Test: «Firewatch» Auf Henry wartet ein heisser Sommer

Um mit seinem Leben klarzukommen, verbringt Henry einen Sommer als Feuerwache in einem amerikanischen Nationalpark. Doch dort gerät er mitten in eine Verschwörung, die ihn auf Trab hält.

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Übersicht
Eigentlich könnte Henrys Leben nicht glücklicher sein. Im Jahre 1975 lernt er Julia kennen und heiratet sie später auch. Doch im Alter von 42 wird bei ihr eine seltene und besonders frühe Form von Alzheimer festgestellt. Je nach Spielerentscheid kommt Julia in ein Heim oder lebt bei ihren Eltern. Der mit der Situation völlig überforderte Henry nimmt im Sommer 1989 ein Timeout. Als Feuerwache im Shoshone National Forest hofft er auf eine ruhige Zeit, während der er ein Buch schreiben will. Doch bereits am allerersten Arbeitstag bekommt er es mit verantwortungslosen Teenagern zu tun, die in der brandgefährdeten Umgebung Feuerwerk abbrennen. Und das ist erst der Anfang eines nervenaufreibendes Sommers.

 

Das hat uns gefallen
Das Gameplay von «Firewatch» erinnert an andere sogenannte Walking-Simulatoren wie «Everybody’s Gone to the Rapture» oder «Gone Home». So wandert Henry alleine mit Karte und Kompass ausgerüstet kreuz und quer durch die Wildnis, um an verschiedenen Orten Spuren nachzugehen oder auf andere Weise die Geschichte voranzutreiben.

Im Gegensatz zu obengenannten Spielen ist die Geschichte aber wesentlich weniger kryptisch. Obwohl Henry erst ganz zum Schluss einem Menschen begegnet, sind Gespräche ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Der Feuerwächter ist mit seinem Funkgerät ständig mit seiner Einsatzleiterin Delilah im Kontakt. Bei den Gesprächen gehts nicht nur um den Job. Stattdessen geben beide während des Sommers auch vieles von ihrem Privatleben preis. Angenehm: Besonders während längeren Laufdistanzen führen die Zwei immer wieder Gespräche, was die Latscherei um einiges angenehmer macht. Zudem kann Henry seine Arbeitskollegin auch zu praktisch jedem gefundenen Gegenstand oder Ort befragen. Die englischen Dialoge sind dabei hervorragend gesprochen.

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Ohne zu viel von der Geschichte verraten zu wollen: Das Ganze dreht sich um eine Verschwörung, die mit der Zeit nicht nur bei Henry, sondern auch beim Spieler Paranoia auslöst. Das ist dann vielleicht auch der grösste Pluspunkt des Games: Während den ersten 90 Prozent der Spielzeit wird der Plot sehr geschickt aufgebaut, so dass man bis kurz vor Schluss nicht weiss, ob der Sommer für Henry noch ein gutes Ende nimmt. Auch die Symbolik des Feuers, das auch vergangene Sünden unwiderruflich verbrennt, ist geschickt in die Geschichte integriert.

Das hat uns genervt
Das Benutzen von Karte und Kompass ist relativ umständlich, so dass nicht immer klar ist, ob sich Henry in die korrekte Richtung bewegt. Kommt dazu, dass einem das Game – weil die Umgebung nicht sehr gross ist – oft von einem Ende des Waldes zum anderen schickt. Dies wohl auch um zu verhindern, dass die Spielzeit noch kürzer ist als die eher dürftigen knapp vier Stunden. Hier täuschen dann auch die vielen Gespräche mit Delilah nicht darüber hinweg, dass die Laufwege oft ziemlich lang sind.

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Auch die Auflösung ist im Endeffekt ziemlich simpel. Das liegt vor allem daran, dass einer der wichtigsten Storystränge sich am Schluss als roter Hering entpuppt, heisst, eigentlich gar nichts mit dem Rest der Geschichte zu tun hat. Das hat dann zur Folge, dass die relevanten Elemente der Geschichte einer relativ simplen Auflösung zugeführt werden. Trotzdem vermag das Ende grösstenteils zu befriedigen.

Fazit

Mit regelmässigen Rucklern bei der PS4-Version ist «Firewatch» alles andere als perfekt. Gepackt hat uns das Spiel aber trotzdem. Dank des raffiniert aufgebauten Plots und der so erzeugten Paranoia-Atmosphäre kann das Game ungemein motivieren. Dass dann die Auflösung etwas zu wünschen übrig lässt, schmälert den positiven Gesamteindruck nur leicht. Wer Lust auf einen Thriller mit einem ungewöhnlichen Szenario hat, der kann bei «Firewatch» ohne Bedenken zugreifen.

Wertung: 7 von 10 gelöschten Waldbränden

Firewatch, für PC und PS4, ab 16 Jahren

Publiziert am 22.02.2016 | Aktualisiert am 22.02.2016
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