Test: Fallout 4 Schlägt das Game ein wie eine Bombe?

Seit der Ankündigung an der E3 entstand um «Fallout 4» ein riesiger Hype. Morgen erscheint nun das Shooter-Rollenspiel. Wir haben bereits über 30 Stunden im verwüsteten Boston verbracht – und wurden bestens unterhalten.

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Übersicht
Im Jahr 2077 ist der Schrecken des Kriegs zurück. Während die US-Armee gerade im asiatischen Raum im Einsatz ist, fallen auf eigenem Boden plötzlich Atombomben. In der Stadt Boston gelingt es der vom Spieler erschaffenen Figur. in einen unterirdischen Bunker zu fliehen. Dort passieren seltsame Dinge, die zum Ergebnis haben, dass der Held (oder die Heldin) über 200 Jahre später wieder an die Erdoberfläche zurückgespühlt wird. Während der Robo-Butler immer noch brav vor dem verwüsteten Hauseingang wartet, hat sich in der Welt vieles verändert. Doch zum Akklimatisieren bleibt kaum Zeit. Denn während der Zeit im Bunker ist Shaun – der Sohn des Protagonisten – abhanden gekommen. Und diesen in der riesigen Umgebung zu finden, entpuppt sich als Herkules-Aufgabe.

Das hat uns gefallen
«Fallout 4» ist in vieler Hinsicht ein typisches Bethesda-Spiel. Nach einem kurzen Prolog schmeisst einen das Game in die bisher wohl grösste Umgebung, in der man tun und lassen kann, was man will. Im Vergleich zu früher passt das Spiel das Level der Gegner nicht mehr dem Spieler an. Heisst: Zunächst ist man für einzelne Regionen definitiv zu schwach. Dies ist für uns aber die bessere Lösung, zumal es auch zu Beginn mehr als genug zu tun gibt, um die ersten 30 der 50 Level zu überstehen. An allen Ecken und Enden gibt es Missionen zu finden. Zudem kann man am Strassenrand auf eines von unzähligen Zufallsereignissen treffen. Dies macht die Welt dynamisch, so dass sich auch bei einem allfälligen zweiten Durchgang noch allerlei Dinge entdecken lassen.

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Neben der Hauptmission kann man auch vier verschiedenen Fraktionen zum Erfolg verhelfen. Die Minutemen setzen sich für die einfachen Siedler ein. Für die darf man dann auch in der ganzen Welt neue Dörfer gründen und diese mit Betten, sauberem Wasser, Essen und Verteidigungsanlagen versorgen. Daneben kann man sich auch der militärischen Brotherhood of Steel, den durchgeknallten Forschern des Instituts oder der im Geheimen agierenden Railroad anschliessen.

Allerdings sind sich die Fraktionen teils spinnefeind. Während man zum Beispiel bei den Minutemen mit viel Liebe Siedlungen aufbaut, muss man für die Brotherhood of Steel von den Einwohnern Nahrungsmittel für die Soldaten beschlagnahmen. Dies geht sogar so weit, dass man in den umfangreichen Missionsreihen oft einer oder mehreren anderen Fraktionen den Garaus machen muss. So kommt irgendwann unvermeidlich der Punkt, an dem der Held Farbe bekennen muss. Allerdings kommuniziert das Spiel den Zeitpunkt relativ klar, so dass man vorher alles andere erledigen kann.

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Die Eigenschaften der Hauptfigur beruhen auf sieben grundlegenden Attributen, darunter Stärke oder Wahrnehmung. Zunächst kann man in diese nur relativ wenig Punkte investieren. Mit jedem Level hat man allerdings einen Punkt, mit dem man diese weiter verstärken kann. Merkt man zum Beispiel, dass man in den Gesprächen kein Gegenüber von den eigenen Ideen überzeugen kann, lässt sich das Charisma auch im Verlauf des Spiels noch aufmöbeln. Allerdings sind auch 70 oft mehrstufige Perks vorhanden, die weitere Vorteile bringen. So geben zum Beispiel Stimpaks mehr Lebensenergie zurück. Oder man hackt komplex verschlüsselte Computerterminals. Oder trägt als Packesel mehr Gegenstände mit sich herum. Hier wird man mehr denn je in der «Fallout»-Reihe vor die Qual der Wahl gestellt.

Die Kämpfe gehen weiter in Shooter-Manier über die Bühne, wobei man jederzeit zum sogenannten «Vats»-System wechseln kann. Im Gegensatz zu «Fallout 3» pausiert das Game dabei nicht mehr. Dafür ist die Zeitlupe aber so stark, dass es fast keinen Unterschied ausmacht. Je nachdem, wieviele Aktionspunkte man besitzt, kann man hier bereits kurz nach Spielstart bis zu sechs Schüsse aufs Mal an einem Gegner anbringen – was auch mal einen hünenhaften Supermutanten aus den Socken haut. Witzig: Mit jedem Angriff füllt sich eine Leiste. Ist diese voll, kann man einen kritischen Treffer anbringen, der ein mehrfaches an Schaden anrichtet. Wie schnell sich die Leiste füllt, ist vom Glücks-Attribut abhängig.

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Das hat uns genervt
Zwar hat man der Hauptfigur nun eine Stimme spendiert, und die Gespräche sind umfangreicher als in früheren Spielen. Die Inszenierung kommt aber immer noch mit relativ statischen Figuren daher, denen Körpersprache völlig fremd ist. Oft bleiben auch die Lippen zu, obwohl die Figuren locker vor sich her quasseln. Zusammen mit oft ungünstigen Kameraperspektiven bleibt hier noch viel Luft nach oben. «The Witcher 3 – Wild Hunt» ist mit den Zwischensequenzen für jeden Dialog weiterhin das strahlende Vorbild.

Weiter sammeln sich im Inventar relativ rasch unzählige Gegenstände an. Zwar sind diese nach verschiedenen Kategorien unterteilt. Allerdings ist das Verwalten der unzähligen Waffen und Rüstungen eine Qual. Hier hätte man sich verschiedene Unterkategorien gewünscht. Auch das Aufbauen der Siedlungen ist oft unnötig kompliziert.

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Wer für den Release von «Fallout 4» übrigens blau machen will, kriegt hier über Twitter noch das «offizielle» Entschuldigungsschreiben von Bethesda-Mann Pete Hines:

Publiziert am 09.11.2015 | Aktualisiert am 09.11.2015

Fazit

«Fallout 4» schrammt ganz knapp an der Höchstwertung vorbei. Dies liegt primär an der teils schlampigen Inszenierung. Schlechte Kameraperspektiven und teils überlagernde Dialogzeilen – eine Figur spricht schon, obwohl die andere noch mitten in ihrem Satz ist – nerven mit der Zeit. Ansonsten ist das Endzeit-Rollenspiel aber das bisher umfangreichste und auch abwechslungsreichste Game aus dem Hause Bethesda. Besonders beim Missionsdesign hat man nochmals eine Schippe draufgelegt. So bleibt öfters das Gefühl zurück, etwas Spezielles erlebt zu haben. Und wer Entdeckergeist an den Tag legt, wird sehr oft mit überraschenden Ereignissen oder zumindest wertvollen Gegenständen belohnt.

Wertung: 9 von 10 Möglichkeiten, die Fraktionen gegeneinander auszuspielen

Fallout 4, für PC, PS4 und Xbox One, ab 10. November 2015, ab 18 Jahren

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1 Kommentare
  • Peter  Mayer 09.11.2015
    Ich kann es kaum erwarten, nach 5 Jahren endlich ist Fallout 4 da. Neben dem alten Bioware und CDProjekt 3 gibt es keine Gamestudios die Ansatzweise an Bethesda herankommen.