tun kann, ist klar – und so merkt man «Homefront – The Revolution» die Turbulenzen auch an.

Dabei hätte das Szenario einiges an Potenzial geboten: In einer alternativen Zeitlinie entwickelt sich Nordkorea zum weltweiten Hightech-Leader. Mit dem so erworbenen Geld schustert sich der Schurkenstaat eine schlagkräftige Armee zusammen, die sich schon bald über die heruntergewirtschafteten USA hermacht. Doch in Philadelphia, der Wiege der amerikanischen Demokratie, regt sich im Untergrund der Widerstand.

 

Das hat uns gefallen

Eigentlich fängt das Spiel das Leben eines Widerstandskämpfer gut ein. Protagonist Ethan Brady ist kein Rambo, der es alleine mit der ganzen nordkoreanischen Armee aufnehmen kann. So gilt es, in den Strassenzügen von Philadelphia möglichst unerkannt voranzukommen und nur das Nötigste an Gegnern auszuschalten.

Die Umgebung ist in viele Stadtviertel unterteilt, in denen man verschiedene Punkte für die Rebellion erobern muss. Dies geschieht, indem man alle Gegner eliminiert, einen Generator einschaltet oder sonst eine kleine Aufgabe löst. So kann man sich mit der Zeit viele kleine Abschnitte zurückerobern, wo dann auch befreundete Kämpfer zur Waffe greifen. Zusätzlich lassen sich in der Umgebung viele weitere Mini-Missionen lösen wie zum Beispiel Radios mit Rebellions-Botschaften einzuschalten.

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Apropos Waffen: In den Lagern kann man mit gefundenem Geld unterschiedliche Knarren kaufen und verbessern. Dabei reicht die Auswahl vom Sturmgewehr über das Scharfschützengewehr bis hin zu einer Armbrust. Aber auch Gesundheitsspritzen oder neue Kleidung mit verbesserter Rüstung lassen sich erwerben. Wer sich hingegen neue Schuhe kauft, der kann leiser durch die feindlichen Reihen schleichen. Und falls doch mal Action gefragt ist, kommen auch Molotow-Cocktails, selbstgebastelte Granaten oder Böller zur Ablenkung zum Einsatz. Sprich: Die Möglichkeiten zur Bekämpfung der Nordkoreaner sind ziemlich vielseitig.

Das hat uns genervt

Während die Story toll startet und das Szenario gut eingeführt wird, flacht die Geschichte mit der Zeit ziemlich ab. Gewisse Handlungsstränge sind absolut vorhersehbar und die Nordkoreaner spielen, ausser als Kanonenfutter, überhaupt keine Rolle. Hier hätte ein charismatischer Feind dem Spiel gut getan.

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Dem Spiel das Genick bricht aber die Technik. Die Ballersteuerung wirkt ziemlich schwammig, ein Trefferfeedback ist, abgesehen von einem aufblinkenden Kreuz, kaum vorhanden. Noch schlimmer ist das Handling des Motorrads, das sich mehr schlecht als recht um eine Kurve fahren lässt. Und obwohl das Spiel optisch höchstens Durchschnittsware ist, bricht die Bildwiederholrate immer wieder sichtbar ein. An den Speicherpunkten kommt es sogar vor, dass das Geschehen für einige Sekunden einfriert - besonders nervig mitten in einer Schiesserei. Aber auch andere Unstimmigkeiten wie das sichtbare Aufploppen von Gegnern wirken technisch wenig ausgereift.

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Fazit

Zwar überzeugen das Grundkonzept und die Gameplay-Ideen. Bei der technischen Umsetzung hapert es bei «Homefront – The Revolution» aber gewaltig. Über viele Schwächen kann man zu Beginn zwar noch hinwegschauen, allerdings stören sie mit der Zeit massiv den Spielfluss. Der separate Kooperations-Modus hilft hier mit schlappen sechs Missionen à je rund 15 Minuten auch nicht mehr weiter. Um in höhere Wertungsregionen vorzustossen, wäre hier an allen Ecken und Enden nochmals ein massiver Feinschliff nötig gewesen.

Wertung: 5 von 10 gesichtslosen Nordkoreanern als Schiessbuden-Figuren

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Publiziert am 08.06.2016 | Aktualisiert am 08.06.2016
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