Test: Everybody’s Gone to the Rapture Das Spiel, das eigentlich gar kein Spiel ist

Obwohl es auf der PS4 erscheint, ist «Everybody’s Gone to the Rapture» kein Game im klassischen Sinne. Trotzdem hat uns das Gezeigte fasziniert – und auch verstört. Woran das liegt, zeigt unser Test.

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Übersicht
Eigentlich ist es ein sonniger Tag im idyllischen Dorf Yaughton in der englischen Pampa. Doch der Schein trügt. Denn das ländliche Kaff ist menschenleer. Zwar findet man im örtlichen Pub noch eine vor sich hin glühende Zigarette und auch sonst gibt es Beweise, dass hier bis vor kurzem noch Leute gelebt haben müssen. Was ist passiert? Genau das soll der Spieler herausfinden.

Das hat uns gefallen
Wie zuvor «Dear Esther» besitzt auch «Everybody’s Gone to the Rapture» kaum Gameplay im klassischen Sinne. Stattdessen wandert man durch die grandios gestaltete Umgebung, um dort Hinweise auf das mysteriöse Ereignis zu finden, das sämtliche Bewohner verschwinden lassen hat. Spuren findet man zum Beispiel bei Transisterradios – das Game spielt in den 80er-Jahren – oder in Telefonkabinen. Den Hauptteil machen aber Echos aus, die Szenen aus den letzten Tagen vor dem Unglück zeigen. An den Orten, wo die entsprechenden Ereignisse stattfanden, sieht man die Menschen zwar nur als gelbe Energiewesen. Dafür sind ihre Stimmen klar und deutlich zu hören – mit in der englischen Originalversion hervorragenden Sprechern.

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Im Gegensatz zum linearen «Dear Esther» bietet das neue Game eine offene Welt, die sich frei erkunden lässt. Zwar gibt es gewisse Schlüsselszenen, die dann eine neue Region freischalten. Ansonsten dürfte aber jeder die Story etwas anders erleben – je nachdem, welche und wieviele Hinweise man in welcher Reihenfolge entdeckt.

In der Geschichte werden auch heiklere Themen angesprochen. So legen sich die Wissenschaftler mit einem örtlichen Pfarrer an, aber auch Teenagerschwangerschaften, Leben mit permanenten Schmerzen oder Vorurteile sind Yaughtons Bevölkerung nicht fremd. Kurzum: In der liebenswürdigen Idylle lebten zum Teil auch echte Kotzbrocken. Der Hauptteil dreht sich aber tatsächlich um die Katastrophe, wobei man als Spieler natürlich mitspekulieren kann – und zum Ende auch eine befriedigende, wenn auch unerwartete Antwort erhält.

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Das hat uns genervt
Zwar kann man mit der R2-Taste sprinten. Allerdings kam diese Veränderung erst so kurz vor dem Release des Spiels dazu, dass es die Entwickler nicht mehr schafften, den Hinweis bei der Tastenbelegung unterzubringen. Wer es nicht weiss, latscht in endlos langsamem Tempo durch die Umgebung. Aber auch mit der Sprintfunktion, bei der sich das Tempo noch über sieben Sekunden aufbaut, ist die Motivation nicht besonders gross, zu weiter zurückliegenden Orten zu gelangen.

Dies liegt auch daran, dass der grössere Teil der Türen und Häuser im Ort verschlossen sind. So stellt sich oft das «Der Weg war umsonst»-Gefühl ein. So folgt man lieber der durch die Umgebung wandelnden gelben Energiegestalt, die einem auf die wichtigsten Hinweise aufmerksam macht. Um wirklich jede hinterste Ecke zu erforschen, sollte man eine grosse Portion an Selbstbeherrschung mitbringen.

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Publiziert am 12.08.2015 | Aktualisiert am 12.08.2015

Fazit

Vor allem mit seiner grandiosen Atmosphäre und hervorragenden Sprechern gelingt es «Everybody’s Gone to the Rapture», auch ohne grosses Gameplay den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Kommt dazu, dass sowohl die übergreifende Story als auch die vielen kleinen Geschichten trotz der nichtlinearen Struktur toll erzählt sind. Mit vier bis fünf Stunden ist der Umfang des Spiels solide, auch wenn ein Teil davon dafür draufgeht, vor verschlossenen Türen zu stehen oder irgendwo in der Umgebung das als Wegweiser dienende Energiewesen zu suchen. Dafür finden die Story dann auch einen zwar kurzen, dafür befriedigenden Abschluss, der zumindest die wichtigste Frage aufklärt.

Wertung: 8 von 10 sich in Landkäffern abspielenden Dramen

Everybody’s Gone to the Rapture, für PS4 (Download-Titel), ab 16 Jahren

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